04.01.2021 - 10:49 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Speichersdorfer Pläne für 2021: Krippenplätze, Baugebiete, Breitbandnetz

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Ein außergewöhnliches und schwieriges Jahr liegt hinter den Bürgern - und ein ereignisreiches aber auch ungewisses Jahr liegt vor der Kommune Speichersdorf. Bürgermeister Christian Porsch gibt einen Ausblick.

Bürgermeister Christian Porsch hat für die Gemeinde Speichersdorf im neuen Jahr einiges vor.
von Arnold KochProfil

Das neue Jahr gibt Gelegenheit, auf die Ereignisse von 2020 zurückzublicken, aber auch einen Ausblick auf bevorstehende Aufgaben und Ereignisse zu geben. Bürgermeister Christian Porsch stand für die geplanten Vorhaben, Ziele und Planungen im Jahr 2021 Rede und Antwort. Viele Baumaßnahmen stehen auf der Agenda der Gemeinde.

ONETZ: Die neuen Gruppenräume des Kindergartens Sankt Franziskus wurden im Herbst eingeweiht. Die neue Gruppe ist bereits wieder ausgebucht. Wie geht's bei den Kita-Plätzen weiter?

Christian Porsch: Mit der Einweihung dieser Erweiterung fand ebenfalls im Herbst der Spatenstich zur Erweiterung der Kindertagesstätte im Birkenweg statt. Die Gemeinde investiert dort rund eine Million Euro für eine Krippengruppe mit zwölf Plätzen. Geplant ist, den Anbau bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres 2021/2022 fertigzustellen. Aktuell sind alle Kinder auch unter Nutzung der dort aufgestellten Gruppenraum-Container gut untergebracht.

ONETZ: Was ist die größte Baumaßnahme der Gemeinde in eigener Zuständigkeit?

Christian Porsch: Das ist die Generalsanierung mit Erweiterung der Kläranlage mit Baukosten von rund 9 Millionen Euro. Der Spatenstich fand mit dem Baubeginn für das Betriebsgebäude vor wenigen Wochen statt. Weiter geht's mit der europaweiten Ausschreibung der Restgewerke, die im kommenden Vierteljahr an die wirtschaftlichsten Bieter vergeben werden. Das sind die neuen Reinigungs- und Klärbecken, Anlagentechnik und Leitungen. Im ersten Halbjahr 2021 wird es zur Information der Bürgerschaft eine eigene Bürgerversammlung geben. Dabei geht es hauptsächlich um konkrete Informationen über die dann vorliegenden Baukosten nach den Ausschreibungsergebnissen und die sich daraus ergebenden Verbesserungsbeiträge für die beitragspflichtigen Grundstückseigentümer.

ONETZ: Die Bahnanlagen sind ein großes Sanierungsfeld. Wie geht's da weiter?

Christian Porsch: Die Deutsche Bahn AG beginnt mit dem Neubau der westlichen Bahnbrücke zwischen der Neustädter und der Bahnhofsstraße. Im geplanten Bauzeitraum von rund drei Jahren investiert das Bahnunternehmen dort 10 Millionen Euro. Die Gemeinde ist nur mit einem kleinen Teil für den barrierefreien Gehsteig kostenmäßig dabei. Durch die Sperrung der Unterführung müssen verkehrliche Nachteile von den Bürgern hingenommen werden. Nach 100 Jahren wurde es dafür Zeit, um mit der Entwicklung des Straßen- und Schienenverkehrs Schritt zu halten.
Nach langen Verhandlungen und langem Warten konnte die Gemeinde nun von der Bahn AG Grundstücke auf beiden Seiten des Bahnhofes erwerben. Wir wollen mit dem östlichen Teil beginnen. Nach dem Abriss des Nebengebäudes mit WC-Anlage soll dort eine Unterstellmöglichkeit für Busfahrgäste und ein neues WC samt neuem Zustiegsbereich entstehen. Die Planung soll bald vom Gemeinderat in Auftrag gegeben und bis Herbst fertiggestellt werden.

