18.02.2020 - 12:21 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Der Wassermix ist das Problem

Weitere Informationen zum von Neustadt am Kulm gewünschten Notverbund zur Wasserversorgung füllten die Tagesordnung des Speichersdorfer Gemeinderates. Die Wässer können nicht ohne Weiteres gemischt werden.

Bis zum Jahr 2000 gab es bereits eine Verbindungsleitung zwischen Guttenthau und Lämmershof (Bild), über die Trinkwasser aus Speichersdorf in den Hochbehälter am kleinen Kulm gepumpt werden konnte.
von Arnold KochProfil

In der letzten Zusammenkunft vor der Kommunalwahl am 15. März gab Bürgermeister Manfred Porsch die wichtigen Ergebnisse der Mischbarkeit des Trinkwassers der beiden Wasserversorgungen bekannt. Hintergrund ist ein Antrag der Stadt Neustadt/Kulm an die Gemeinde Speichersdorf, mittels einer Verbindungsleitung eine Notversorgung durch Speichersdorfer Trinkwasser für die Kulmstadt zu sichern.

Laut Porsch gab es bis zum Jahr 2000 eine Verbindungsleitung zwischen Guttenthau und Lämmershof, über die mittels Pumpwerk Trinkwasser aus Speichersdorf in den Hochbehälter am kleinen Kulm gepumpt werden konnte. Das Pumpwerk wurde abgerissen, die Leitung stillgelegt. Nun fordert das Wasserwirtschaftsamt von der Nachbarkommune, eine alternative Versorgung aufzubauen.

Unterschiedliche Säurekapazität

Porsch berichtete von einer Gesprächsrunde auf Bürgermeister- und Ingenieurebene. "Das Laborergebnis zur Untersuchung der Mischbarkeit liegt jetzt vor. Die beiden Wässer von Neustadt/Kulm und Speichersdorf können nicht uneingeschränkt gemischt werden." Grund dafür ist der deutliche Unterschied bei der Säurekapazität, dem Hydrokarbonatgehalt. Die pH- und Calzitlösekapazitätswerte beider Wässer entsprechen der Trinkwasserverordnung. Die mikrobiologische Stabilität sollte nach der Mischung noch untersucht werden.

Die Wasseranalysen ergaben, dass dem Speichersdorfer Trinkwasser bis maximal 36,6 Prozent Wasser aus Neustadt und umgekehrt 44,8 Prozent beigemischt werden, um die gleiche Beschaffenheit herzustellen. Porsch berichtete, dass die Nachbarkommune auch Verbindung zur Seitenbacher Gruppe aufnimmt, die die Wasserversorgung des Hochbehälters bei Filchendorf sicherstellt.

Zum Thema Wasserleitungserneuerung zwischen Lettenhof und Guttenthau erinnerte das Gemeindeoberhaupt daran, dass der Baufirma Bauer aus Erbendorf bereits vor diesem Antrag Neustadts der Auftrag zum Bau der 2540 Meter langen Verbindungsleitung erteilt wurde. Bei guter Witterung wird Ende März mit dem Bau begonnen.

Ja unter gewissen Bedingungen

Ein angefordertes Nachtragsangebot für die Vergrößerung des Leitungsquerschnittes von 160 auf 180 Millimeter ergab Mehrkosten von 39 702 Euro. Diese müssten von der Stadt Neustadt am Kulm getragen werden. Aufgrund des zeitlichen Problems, Terminplanung der Baufirma und der Mehrkosten wird die Leitung wie geplant gebaut. Sofern die Nachbargemeinde doch noch eine Notversorgung mit Speichersdorf aufbauen möchte, müsste alles vorher vertraglich fixiert und von ihr Mehrkosten getragen werden. Der Gemeinderat fasste hierzu einen einstimmigen Beschluss, dem Antrag auf Notversorgung unter vorgenannten Bedingungen nachzukommen, aber auch das eigene Leitungsprojekt nicht zu ändern.

Hintergrund:

Für Regionalbudget Anträge bis Ende März

Im Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILE) des Gebietszusammenschlusses Frankenpfalz im Fichtelgebirge gibt es ein neues Förderprogramm. Die ILE besteht aus den Gemeinden Emtmannsberg, Kirchenpingarten, Seybothenreuth, Speichersdorf und Weidenberg. Um die ökonomischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Lebensgrundlagen zu verbessern, wird der ILE ein neues Regionalbudget in Höhe von 100 000 Euro für 2020 zur Verfügung gestellt.

Förderfähig sind Kleinprojekte mit Gesamtkosten von maximal 20 000 und minimal 625 Euro, die noch nicht begonnen wurden, erläuterte Porsch. Gefördert wird die Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Verbesserung der Lebensverhältnisse sowie Sicherung und Verbesserung der Grundversorgung. Die Nettoausgaben werden bis zu 80 Prozent, maximal 10 000 Euro je Projekt bezuschusst. Den Antrag stellen können Privatpersonen, Vereine, Verbände, Stiftungen, Zweckverbände, Unternehmen, Kirchen und Kommunen.

Die Förderanfrage muss samt Maßnahmenbeschreibung und Kostenschätzung bis zum 31. März eingereicht und bis zu 30. September abgerechnet werden. Das Entscheidungsgremium bewertet dabei Kriterien wie Beiträge zur Orts- und Innenentwicklung, Schutz von Natur, Umwelt, Klima, Naturlandschaft, Stärkung von Familienfreundlichkeit und Generationengerechtigkeit, Stärkung von Tourismus, Freizeit, Kultur, Brauchtum und Identität. Informationen bei der ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge, Rathausplatz 1, Weidenberg.

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