17.07.2020 - 12:22 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Zukunft des alten Kirchenlaibacher Schulgebäudes: Studie soll helfen

Eine Immobilienbaustelle mehr steht auf der Zukunftsagenda der Gemeinde Speichersdorf. Der Bauausschuss beschäftigte sich mit der Frage, was aus dem alten Schulgebäude in Kirchenlaibach werden soll.

Mit Vertretern der Kirchenlaibacher Feuerwehr besichtigte der Bauausschuss im Alten Schulhaus den Schulungsraum der Feuerwehr und den Treffpunkt der Krieger- und Soldatenkameradschaft.
von Arnold KochProfil

Zu den Ortsbesichtigungen des Bauausschuss gehörte auch der Besuch des alten Schul- und Rathausgebäudes im Herzen von Kirchenlaibach. Bürgermeister Christian Porsch erläuterte, dass zu Schuljahresende die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) ihren Betrieb einstellt und der Raum im Erdgeschoss und der Turnraum im Obergeschoss vorerst leerstehen werden. Des Weiteren befindet sich im Erdgeschoss der Schulungs- und Versammlungsraum der Kirchenlaibacher Feuerwehr sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Seit rund zehn Jahren steht im Dachgeschoss eine rund 100 Quadratmeter große Wohnung leer.

Beim Rundgang erklärte Porsch, dass die Nachnutzung der SVE-Räume ungeklärt sei. Das gesamte Gebäude sei nicht barrierefrei und in großen Teilen sanierungsbedürftig. "Aktuell ist für die Gebäudesanierung keine Förderung in Sicht. Wir müssen bei Investitionen auch an die Wirtschaftlichkeit der weiteren Verwendung des alten Schulhaus- und Rathauses denken. Aktuell sind nur kleinere Reparaturkosten im Haushalt eingestellt", informierte der Rathauschef.

Die anwesenden Vertreter der Feuerwehr ergänzten, dass die Räume des angrenzenden Gerätehauses an die Heizungsanlage des Gebäudes angeschlossen seien. Die auf zwei Stockwerke verteilten Toiletten der Brandschützer seien nicht barrierefrei und in die Jahre gekommen. Das Erdgeschoss sei ohne Warmwasserversorgung.

Gebäude ortsprägend

Die Ausschussmitglieder wandten ein, dass das mit Fachwerk gebaute Gebäude ortsprägend und geschichtsträchtig sei. Ein Abriss und anderweitige Nutzung des zentralen Grundstückes sollte deshalb wohlüberlegt werden.

Eine erste Kostenschätzung ergab nach der Information des Bürgermeisters Kosten für die Dacherneuerung in Höhe von 112 000 und für die Sanierung der Dachgeschosswohnung von rund 195 000 Euro. In der anschließenden Diskussion waren zahlreiche Aspekte pro und kontra Gesamtsanierung zu hören. Fehlender Brandschutz, zweiter Rettungsweg neben dem vorhandenen Holztreppenhaus, abgeschlossene Wohnung samt separatem Zugang und Vereinbarkeit der Vereins- und Privatnutzung waren nur einige der Argumente, die bei der Entscheidung abzuwägen sind. Auch der Abriss und folgende wohnbauliche Nutzung durch Änderung der Grundstückszuschnitte wurden vorgeschlagen.

Ein Hauptargument hinsichtlich der weiteren Nutzung und Gebäudesanierung sind die Kosten und die Wirtschaftlichkeit. "Eine wirtschaftlich sinnvolle Vermietung der Dachgeschosswohnung ist aufgrund der hohen Sanierungskosten ohne Förderung kaum darstellbar", erklärte Porsch. Dabei wurde eingebracht, dass bei der Dachsanierung samt Erkerrückbau und Schornsteinabriss Kosten eingespart werden könnten. Fraglich ist hier der Einbau einer Wärmedämmung.

Eine weitere Station des Bauausschusses war der Kindergarten St. Franziskus.

Speichersdorf

Für die Mitglieder der Feuerwehr ist der Erhalt der genutzten Räume oder eine Ersatzlösung unabdingbar, um die Einsatzbereitschaft der Ortswehr zu gewährleisten. Letzteres gestaltet sich jedoch aufgrund der Grundstücksverhältnisse schwierig. Vorstellbar ist laut Porsch ist eine weitere Nutzung für soziale Zwecke der Kommune.

