10.09.2020 - 13:33 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Neuer Glockenturmstandort akzeptiert

Nach jahrelangem Hin und Her ist die Suche nach einem neuen Standort für den Glockenturm in Guttenthau bei Speichersdorf abgeschlossen. Und noch etwas Neues gibt es von der Bürgerversammlung zu berichten.

Der neue Glockenturmstandort, die Glascontainer sollen wegkommen.
von Arnold KochProfil

In der zweiten von vier terminierten Bürgerversammlungen informierte Bürgermeister Christian Porsch am Dienstagabend die Bürger der Ortsteile Guttenthau, Rosenhof und Roslas über das aktuelle Gemeindegeschehen und künftige bauliche Maßnahmen. Da im neuen Gemeinderat kein Bürger aus der Altgemeinde ins Gremium gewählt wurde, gingen die in der Sportarena anwesenden 38 wahlberechtigten Ortsbewohner zur Wahlurne, um einen Ortssprecher zu bestimmen. Zur Wahl hatten sich Bernd Pöhlmann und Klaus Pühl gestellt. Mit 31:6 Stimmen bei einem ungültigen Stimmzettel wird künftig Bernd Pöhlmann die Bürger der drei Ortsteile im Gemeinderat vertreten. Der neue Ortssprecher ist 28 Jahre alt und wohnt in Guttenthau. Der gelernte Landwirt und Landwirtschaftstechniker arbeitet beim Rinderzuchtverband Oberfranken und engagiert sich ehrenamtlich als 1. Kommandant der Feuerwehr Guttenthau-Roslas. Porsch erinnerte zuvor an die Grundsatzentscheidung, dass der Ortsteil Roslas gleichberechtigt mit den beiden weiteren Ortsteilen an Abstimmungen teilnimmt.

Der Ortssprecher von Guttenthau: Bernd Pöhlmann.

Den allgemeinen Informationsteil ergänzte das Gemeindeoberhaupt mit der aktuellen gebietsbezogenen Corona-Fallzahl. Für den Gemeindebereich wurde vor kurzem eine Neuinfektion gemeldet. Der Patient ist jedoch schon wieder genesen und erhöhte die Zahl der positiv getesteten Bürger auf 22.

Wir sollten einen Konsens für dieses Traditionsbauwerk finden, damit alle mit dem Turm leben können.

Bürgermeister Christian Porsch

Porsch ging insbesondere auf die drei Ortsteile betreffenden Vorhaben ein. Er bestätigte, dass die Hauptwasserleitung zwischen den Orten Lettenhof und Guttenthau zum Großteil fertiggestellt sei. Es fehlte noch der Zusammenschluss im Bahnbereich. Nach langwierigen Genehmigungsschritten mit der Bahn AG könne nun die Durchpressung des Bahnkörpers und in Kürze die Inbetriebnahme der neuen Hauptwasserleitung erfolgen. Gleichzeitig wurden die im Baufeld stehenden Telekom-Telefonmasten abgebaut und die Leitung erdverkabelt.

Auch im Gemeindeteil Plössen stand eine Bürgerversammlung auf dem Programm

Speichersdorf

Breiten Raum nahm die Information und Diskussion um den alten Glockenturm von Guttenthau samt neuer Standortsuche ein. Porsch berichtete, dass bereits seit Jahren nach einer einvernehmlichen Lösung dazu gesucht wird. „Wir sollten einen Konsens für dieses Traditionsbauwerk finden, damit alle mit dem Turm leben können. Seit Jahren warten 25.000 Euro Haushaltsmittel darauf, für einen Neubau oder eine Sanierung eingesetzt zu werden“, sagte Porsch. Das gemeindliche Erbstück aus der Gemeindeauflösung steht samt der angebauten Reinigungsscheune auf Privatgrund. Die mit dem Grundstückseigentümer geführten Verhandlungen zur Sanierung des Glockenturmes blieben erfolglos. Der Eigner erklärte sich nur bereit, die baufällige Scheune abzubrechen. Somit muss ein neuer Standort für den Glockenturm gesucht werden. Porsch ergänzte, dass die Abnahme des hinter der Scheune liegenden Kinderspielplatzes wegen der Einsturzgefahr des baufälligen Nebengebäudes verweigert wurde. Rasches Handeln sei demnach angesagt.

Der alte Glockenturm mit baufälliger Reinigungsscheune, beides wird nun abgebrochen.

Ins Gespräch gebracht wurde ein Überbau des Abwasserpumphauses sowie eine käuflich zu erwerbende Privatfläche gegenüber mit angrenzenden Wohnhäusern. Anwohner der Privatfläche wehrten sich aus Lärmgründen vehement gegen diesen Standort. Naserümpfend wurde auch der ins Auge gefasste Überbau der Abwasserstation mit einem neuen Glockenturm verworfen. Als letzte Alternative brachte Porsch den Glascontainerstandort im Bereich der Bolzplatzzufahrt vor dem Dorf- und Löschweiher ins Gespräch. Porsch gab zu bedenken, dass öffentliche und baulich geeignete Flächen in der Ortschaft rar sind. Auf der Containerfläche könnten auch die notwendigen Grenzabstandsflächen eingehalten werden. Der Standort wäre freistehend, gut sichtbar und könnte diesen Ortsbereich aufwerten. Dem Argument, dass ein erhöhter Standort bessere Hörbarkeit des Geläuts in der Ortschaft gewährleistet, wurde ein höherer Turm zum Ausgleich entgegengehalten. Bei der erfolgten Abstimmung votierten 29 Bürger ohne Gegenstimme für den Glascontainerstandort. Für die Behältnisse wird ein anderer Standort gesucht.

Info:

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In der Diskussion wiesen Ortsbewohner darauf hin, dass der Ballfangzaun am Guttenthauer Bolzplatz wegen morscher Pfosten abgebaut werden musste. Bürger erklärten sich bereit, diesen bei Materialstellung durch die Gemeinde zu erneuern. Porsch versprach, nach dem Abbruch der Rampe nahe des Glockenturms dort zwei Bänke durch die Gemeinde fürs Feierabend-Seidl aufzustellen. Bürger wiesen auf die noch fehlende oder lückenhafte Eingrünung von Freiflächenphotovoltaikanlagen hin. Die zugesagten fünf Ausweichstellen der Gemeindeverbindungsstraße Guttenthau-Plössen sollten gebaut werden. Ein Rückstau des Ortsbaches in den Bachlauf und Ortsteich beunruhigt die Anlieger. Der Biberdamm sollte entfernt und der Biberbeauftragte des Landkreises zwecks Umsiedelung des Bibers eingeschaltet werden.

Der neue Ortssprecher von Guttenthau Bernd Pöhlmann (links) und Bürgermeister Christian Porsch.
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