21.02.2021 - 13:29 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Bauleitplan für Gewerbegebiet Tremmersdorf

Auch in den Dörfern brummen Wirtschaft und Handwerk. Im Gewerbegebiet Tremmersdorf will die Gemeinde deshalb innovativen Jungunternehmern zu einem Start-up verhelfen. Das geht aber nur mit einer vorausschauenden Bauleitplanung

Einige Firmen haben sich im Tremmersdorfer Gewerbegebiet schon angesiedelt. Weitere sollen folgen. Voraussetzung ist eine offizielle Gewerbegebietsausweisung im Form eines Bebauungsplanes.
von Robert DotzauerProfil

Mehr Transparenz soll ein Bebauungsplan bringen, den der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mit einem offiziellen Aufstellungsbeschluss für das „Gewerbegebiet Klingen“ auf den Verfahrensweg brachte. Bisher waren es nur Einzel-Baugenehmigungen ohne formellen Bebauungsplan, die eine Firmenansiedlung im einzigen Gewerbegebiet der Gemeinde in Tremmersdorf ermöglichten.

Seit über 15 Jahren ist die Maschinenbaufirma von Otto Wagner (TMG) in diesem Areal östlich des Sportgeländes beheimatet. „Eine gute Betriebsansiedlung“, wie Bürgermeister Albert Nickl in der Gemeinderatssitzung bekannte. Auch dem Jungunternehmer Michael Schmid machte es die Gemeinde möglich, sich jenseits eines rechtskräftigen Bebauungsplanes neben dem Kleintierzüchterheim Tremmersdorf anzusiedeln. Von zwei weiteren jungen Unternehmen gibt es Anfragen nach Gewerbegrund, verriet der Bürgermeister.

Bebauungsplan Basis für weitere Betriebsansiedlungen

Zeit also, das Gebiet auch formell planerisch weiterzuentwickeln. Ein offizieller Bebauungsplan soll dafür die Voraussetzungen schaffen. Der Bürgermeister drängt deshalb zur Eile. „Es geht um den Erhalt und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze“, betonte Nickl. Jede Arbeitsstelle sei gut für die Menschen und ihre Heimat. Um die rechtliche Basis für weitere Betriebsansiedlungen zu schaffen, bedürfe es einer geordneten Bauleitplanung.

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Die Basis dafür ist bereits der Flächennutzungsplan der Gemeinde. Auf diese vorbereitende Bauleitplanung aufbauend legte Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer der Ratsversammlung Entwürfe zur geringfügigen Änderung des Flächennutzungsplanes im Rahmen der Erweiterung des Gewerbegebietes und für einen Bebauungsplan „Gewerbegebiet Klingen“ vor. Mit zirka 7.000 Quadratmetern fällt die Ergänzung des Flächennutzungsplanes eher bescheiden aus. Mit 6,23 Hektar ist allerdings die Größe des künftigen Gewerbegebietes bemerkenswert.

Grundlage für die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sind die Entwürfe für die Bauleitplanung, die der Planer mit dem Rat diskutierte. 27 Seiten lang ist der Begleittext, der die wesentlichen Anforderungen an die 5. Änderung des Flächennutzungsplanes umfasst. Für die Genehmigung förderlich nannte der Diplom-Ingenieur die Vorgaben der Landesentwicklungsplanung und die Berücksichtigung von Empfehlungen im Regionalplan. Auf diese Vorgaben und Anregungen aufbauend verwies der Planer besonders auf die Untersuchungen der Umweltauswirkungen und auf eine gesicherte Erschließung. Ohne auf weitere Details einzugehen, empfahl er, zunächst die erste Verfahrensrunde abzuwarten.

Sieben Bauparzellen

Schon konkreter, weil es sich um künftige verbindliche Festsetzungen handelt, äußerte sich Oberndorfer zum Bebauungsplan-Entwurf für das Gewerbegebiet. Erklärungsbedarf gab es besonders über das Maß der vorgesehenen baulichen Nutzung, zu den überbaubaren Grundstücksflächen, aber auch zur Verpflichtung zur Anlage öffentlicher und privater Grünflächen. Der Entwurf sieht die Aufteilung des Areals auf sieben Parzellen, eine offene Bauweise und möglichst flexible Baugrenzen vor. 0,6 soll der Faktor der sogenannten Grundflächenzahl betragen.

Eine kurze Debatte entwickelte sich über künftige Bauhöhen der Gebäude. Der Planungsentwurf enthält eine Begrenzung auf zehn Meter. Daneben gibt es Regelungen zur Eingrünung der Parzellen mit Sträuchern und zu Baumpflanzungen entlang der Erschließungsstraßen, um ein harmonisches Gesamtbild des Geländes zu erreichen. Oberndorfer verwies zudem auf die bereits vorhandene Erschließung der Grundstücke und machte auf die Notwendigkeit einer Regenrückhaltung und eines Lärmgutachtens aufmerksam. Nicht zulässig ist laut Entwurfstext die Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben.

Die ersten Verfahrensschritte zur Einleitung der Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet billigte das Gremium einstimmig. Es folgt nach den Vorgaben des Baugesetzbuches die sogenannte frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit mit der einmonatigen Auflage der Vorentwürfe und die Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange.

Die wichtigsten Punkte der Planungsentwürfe erläuterte Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer.

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