Speichersdorf
20.02.2019 - 16:15 Uhr

Tex-Mex statt Mauer im Kopf

Den mittlerweile der 60. Kochabend richtete die interkulturellen Kochgruppe aus. Zum kleinen Jubiläum hatte der Abend sowohl eine große kulinarisch-gesellschaftliche als auch eine kleine politische Note.

Was US-Präsident Donald Trump auf der anderen Seite des Atlantiks trennen möchte, gehört in Speichersdorf zusammen. Das 60. Treffen der Internationalen Kochgruppe steht unter dem Motto „Tex-Mex-Fiesta“. Dazu hat Leiterin Dolores Longares-Bäumler (vorne rechts) die US-Flagge und eine Mexiko-Fahne mitgebracht. Bild: hai
Was US-Präsident Donald Trump auf der anderen Seite des Atlantiks trennen möchte, gehört in Speichersdorf zusammen. Das 60. Treffen der Internationalen Kochgruppe steht unter dem Motto „Tex-Mex-Fiesta“. Dazu hat Leiterin Dolores Longares-Bäumler (vorne rechts) die US-Flagge und eine Mexiko-Fahne mitgebracht.

Denn Gastgeberin Dolores Longares-Bäumler hatte zwei Fahnen organisiert, eine der USA und eine von Mexico. Beide waren von der Migrationsbeauftragten der Caritas Bayreuth als Seitenhieb in Richtung US-Präsident Donald Trump und seinem "mehr als lächerlichen" Mauerprojekt gedacht.

Nach einer kleinen Verschnaufpause hatten sich die Mitglieder aus vielfältigen Kulturkreisen der Kochgruppe wieder in der Schulküche der Werner-Porsch-Schule getroffen. Im Dienste der Integration, Völkerverständigung und des Friedens kochen seit 17. Januar 2011 Speichersdorfer Bürger verschiedener Nationen und Kulturen zusammen. Zur Auftaktveranstaltung hatten 15 Teilnehmerinnen unter Anleitung von Anita Kopp chinesische Speisen zubereitet.

Selbst spanisches Blut in ihren Adern, zeichnet die Eschenbacherin Longares-Bäumler sie seit über 20 Jahren in Speichersdorf für die Aussiedlerbetreuung verantwortlich. In ihrer Rückschau erinnerte sie an die Geburtsstunde der Idee sowie an die Anfänge der Kochabende. 19 Nationalitäten wohnten damals schon in der Großgemeinde Speichersdorf. Hier sei Integration auf breiter Front angesagt gewesen. Ausgangspunkt war dabei die Überlegung, dass Kochen Nationen und Kulturen verbindet und die verschiedenen Landsfrauen und Landsmänner sich auch dabei gegenseitig mit Spaß und Genuss kennenlernen könnten.

Longares-Bäumler und das Sozialraum-Team griffen die Idee auf und ließen sie reifen. Von Anfang an schwang auch die Überlegung mit, am Ende die Rezepte der monatlichen interkulturellen Kochenabende in ein "Interkulturelles Kochbuch" einfließen zu lassen.

Mittlerweile seien tiefe Freundschaften entstanden. Die Kochgruppe sei schlichtweg aus Speichersdorf nicht mehr wegzudenken, meint Longares-Bäumler. Umso mehr freute sie sich, wieder viele Teilnehmerinnen verschiedener Nationen begrüßen zu können, um zum 60. Mal zusammen zu kochen. Der Jubiläumsabend selbst stand unter dem Motto "Tex-Mex-Fiesta". Ihn gestaltete Renita Kaiser aus Speichersdorf. Sie stammt aus Texas, wo sie als Hebamme und Krankenschwester arbeitete. 2016 kam sie nach Deutschland und heiratete hier ihren deutschen Mann, den sie auf einer Urlaubsreise in Australien kennengelernt hatte. Sie pflegt ihre Kontakte in vielen Ländern wie Großbritannien, Kanada und die Schweiz. Kochen ist schon immer ihr Hobby gewesen, wobei sie die mexikanische Küche liebt. "Die Mauer scheint es nur im Kopf von Donald Trump zu geben", meinte deshalb Kaiser.

Sie hatte mehrere Rezepte vorbereitet. Als Willkommensgetränk und dem Jubiläum einen Margarita. Anschließend standen zunächst Vorspeisen wie "Restaurant Salsa", "Pico de Gallo" und Guacamole auf der Speisekarte. Als Hauptgericht wurden Tex-Mex-Enchiladas (Tortillas) zubereitet. Zur Nachspeise gab es Sopapillas, die fast wie kleine Windbeutel aussahen. Die Rezepte sind erhältlich per E-Mail an longares-baeumler[at]caritas-bayreuth[dot]de.

 
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