Entscheidungshilfe für Gemeinderat

Die Ausschussmitglieder fassten im Konsens zusammen: Geprüft werden müssen die Alternativen neues Treppenhaus und Wehrtoilettenanlage gesamte Nachnutzung des Gebäudes in Form einer Mindestlösung oder Abriss samt weiterer Grundstücksnutzung. All dies soll in einer auszuschreibenden ergebnisoffenen Studie durch einen Architekten untersucht werden, um dem Gemeinderat eine Entscheidungshilfe zur Sanierung und Folgenutzung zu geben. Der Beschluss dazu war einstimmig.

Seit rund zehn Jahren steht die etwa 100 Quadratmeter große Dachwohnung leer. Eine Sanierung würde geschätzt knapp 200 000 Euro kosten.
Hintergrund:

Demnächst Abriss des Gefrierhauses

Beim Thema „Sonstiges und Bekanntgaben“ berichtete Bürgermeister Christian Porsch, dass die Serverumstellung im Rathaus abgeschlossen ist und wieder Normalbetrieb stattfindet. Er ergänzte den Hinweis im Gemeindebrief zur Verpflichtung der Straßenanlieger, die Schachtdeckel mit Oberflächenwasserablauf und Sinkästen von Schwemmgut freizuhalten.

Demnach ist nur die oberflächige Beseitigung, nicht aber die Reinigung von eingebauten Fangkörben und -eimern gemeint. Dazu wurde ein Fremdunternehmen beauftragt, diese Arbeit in den nächsten Wochen zu erledigen.

Claudia Fischer (SPD) bat, die Aufstellung eines „Vorsicht Reiter“- oder eines „Tempo 30“-Schildes im Bereich des Reiterclubs am Kulm zu prüfen. Karlheinz Sehnke (FWG) regte die Aufstellung eines Verkehrsspiegels im Bereich der Einmündung der Kreuz- in die Staatsstraße an. Zudem wiesen beiden auf Straßenschäden im Bereich der Kreuz- und Schillerstraße hin.

Auf die Anfrage von Gemeinderat Gerd Zetlmeisl (CSU) zur künftigen Planung des Gefrierhausgrundstückes am Kirchenlaibacher Friedhof erklärte der Bürgermeister, dass nach Rücksprache mit dem bisherigen Nutzer der Abriss und eine Überplanung der Fläche bevorstehen.

Mit Vertretern der Kirchenlaibacher Feuerwehr besichtigte der Bauausschuss im Alten Schulhaus den Schulungsraum der Feuerwehr und den Treffpunkt der Krieger- und Soldatenkameradschaft.
Auch von außen machte sich der Bauausschuss ein Bild vom Alten Schulgebäude.
Auch von außen machte sich der Bauausschuss ein Bild vom Alten Schulgebäude.
Auch von außen machte sich der Bauausschuss ein Bild vom Alten Schulgebäude.
Informationen:

Discounter darf Verkaufsfläche erweitern

Dem Bauausschuss lagen fünf Bauanträge zur Zustimmung und Kenntnisnahme vor. Ein Ehepaar hat für ein Grundstücke in der Albrecht-Dürer-Straße beantragt eine isolierte Befreiung für ein genehmigungsfreies Nebengebäude unter 75 Kubikmeter Rauminhalt beantragt.

Der Discounter Norma möchte seine Filiale erweitern. Es soll die bereits überdachte Anlieferungszone und Laderampe mit einem Flächenmaß von 7 mal 21 Meter genutzt werden, um die Verkaufsfläche mit geringfügiger Überschreitung der Baugrenze zu erweitern. Beiden Vorhaben stimmte das Gremium zu.

Der Eigentümer eines Anwesens in der Breslauer Straße plant, den Balkon im ersten Stock seines Wohngebäudes einzuhausen. Die Zustimmung der Nachbarn liegt vor. Eine baufällige Scheune mit Satteldach soll erneuert werden. Auf dem geplanten Pultdach soll eine Photovoltaikanlage Platz finden. Die dazu notwendige Abstandsflächenübernahme des Nachbarn liegt vor. Auch hierfür gab es Zustimmung. Der Bauausschuss nahm vom genehmigungsfreien Wohnhausneubau mit Carport von zwei Bauherren im Hopfengarten im Zuge des Freistellungsverfahrens Kenntnis.

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