02.12.2018 - 15:39 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Ausstellung zu Adventskalendern

Im Kloster Speinshart ist eine Ausstellung zur Geschichte des Adventskalenders zu sehen. So wie heute haben die "Zählhilfen" nicht immer ausgesehen.

Die Sammlerin Esther Gajek (rechts) erklärte den Besuchern bei der Ausstellungseröffnung, was es mit den Adventkalendern und ihren Motiven auf sich hat.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude: Nicht nur darum gehören die 24 geheimnisvollen Türchen – in der Gegenwart sind es meistens Türchen, was aber nicht immer so war - des Adventskalenders zu den schönsten vorweihnachtlichen Bräuchen.

Mit der Geschichte des Adventskalenders befasst sich die Ausstellung im Kloster Speinshart, die noch bis zum 23. Dezember gezeigt wird. Die Exponate sind Eigentum der Sammlerin Esther Gajek aus Regensburg, die bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitagabend einige Exponate vorstellte und zugleich Anmerkungen zur Entwicklung dieser „Zählhilfe“ für Kinder machte.

„Ein Advent ohne Adventskalender ist heute undenkbar“, sagte Gajek, in deren Sammlung sich etwa 3000 Exemplare befinden. Natürlich hat nur ein geringer Teil davon den Weg in die Ausstellung gefunden, die Auswahl macht aber deutlich, welche Facetten von Kalendern es gibt und auch wie sich die Herstellung im Laufe der Zeit verändert hat. Die Kalender sollten in früheren Zeiten den Kindern Geduld und Beherrschung vermitteln, führte Gajek aus, während es heute eher um die reine Vorfreude geht. „Es gibt ja heute auch viele Spielzeugkalender und teure Versionen für Erwachsene. Sie sollen die Vorfreude steigern und auf Weihnachten einstimmen“, so die Sammlerin.

Die Funktion der selbstgemachten Adventkalender als „Zählhilfe“ durch die vorweihnachtliche Zeit hatte es schon ab Mitte des 19. Jahrhundert gegeben. In der einfachsten Form wurden beispielsweise 24 Kreidestriche an die Zimmertüre angebracht. Auch Adventkalender in Abreißform habe es gegeben. „Die ersten Türchen-Kalender gibt es etwa ab 1910/20“, berichtete Gajek. Ganz besondere Exemplare sind auch Adventskalender mit Figuren zum Ziehen, eines dieser Exponate ist betitelt mit „Das Christkind im Walde“. Die Motive auf den Kalendern sind vielfältig – sie reichen von der Winterlandschaft über Märchen- und Disney-Motive bis hin zu Weihnachtsmotiven und einem Adventshäuschen mit Bibelmotiven. Auch das Motiv eines Kirchenschiffes ist in der Ausstellung zu sehen. „Das hat dann schon etwas von einem illustrierten Religionsunterricht“, so die Adventskalender-Expertin.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 23. Dezember im Oberen Konventgang an allen Sonn- und Feiertagen zwischen 13.30 und 17 Uhr zugänglich. Außerhalb dieser Zeiten ist eine Besichtigung auch auf Anfrage unter der Telefonnummer 09645/601 93 601 möglich.

Auch ein Adventskalender mit Figuren zum Ziehen fehlt in der Ausstellung nicht

Insgesamt 3000 Sammelstücke besitzt Esther Gajek. Eine kleine und zugleich ausdrucksstarke Auswahl wird im Kloster Speinshart gezeigt.

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