24.10.2019 - 15:52 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Windenergie verliert an Boden

Der Wind weht zwar im Gemeindebereich Speichersdorf nicht weniger, doch dessen Nutzung durch Windkraftanlagen wird nicht leichter. Den ursprünglichen Überlegungen geht zunehmend die Puste aus.

Bebauungsplan Windenergie; die drei gestrichenen Vorranggebiete
von Arnold KochProfil

Den nächsten Schritt zur Aufhebung des sachlichen Teilflächennutzungsplanes "Windkraft" vollzog der Gemeinderat. Bei den darin ausgewiesenen Bereichen handelt es sich um drei Flächen. Dazu gehören ein an den Speinsharter Forst angrenzendes Areal südöstlich von Ramlesreuth und zwei Teilflächen an der Gemeindegrenze zur Stadt Creußen westlich von Kodlitz und nördlich beziehungsweise nordwestlich von Frankenberg.

Bürgermeister Manfred Porsch verdeutlichte, dass die Kommune erstmals ein solches Aufhebungsverfahren vornehme. Die Aufhebung benötige die gleichen Verfahrensschritte wie eine Neuaufstellung. Der Gemeinderat hatte dazu über die während der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange per Beschluss zu befinden.

Das Landratsamt wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Flächen nach wie vor als Vorrang-/Vorbehaltsflächen im Regionalplan Oberfranken-Ost ausgewiesen sind. Zudem habe die Aufhebung nur zur Folge, dass die Übergangsregelung des Artikels 82 Absatz 4 des Bayerischen Bauordnung keine Anwendung findet und damit die bayernweit eingeführte 10-H-Regelung gilt.

Bei der damaligen Aufstellung lagen der Abwägung damals übliche Bauhöhen von 150 Meter Naben- und 200 Meter Gesamthöhe zugrunde. Heute sind Anlagen mit 250 Metern Höhe üblich. Der Gemeinderat stellte beschlussmäßig fest, dass die Steuerung durch die 10-H-Regelung ausreiche und sich die Ausweisung von Konzentrationszonen damit erübrige. Klar sei, dass es damit indirekt zu einer Beschränkung der Windenergienutzung im Gemeindegebiet komme.

Die Deutsche Bahn AG erklärte, dass Windkraftanlagen (WKA) einen 1,5-fachen Abstand der Gesamthöhe zu Bahnanlagen einhalten müssen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bedauerte diesen Schritt aus landwirtschaftlicher Sicht, da der Flächenverbrauch durch WKAs wesentlich geringer sei als durch Freiflächenphotovoltaikanlagen. Alle sonstigen Stellungnahmen sahen keine Einwände gegen die geplante Aufhebung. Der Gemeinderat billigte den Planentwurf zur Aufhebung und die förmliche Beteiligung der Öffentlichkeit und beteiligten Behörden im nächsten Verfahrensschritt.

Günter Vogel (CSU) bat, das Bild des heiligen Florian am Feuerwehrgerätehaus wieder herzustellen. Franc Dierl (CSU) gab den Wunsch von Wirbenzer Bürgern weiter, die Tempo-80-Zone der Bundesstraße 22 auch über die süd-westliche Zufahrt zur Ortschaft hinaus auszudehnen. Zudem fragte er an, ob der Landfrauenchor die Proberäume der Fichtenhornbläser im Jugendtreff mitbenutzen kann.

Die nächste Sitzung findet am Montag, 11. November, statt. Ein Punkt ist dann die Vereidigung des neuen Plössener Ortssprechers Heiko Adelhardt.

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