07.06.2021 - 12:20 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Speichersdorfer Ehrenbürger Max Haas tot

„Die Gemeinde verneigt sich in tiefer Dankbarkeit und Hochachtung vor seiner hochverdienten und allseits geschätzten Persönlichkeit“, waren Porsch`s Worte vor der Gedenkminute für den am 30. Mai verstorbenen Ehrenbürger Max Haas (87).

Vor drei Jahren erhielt Max Haas (Mitte mit seiner Ehefrau Elfriede) vom damaligen Bürgermeister Manfred Porsch (links) die Ernennungsurkunde zum Ehrenbürger.
von Arnold KochProfil

In einer Sondersitzung am Samstagvormittag gedachten Gemeinde und Gemeinderat Max Haas mit einer Gedenkminute. "Wir nehmen Abschied von unserem Ehrenbürger und ehemaligen Gemeinderatsmitglied Max Haas. Mit großem aufopferndem Einsatz und Hingabe hat er die Entwicklung der Gemeinde mit geprägt und sich besonders um soziale Belange und unsere Jugend verdient gemacht", würdigte Bürgermeister Christian Porsch die Lebensleistung des am 30. Mai Verstorbenen.

Stellvertretender Bürgermeister

In seinem Nachruf beschrieb Porsch Haas' soziales und kommunalpolitisches Lebenswerk. 1966 sei dieser erstmals in den Speichersdorfer Gemeinderat gewählt worden, aus dem er zum 30. April 1990 ausgeschieden sei. Bis Ende Juni 1972 sei Haas stellvertretender Bürgermeister gewesen. Er habe sich durch Tatkraft, positive Kritik und vorbildlichen persönlichen Einsatz für die Belange der kommunalen Selbstverwaltung ausgezeichnet.

Haas wirkte bei der Gründung der Großgemeinde durch Zusammenschluss von vormals acht selbstständigen Gemeinden persönlich in vielen Gesprächen mit. Ab 1966 baute er die Kinder- und Jugendarbeit mit den "Falken" (SPD-Jugendorganisation) mit Gruppenstunden, Freizeit- und Familienferienangeboten auf. Er führte den jährlichen Tag des Kindes am Valentin-Kuhbandner-Heim ein und engagierte sich mit seiner Frau Elfriede für sozial schwache Familien und Bürgern in schwierigen Lebenslagen. Er beschaffte Wohnraum und Arbeit, unterstützte polnische Familien und Spätaussiedler ab 1993 bei deren Integration.

Sein Lebenswerk war der Bau des Valentin-Kuhbandner-Heimes 1966 samt der folgenden Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen und des Freizeitgartens. Auf sein Betreiben hin erwarb der gemeinnützige Zeltlager- und Jugendplatzverein den Jugendcampingplatz beim Naturerlebnisbad in Immenreuth und erneuerte dort die sanitären Einrichtungen und Sozialräume.

Willy-Brandt-Medaille

Diese Verdienste würdigten die Gemeinde mit der Verleihung der Bürgermedaille in Gold und die Bayerische Staatsregierung mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war Haas 1991 mit der Staatsmedaille für soziale und gesellschaftliche Verdienste und von der SPD mit der Willy-Brandt-Medaille für sein ehrenamtlich-gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Die Gemeinde ernannte ihn am 14. Mai 2018 aufgrund seiner besonderen Verdienste zum Ehrenbürger.

Die Beisetzung von Max Haas ist am Donnerstag, 14. Juni, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Pressath im Familiengrab statt. Es findet kein Gottesdienst vorher statt. Es gibt keine Begrenzung der Teilnehmer.

45 Jahre stand Max Haas dem Zeltlager- und Jugendplatzverein vor

Speichersdorf

Zugleich trauert die Gemeinde um ihren langjährigen Gemeinderat Richard Scherl. Er gehörte von 1984 bis 2002 dem Gremium an und hat sich nachhaltig für seine Heimatgemeinde verdient gemacht. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit hat das Gemeindeoberhaupt bereits einen Kranz an dessen Grab auf dem Kirchenlaibacher Friedhof niedergelegt.

 

 

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