Ist Jesus Christus die große Leidenschaft von Stephan Klenner-Otto? Der Gott des Trostes macht uns stark, sagt der Künstler jedenfalls bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Oberen Konventgang der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart. Das Thema „Der inszenierte Tod“ macht neugierig. In seinen Kreuzwegstationen zeichnet „SKO“ das furchteinflößende Nichts. Hoffnung, Angst, Wiedergeburt. Die Ausstellung wird zur grundlegenden Auseinandersetzung mit dem menschlichen Sein und mit dem Tod.
In diesen Tagen und Wochen an Aktualität nicht zu überbieten. Die Coronakrise lähmt uns immer noch, der Krieg in der Ukraine zerstört Leben, zerbricht vieles, bringt Sorge und Angst. Der „Verlierer“ ist trotzdem der Tod, sagt der Künstler bei der Ausstellungseröffnung. Klenner-Otto zeichnet in seinem „Kreuzweg“ den Kern des Glaubens und der Hoffnung. Die Literatur bildet das Zentrum im künstlerischen Schaffen des Oberfranken. Seine Spezialität sind Porträts von Dichtern und Komponisten, dazu Illustrationen biblischer Weltliteratur. Meist handelt es sich um Radierungen. Bei der Vernissage begegnen zahlreiche Besucher einem humorvollen und lebensfreudigen Künstler, ganz im Gegensatz zu den Radierungen über das Leiden Jesu Christi in den 14 Kreuzwegstationen. Klenner-Otto ist kein religiöser Künstler. Das kommt ihm bei einem solchen Thema eher zugute. Die eindringlichen Radierungen sind frei von jeglichem Pathos und von Frömmelei. Sie geben hingegen dem zu erwartenden Tod und dem Leid auf dem Weg dorthin Ausdruck und ästhetische Gestalt.
Die Ausstellung zeigt zudem weitere Werke des Kulturpreisträgers über seine oberfränkische Heimat. Radierungen mit Heimatrauschen. „Ich bin der Natur verhaftet“, versichert Klenner-Otto. Deshalb zeichnet er auch kleine, ausdrucksstarke Kunstwerke, etwa zu den Themen „Bäume“, „Alte Weide“ und „Der undurchdringliche Wald“. „Ich möchte schnelle Blickerlebnisse schaffen“, sagt der Künstler. Ein bemerkenswertes Angebot an abwechselnd düsteren und humorvollen Zeichnungen, die meisterhaft das menschliche Dasein erfassen und der Natur mit tanzenden und spielenden Objekten mit grimmig dreinschauenden Zwergen Raum geben. Insgesamt sind 41 Werke zu bestaunen. Musikalische Farbtupfer liefert das Vokalensemble TANA, eine Quartett aus dem Bereich der Evangelischen Musikhochschule Bayreuth. Die Ausstellung ist bis Ostern sonn- und feiertags jeweils von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.















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