13.05.2020 - 12:55 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Ideenreiche Kita-Mitarbeiterinnen halten Kontakt zu Kindern

Die pädagogischen Mitarbeiter der vier Speichersdorfer Kindertagesstätten vermissen ihre Kleinen. Jede der Einrichtungen hält in der Coronakrise zwar eine Notgruppe vor, jedoch die Masse der Mädchen und Buben zu Hause.

Die Botschaft der Betreuerinnen der Kindertagesstätte „Krabbelkiste“ an die Mädchen und Buben ist eindeutig. Wie die weiteren Kindertagesstätten in der Großgemeinde versuchen auch sie, in der Coronakrise Kontakt zu den Kleinen zu halten.
von Autor HAIProfil

Die pädagogischen Mitarbeiter der vier Kindertagesstätten vermissen ihre Kleinen. Jede der Speichersdorfer Einrichtungen hält in der Coronakrise zwar eine Notgruppe vor, jedoch ist die Masse der Mädchen und Buben zu Hause. Seit Wochen ist körperliche Distanz angesagt.

Viele machen sich Sorgen, ob die Familien in dieser Ausnahmesituation zurecht kommen. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise trieb das "Krabbelkiste"-Personal um Leiterin Kerstin Ruckdeschel die Frage um, wie die Beziehung zu den Kindern und ihren Familien trotzdem weitergeführt werden kann und wie Impulse für Bildung und Erziehung gegeben werden können.

Gemeinsam und mit pfiffigen Ideen wird versucht, Aufgaben und Hilfen zur Bewältigung des Alltags zu geben. Dabei arbeitet das Personal im Schichtsystem. Zudem öffnet der Kindergarten an den drei Brückentagen, die eigentlich für die Planungen zur Verfügung stehen.

Jede Woche wird etwas für die Kinder vorbereitet. In regelmäßigen Abständen gehen E-Mails oder Briefe hinaus. Wird zu den Wohnstätten der Eltern und Kinder heimgefahren, kontaktlos Aufgabenmaterial abgegeben und Fertiges mitgenommen.

Zwar erfolgreich um die Zertifizierung als "Haus der kleinen Forscher" beworben, waren der Kindertagesstätte in den vergangenen Wochen die Hände gebunden. Doch statt der Forschertage gab es ersatzweise Aufgaben für daheim. Neben zwei Malblättern sollten etwa die Krippenkinder beim "Winkenden Handschuh" mit einer Tasse, drei Brausetabletten und einem Handschuh experimentieren.

Die Anleitung für drei Versuche bekamen die Kindergartenkinder. So konnten sie mittels Glas, Alufolie, Backpulver, Wasser und Essig mit Lebensmittelfarbe den Backpulvervulkan zum Brodeln bringen. Beim zweiten Versuch konnten durch Reiben eines Luftballons am Pullover Salz und Pfeffer getrennt werden. Schließlich hieß es: Wie funktioniert ein Spektroskop? Eine eigene bunte Fotowand mit Bildern im Foyer der Kindertagesstätte, die die Eltern und Kinder eingeschickt haben, zeugt von den Arbeitsversuchen.

In den vergangenen zwei Wochen standen Steine im Mittelpunkt. Die Kinder sollten einen bunten Steinweg vor der Kindertagesstätte anzulegen. Die Kleinen in der Notbetreuung machten sich daran, große Steine als Umrandung zu gestalten. Auch erhielten die Mädchen und Buben Töpfchen mit Sonnenblumensamen, die sie in den nächsten Tagen zu Hause sorgfältig weiter pflegen sollen.

Zum Muttertag enthielt ein Brief Material und Anleitung, um mit dem Papa einen Blumenschlüsselanhänger für die Mama zu gestalteten. Für den Vatertag soll ein Autoanhänger bemalt werden. Das Kindergartenpersonal hat aber auch die zurückliegenden Wochen genutzt, um die Kindertagesstätte auf Vordermann zu bringen, Entwicklungsberichte und Lerngeschichten zu verfassen oder Angebote zu planen. Im Außenbereich wurden Spiel- und Gerätehäuser restauriert und der ganze Spielgarten hergerichtet. An zwei Tagen entstand ein Weidenhaus. Ein Vater hat zudem aus Holz ein Hochbeet gezimmert.

Wie es weitergeht, weiß niemand. Schon bisher habe keine Woche der anderen geglichen, meint Ruckdeschel. Laut der Leiterin des Hauses an der Breslauer Straße ist der Kreis derer, die eine Notbetreuung in Anspruch nehmen dürfen, sehr viel größer geworden. Inzwischen reiche es, wenn ein Elternteil systemrelevant arbeite. Auch alle berufstätigen Alleinerziehenden könnten wieder ihre Kinder betreuen lassen.

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