Im November erfolgte der Spatenstich zur Kläranlage

Speichersdorf

ONETZ: Gibt's auch Baustellen im Hochbaubereich?

Christian Porsch: Ja, da gibt es mehrere. Im Bereich der Dorferneuerung steht der Abschluss in Plössen an. Dort wurde der Umfang unter Absprache mit dem Arbeitskreis reduziert.
Weiterhin ist der Neubau der Brücke über den Tauritzbach an der Tauritzmühle 2021 geplant. Damit wäre der Weg bereitet, die Zufahrtsstraße auszubauen.
Im vollständig verkauften Baugebiet Hopfengarten hat der Gemeinderat bereits den Ausbau und die Ausstattung des Kinderspielplatzes beschlossen.
In der Ortschaft Wirbenz soll eine vom Amt für Ländliche Entwicklung im Programm Dorferneuerung geförderte neue Kulturscheune am Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. Die Planungen sind bereits fertig und sollen in 2021 verwirklicht werden.

"Wir tun alles dafür, dass das schnelle Internet auch die sogenannten weißen Flecken in unserem Gemeindegebiet erreicht."

Bürgermeister Christian Porsch

ONETZ: Was passiert im Tiefbaubereich?

Christian Porsch: Die Gemeinde investiert neben der Kläranlage auch im Kanalbau. Die Kanäle in der Point- und Bayreuther Straße sowie der Neustädter Straße am Kindergarten werden neu gebaut und staatlich gefördert.
Zudem wird die Kommune das Breitbandnetz mittels Bundes- und Landesförderung weiter ausbauen. Die Telekom hat uns signalisiert, dass sie 2021 mit der Verlegung beginnen wird. Wir tun alles dafür, dass das schnelle Internet auch die sogenannten weißen Flecken in unserem Gemeindegebiet erreicht. Als Leistungsbreite werden mindestens 50 Mbit/Sekunde, bei direktem Glasfaseranschluss mit dem sogenannten Höfebonus noch weit mehr erreicht.

ONETZ: Mit welchem Finanzumfang rechnet die Gemeinde bei den benannten Bauvorhaben?

Christian Porsch: Wir werden 2021 rund 15 bis 16 Millionen Euro investieren. Es tut sich einiges.

"Wir werden 2021 rund 15 bis 16 Millionen Euro investieren. Es tut sich einiges."

Bürgermeister Christian Porsch

ONETZ: Gibt es auch Vorhaben, für die 2021 in die Planungsphase eingetreten wird?

Christian Porsch: Natürlich, und das sind nicht wenige. Für die Speichersdorfer Ortsmitte soll zwischen Rathaus und Bahnhof ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek) als eine Art Fahrplan erarbeitet werden. Das Isek ist auch Grundvoraussetzung für eine staatliche Förderung. Darin eingebettet sind die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule, die Festhalle und der Mehrgenerationenpark. Fertigstellungsziel ist 2025; bis dahin soll auch eine Mensa in der Werner-Porsch-Schule angeboten werden, so dass die bestehende Mittagsbetreuung auch auf den Nachmittag erweitert werden kann. Für das ehemalige Schulhaus in Kirchenlaibach soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, um die künftige Nutzung und den Sanierungsumfang zu klären. Ziel ist, die Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung fördern zu lassen. Ich finde es persönlich schade, dieses markante Gebäude zu beseitigen. Momentan ist eine Firma zur Kanalbefahrung und -aufnahme in Speichersdorf unterwegs, um das Kanalkataster fertigzustellen. Dies ist Grundlage für einen künftigen Sanierungsplan. Damit gehen auch Straßendeckensanierungen einher.

ONETZ: Wie sieht's mit neuen Bauplätzen aus?

