19.01.2020 - 12:07 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Trinkwasser auch im Notfall sichern

Einen Notverbund zur Sicherstellung der Wasserversorgung wünscht sich die Stadt Neustadt am Kulm von ihrer Nachbarkommune. Speichersdorf ist nicht abgeneigt.

Das alte Pumphaus der Wasserversorgung Neustadt am Kulm, im Hintergrund der Rauhe Kulm.
von Arnold KochProfil

Bürgermeister Manfred Porsch informierte die Mitglieder des Gemeinderats über den Wunsch der Nachbargemeinde Neustadt am Kulm, einen gemeinsamen Trinkwasserverbund zu bilden. Hintergrund dazu ist, dass das Wasserwirtschaftsamt Weiden der Nachbarkommune zur Sicherung und Aufrechterhaltung der eigenen Wasserversorgung rät, eine Notversorgung aufzubauen. Derzeit kann Neustadt am Kulm nur durch einen Förderpunkt mit Trinkwasser versorgt werden. Es würde sich eine Verbundlösung mit Speichersdorf durch den Bau einer Verbindungsleitung von Lämmershof-Birkenhof-Guttenthau anbieten.

Porsch erläuterte, dass Neustadt am Kulm mit dem Tiefbrunnen am Großen Kulm nur eine Versorgungsmöglichkeit hat. Mit einer nur wenige Hundert Meter langen Pumpleitung zum Speichersdorfer Wasserversorgungsnetz bei Guttenthau könnte mittels einer neuen Pumpstation Trinkwasser in den Neustädter Hochbehälter bei Anlagenausfall gepumpt werden.

Mehrkosten selbst tragen

Porsch erinnerte daran, dass dieser Leitungsverbund samt Pumpstation bei Lämmershof bis zum Jahr 2000 bestand. Diese wurden nach Bau der neuen Wasserversorgung mit Hochbehälter am Großen Kulm aufgelöst und abgerissen. Der Wunsch nach einem Verbundpartner richtet sich nach Speichersdorf.

In der Diskussion wurde erörtert, dass ein dauerhafter Wasserbezug notwendig sei, um steten Wasserdurchfluss zu gewährleisten und eine Verkeimung durch stehendes Wasser zu verhindern. Die Kosten des Leitungsanschlusses trägt Neustadt am Kulm. Porsch verwies auf die kurz vor dem Bau stehende neue Verbindungsleitung von Lettenhof nach Guttenthau mit Durchmesser DN 150. Sie wurde bereits in Auftrag gegeben.

"Grundvoraussetzung für einen Wasserverbund und einer -lieferung ist die Mischbarkeit beider Wässer. Zudem muss die Kapazität der neu zu bauenden Leitung einschließlich der Mitversorgung von Neustadt am Kulm geprüft werden", meinte Porsch.

In der Diskussion stellte der Gemeinderat klar, dass Mehrkosten zulasten der Nachbarkommune gehen, die eigene Versorgungssicherheit gewährleistet und eine entsprechende Vereinbarung geschlossen werden muss. Der zusätzliche Wasserverkauf käme auch dem eigenen Wasserpreis zugute. Die Räte signalisierten bei Erfüllung der notwendigen Voraussetzungen Einverständnis für eine Notversorgung der Nachbargemeinde.

Kommandanten bestätigt

Der Gemeinderat kam dem Antrag des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) für einen Zuschuss für die Bodensanierung im Gemeindesaal nach. Durch die bisherigen Sanierungsarbeiten ist der bereits verbrauchte Fußboden schadhaft und muss erneuert werden. Die Kosten belaufen sich auf 3800 Euro. Der für Vereinsinvestitionen vorgesehene 7,5-prozentige Zuschuss in Höhe von 285 Euro wird bei Kostennachweis gewährt.

Die Räte bestätigten einstimmig die in den beiden ordentlichen Jahreshauptversammlungen neu gewählten Kommandanten: Feuerwehr Nairitz-Kodlitz: 1. Kommandant Markus Seitz, Stellvertreter Maximilian Popp; Feuerwehr Windischenlaibach: 1. Kommandant Tobias Opel, Stellvertreter Roland Küffner.

Für die Kommunalwahl erhalten die freiwilligen Wahlhelfer ein Erfrischungsgeld. Dieses beträgt am Wahlsonntag 50, am Tag darauf 30 und für eine notwendige Stichwahl 50 Euro. Der Landkreis beteiligt sich daran entsprechend. Auf Anfrage erklärte der Bürgermeister, dass die Wahlbeauftragten der Wahlvorschläge angeschrieben wurden, ob die Bewerber bereit sind, sich als Wahlhelfer zur Verfügung zu stellen. Freiwillige sind jedoch weiter notwendig. Es sind rund 114 Wahlhelfer in den jeweils fünf Urnen- und Briefwahllokalen notwendig. Es wird eine deutliche Steigerung der Briefwähler bis zur Hälfte der Wahlberechtigten erwartet.

Info:

Bedarfshaltestelle Guttenthau

Bereits 2002 beantragte ein Guttenthauer Bürger die Wiederinbetriebnahme des Bahnhaltepunktes Guttenthau. Dieses von der Gemeinde damals unterstützte Ansinnen lehnte die Bahn AG damals ab. Die Entscheidung wurde mit dem nicht nennenswerten Reisepotenzial dieses Haltepunktes begründet.

Nun liegt ein neuer schriftlicher Antrag von zwei Guttenthauer Bürgerinnen, der von 77 Unterzeichnern unterstützt wird, zur Beratung vor. Die beiden Initiatorinnen begründen ihre Forderung damit, dass dadurch das von vielen Seiten geforderte Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch eine Bedarfshaltestelle erweitert werden müsse. Per Beschluss unterstützte der Gemeinderat die Einrichtung der Bedarfshaltestelle am ehemaligen Guttenthauer Bahnhof. Ein entsprechender Antrag wird an die Bayerische Eisenbahngesellschaft und Bahn AG gestellt.

Info:

Termine

Bürgermeister Manfred Porsch gab die fünf Sitzungstermine des Gemeinderates bis zum Ende der alten Amtsperiode jeweils montags um 19 Uhr wie folgt bekannt: 3. und 17. Februar, 2., 20. und 29. April; Bauausschusssitzungen: 27. Januar um 18 Uhr, 6. April um 19 Uhr.

Notversorgung Blick Richtung Guttenthau
Notversorgung
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