03.11.2021 - 11:35 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Sanierung der Kläranlage in Speichersdorf schreitet voran

160 Kubikmeter Beton wurden am Freitag zur Baustelle für die Erweiterung und Sanierung der Kläranlage in Speichersdorf gebracht. Das Projekt ist im Zeitplan und am Wochenende wurden 2500 Verbesserungsbeitragsbescheide verschickt.

Das Sandfang- und Rechengebäude der Kläranlage in Speicherdorf wächst schnell in die Höhe.
von Arnold KochProfil

Die Arbeiten auf der größten Baustelle der Gemeinde Speichersdorf sind im Zeitplan. Am vergangenen Freitag informierten sich Bürgermeister Christian Porsch und Bauamtsleiter Thomas Schneider bei Vertretern der Firma Bauer aus Erbendorf und des Statikbüros Raps über den Baufortschritt zur Sanierung der Kläranlage. Die Betonmischer standen an der Zufahrt Schlange. Einer nach dem anderen entlud seine flüssige Fracht über eine Betonpumpe in die Baugrube für die neue Bodenplatte des Nachklärbeckens.

Beeindruckend ist die Dimension des neuen Nachklärbeckens mit einem Durchmesser von 22 Metern und einer Tiefe von rund 5 Metern. Über 20 Mischer brachten im Laufe des Tages etwa 160 Kubikmeter Beton aus drei Mischanlagen zur Kläranlage. Am Morgen begann die Firma Bauer mit dem Betonieren der massiv mit Baustahl bewehrten Bodenplatte, die mit einem zum Mittelpunkt gerichteten Gefälle versehenen ist. Sie ist 30 Zentimeter stark und das Fassungsvermögen beträgt mindestens 1800 Kubikmeter. Bis in den Abend hinein bauten die Arbeiter den Spezialbeton B45 für den Beckenboden ein und glätteten ihn.

Gebäude wächst in die Höhe

Die Firma Bauer hat zudem die Tiefbauarbeiten am neuen Rechen- und Sandfang-Gebäude fertiggestellt und das Gebäude wächst in die Höhe. Im neuen Betriebsgebäude laufen die Restarbeiten. Es soll noch im Laufe dieses Jahres den Betrieb aufnehmen. Auch mit den Arbeiten am Faulturm wurde mit der Fundamentierung begonnen. "Auf der Kläranlage wird an allen Ecken gebaut. Die beauftragten Firmen, vor allem die Firma Bauer macht einen guten Job. Wir hoffen, dass wir trotz der derzeitigen Lieferengpässe auch weiterhin im Bauzeitenplan bleiben", sagte Bürgermeister Christian Porsch.

Parallel zu den entstandenen Baukosten und dem Baufortschritt hat die Gemeinde mittlerweile die Gegenfinanzierung durch den Versand der Beitragsbescheide an die Eigentümer der beitragspflichtigen Grundstücke begonnen. Rund 2500 Verbesserungsbeitragsbescheide zur Kläranlagensanierung wurden an die Beitragspflichtigen am Wochenende zugestellt. "Sollten unsere Bürger Fragen zum Bescheid haben, können sie uns gerne im Rathaus kontaktieren", erklärte Porsch. Die Ansprechpartner sind Kämmerin Michaela Hösl (Tel. 0 92 75 / 988-23) und Geschäftsleiter Thorsten Leusenrink (Tel. 0 92 75 / 988-22).

Schärfere gesetzliche Vorgaben

Porsch erinnerte in Bezug auf die gestiegenen Baukosten, dass sich die gesetzlichen Vorgaben zur Phosphat-Reinigung im Laufe der Jahre verschärften. Diese erforderten 2018 eine grundlegende Umplanung und den Einbau einer Phosphat-Elimination. Die vom Gemeinderat gewählte Ausbauvariante umfasst eine Erweiterung auf 8000 Einwohnergleichwerte sowie eine Abwasserbehandlung mittels "anaeroben Schlammstabilisierung". Durch Faulung aus dem vorhandenen Klärschlamm wird Klärgas erzeugt. Ähnlich wie in einer Biogasanlage wird durch ein Blockheizkraftwerk daraus Strom und Wärme für den Betrieb der Anlage gewonnen. Weiterer Vorteil ist, dass sich das Volumen des Klärschlamms dadurch nochmals deutlich reduziert. Damit können die Betriebskosten der Kläranlage dauerhaft gesenkt werden. Die Baumaßnahmen finden bei laufendem Betrieb statt und werden bis ins Jahr 2023 hinein andauern. Geplant ist, neben Infos auf der Homepage, im Kommunenfunk und auf der Facebook-Seite, einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, damit sich die Bürger über die Baumaßnahmen informieren können.

8,31 Euro pro Quadratmeter

Porsch ergänzte, dass die Finanzierung der Kläranlagenerweiterung und -sanierung auch mittels Zuschüsse in Höhe von 1,9 Millionen Euro und Gebühren erfolgt. Der umlagefähige Aufwand beträgt derzeit 8 878 021,26 Euro. Diese Kosten werden nach dem Beschluss des Gemeinderates zu 80 Prozent auf Verbesserungsbeiträge und zu 20 Prozent auf Gebühren umgelegt. Daraus errechnet sich ein einmaliger Verbesserungsbeitrag von 8,31 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Die Geschossfläche ermittelt sich aus den Außenmaßen des Gebäudes in allen Geschossen.

Um die Belastung so moderat wie möglich zu halten, beschloss der Gemeinderat die Verbesserungsbeiträge auf drei Raten einzuheben. Die Abwassergebühren erhöhen sich durch die Generalsanierung der Kläranlage um 0,53 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Die Gemeinde räumt die Möglichkeit ein, durch einen formlosen schriftlichen Antrag Stundung und Ratenzahlung in Anspruch zu nehmen. Der Zinssatz für die Zeit der Stundung beläuft sich auf derzeit 1,12 Prozent.

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