Christian Porsch: Erfreulicherweise haben wir alle Bauplätze im Baugebiet Hopfengarten verkauft und 2020 eine Rekordzahl von 62 Bauanträgen verzeichnet. Auch die Geburtenzahlen steigen wieder. Das zeigt, dass wir als Wohngemeinde attraktiv sind. Wir wollen auch neue Baugebiete ausweisen. Das nächste entsteht in Haidenaab in Richtung ASV-Sportgelände, nach der Wasseraufbereitungsanlage. Das Gelände für mindestens acht Parzellen ist bereits erworben und der Gemeinderat wird sich in Kürze mit der Bauleitplanung befassen. Drei Bauwillige haben wir dort schon. Des Weiteren steht das Neubaugebiet in Plössen samt seniorengerechtem Wohndorf zur Verwirklichung durch den Investor an. Meine Grundstücksverhandlungen im Speichersdorfer/Kirchenlaibacher Raum laufen und ich bin zuversichtlich, dass wieder neue Bauplätze im Hauptort zur Verfügung gestellt werden können.

"Auch die Geburtenzahlen steigen wieder. Das zeigt, dass wir als Wohngemeinde attraktiv sind."

Bürgermeister Christian Porsch

ONETZ: Plant die Gemeinde auch Neuanschaffungen?

Christian Porsch: Wir werden 2021 ein neues Löschfahrzeug des Typs HLF für die Feuerwehr Speichersdorf mit Gesamtkosten von 480.000 Euro erwerben. Das verunfallte Gerätewagen-Logistik der Feuerwehr Speichersdorf wird ersetzt und die Feuerwehr Windischenlaibach erhält ein neues TSF als Trägerfahrzeug. Weiterhin werden zwei alte Tragkraftspritzen für die Wehren Guttenthau und Windischenlaibach erneuert.

ONETZ: Was sind Ihr persönlicher Wunsch und Ihre Planung für 2021?

Christian Porsch: Ich wünsche mir für unsere Gemeinde besonders, dass wir uns alle einfach wieder normal begegnen können und Corona zurückgedrängt werden kann. Damit kann auch das kulturelle und das Vereinsleben wieder aufblühen. Wir wollen zudem die Vorbereitungen für unser Bürgerfest 2022 zusammen mit den Vereinsvorständen vorantreiben.
Für mich war durch die Wahl zum Bürgermeister, die Corona-Herausforderungen und unseren Hausbau ein sehr bewegtes Jahr. Für meine Familie haben wir 2020 unser neues Eigenheim so weit fertiggestellt, dass wir in den nächsten Wochen dort einziehen können. Die Außenanlagen und -gestaltung machen wir 2021.

ONETZ: Wie sieht's mit der Modernisierung in der Gemeindeverwaltung aus?

Christian Porsch: Wir werden auch hier die Digitalisierung vorantreiben. Nach der Erweiterung des Bürgerportals mittels Online-Anträgen 2020 wird heuer die neue Homepage ins Netz gestellt. Wir haben den Kommunenfunk eingeführt und werden das Ratsinformationssystem installieren. Dies bringt auch Vorteile für den Informationsfluss zu den Bürgern. Wir werden uns auch intern mittels digitaler Vernetzung und Online-Besprechungen weiterentwickeln.
Durch zwei werdende Mütter werden zwei Stützen in der Verwaltung für gewisse Zeit ausfallen. Dies müssen wir so gut wie möglich kompensieren.
Was dem Gemeinderat und mir auch am Herzen liegen, ist die Neuaufstellung der Vereinsförderung. Hier werden wir die Richtlinien überarbeiten, um die Aufgabenstellungen und Eigenheiten der verschiedenen Vereine, besonders die Jugendarbeit, berücksichtigen zu können.

"Was dem Gemeinderat und mir auch am Herzen liegen, ist die Neuaufstellung der Vereinsförderung."

Bürgermeister Christian Porsch

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