23.04.2020 - 13:49 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Wohndorf nimmt nächste Hürde

Entscheidungen zum kommunalen Baurecht waren die beiden Hauptthemen der letzten Arbeitssitzung des Gemeinderates Speichersdorf in der ablaufenden Amtsperiode. Das Wohndorf 21 wird konkreter.

Seine letzte Arbeitssitzung hatte sich Bürgermeister Manfred Porsch anders vorgestellt.
von Arnold KochProfil

"Es ist zum Ende meiner Amtszeit für mich schon traurig." Das Abarbeiten seiner letzten Tagesordnung habe er sich anders vorgestellt: So beschrieb Bürgermeister Manfred Porsch die äußeren Umstände der Gemeinderatssitzung, die zum zweiten Mal aus Abstandsgründen in der Festhalle abgehalten wurde.

Als erster Hauptpunkt stand der nächste Schritt im Aufstellungsverfahren des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Am Herrenweiher" an. Das Gremium hatte die in der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen zum Baugebiet in Plössen abzuwägen und Beschlüsse zu fassen. Porsch erläuterte, dass auf Forderung des Straßenbauamtes neben der bereits ausgewiesenen Linksabbiegespur nun auch die dazugehörigen Sichtdreiecke im Planteil einhalten sind.

Die nicht unerheblichen Baukosten an der Staatsstraße 2184 muss der Erschließungsträger nach einer noch zu treffenden Vereinbarung tragen. Zudem erfolgte in der Bebauungsplanlegende die Beschreibung der 20-Meter-Bauverbotszone. Dem behördlichen Hinweis zur Verkehrslärmbelastung trug der Planer durch Lärmschutzmaßnahmen Rechnung. Für zwei etwa 40 Meter entfernte Bauparzellen sind die Schlafräume auf die straßenabgewandte Seite zu legen und Schallschutzfenster einzubauen.

Dem Einwand des Landratsamtes, die öffentlichen Straßenflächen genauer zu bezeichnen und die Bauabschnitte des allgemeinen Wohngebietes zusammenzuführen, trug man Rechnung. Dem Wunsch die Nord-Süd-Ausrichtung der Gebäude in Teilen anzupassen, kam man nicht nach, da die Grundstückszuschnitte und Flächennutzung dies wegen des neuen Gebäudekonzeptes nicht zulassen. Die Bauvorschriften und Regelbeispiele sind dahingehend geändert, dass nur mehr Satteldächer zulässig sind und die Gebäudehöhe von 10,5 wesentlich auf 4,5 Meter vermindert wurde. Das Tagespflegegebäude wurde in eine Zentraleinheit geändert, in der Praxen oder ein Café integriert werden können.

Für die größeren Wohneinheiten ist die Möglichkeit, zwei Stellplätze zu schaffen, gegeben. Für die kleineren Wohnungen im Wohndorf 21 wird je ein Stellplatz als ausreichend erachtet. Die Abteilung Wasserrecht und das Wasserwirtschaftsamt wiederholten ihre Forderung, die alte Kläranlage aufzulassen, die Förderleistung des vorhandenen Pumpwerkes zu erhöhen und Drainagewasser in den Niederschlagswasserkanal einzuleiten. Für dessen Einleitung in den Herrenweihergraben ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Zudem sind die Belange des Hochwasserschutzes und Gewässerpflege zu berücksichtigen, obwohl keine entsprechenden Festlegungen vorhanden sind.

Laut Porsch hat sich die Gemeinde einen vier Meter breiten Streifen für Gewässerunterhaltsmaßnahmen gesichtert. Den Forderungen wurde nachgekommen. Das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten regt die Aufnahme eines Hinweises auf mögliche Beeinträchtigungen durch Landwirtschaft auf den angrenzenden Flächen an. Gleiches gilt für Lärmemissionen mittels Fluglärm durch das Luftamt Nordbayern. Die entsprechenden Beschlüsse zu den Einwänden und Planänderungen waren einstimmig. Einwände seitens der Bürger lagen nicht vor.

Der Gemeinderat billigte die geänderte Planung und beschloss eine erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes samt -vorschriften.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.