Speinshart
13.12.2019 - 13:15 Uhr

Von Baulücken bis Verkehrsberuhigung

Eines wird gleich zu Beginn der Nominierungsversammlung deutlich: Von Seiten der Freien Wähler in Speinshart wird es bei der Kommunalwahl 2020 keinen Gegenkandidaten für den amtierenden Bürgermeister Albert Nickl geben.

Im Bild die Nominierten der Freien Wähler für den Gemeinderat um Vorsitzenden Holger Götz (vorne, links) mit den Wahlleitern Karl Lorenz und Thomas Riedl aus Eschenbach (stehend, von links). Bild: jma
Im Bild die Nominierten der Freien Wähler für den Gemeinderat um Vorsitzenden Holger Götz (vorne, links) mit den Wahlleitern Karl Lorenz und Thomas Riedl aus Eschenbach (stehend, von links).

Bei der Zusammenkunft im Gasthaus Schmid in Tremmersdorf stellten sich die Freien Wähler (FW) geschlossen auf und nominierten einstimmig neun Mitglieder aus allen Ortsteilen der Kommune für die Wahl zum Gemeinderat. Die beiden Wahlleiter, Bürgermeisterkandidat Thomas Riedl aus Eschenbach und der zweite Bürgermeister von Eschenbach, Karl Lorenz, beglückwünschten danach die Bewerber und wünschten ihnen einen erfolgreichen Wahlausgang.

„Von unseren Zielen zur Kommunalwahl im Jahre 2014 wurden viele erreicht“, stellte Freie-Wähler-Vorsitzender Holger Götz in seiner Rede rückblickend fest. So seien die Schulden fast gänzlich abgebaut worden. Dass das nicht ganz geschafft wurde, habe an den vielen Investitionen - wie der energetischen Sanierung der Grundschule sowie der Offenen Ganztagsschule - gelegen. Auch wurden Straßensanierungen realisiert, der Breitbandausbau angegangen und der Schulstandort erhalten.

Für die Vorstellung des Wahlprogrammes 2020 ist ein Flyer in Arbeit, der baldmöglichst verteilt werden soll. Darin seien einige Punkte aufgeführt, die den Freien Wählern am Herzen liegen, betonte Götz und sprach etwa Straßensanierungen an, zum Beispiel die Betonstraße neben dem Solarpark Barbaraberg und den Haselbrunner Weg in Tremmersdorf.

Die Freien Wähler wollen außerdem Wirtschaftsbetriebe in der Gemeinde stärken und Letztere interessanter machen für Firmen, "damit das Gewerbegebiet in Tremmersdorf nicht ewig brach liegen bleibt und sich Betriebe nicht in Wohngebieten ansiedeln, beispielsweise in Zettlitz und Münchsreuth". Weitere Anliegen sind ihnen die Rekultivierung der Lehmgrube und ein besser überwachter Abbau in der Tongrube Barbaraberg.

Zudem sollte die Innensanierung des in die Jahre gekommenen Gemeindezentrums vorangetrieben werden. "Der Planer hätte sogar die barrierefreie Toilette im Erdgeschoss vergessen, wenn wir nicht darauf hingewiesen hätten", merkte der FW-Vorsitzende an. Stattdessen sei diese im ersten Stock vorgesehen gewesen. Auch geht es den Freien Wählern um eine weitere Verkehrsberuhigung an den Kreis- und Staatsstraßen durch die Ortschaften, die Schaffung von weiteren Möglichkeiten für erneuerbare Energien mit Bürgerbeteilung und die Ausweisung weiterer Baugebiete, wenn nicht anders möglich. Vorrangig solle aber versucht werden, die Leerstände und Baulücken in den Orten zu füllen, machte Götz deutlich.

Weiteres Ziel sei es, einen konsequenten Schuldenabbau voranzutreiben, da die Pro-Kopf-Verschuldung durch die "durchaus sinnvollen Investitionen" der vergangenen Jahre wieder deutlich gestiegen sei. "Durch die Finanzspritzen zur Haushaltskonsolidierung hatten wir schon mal 371 Euro erreicht, laut aktuellem Haushalt sind wir wieder bei 641 Euro in 2018 angelangt", fügte der Redner hinzu und wies zugleich auf das Haushaltsvolumen von "beachtlichen 4,1 Millionen Euro" hin. Durch bereits eingeplante Investitionen werde sich die Verschuldung jedoch in zwei Jahren auf circa 823 Euro pro Kopf belaufen.

Nicht zuletzt dürfe der Breitbandausbau nicht auf dem aktuellen Niveau stehen bleiben, fordern die Freien Wähler. "Es sind nun zwar alle Haushalte mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde angebunden, aber der Blick in unseren Nachbarlandkreis Tirschenreuth zeigt, dass es auch Fördermittel gibt für Regionen, die bereits mehr haben", sagte Götz. Ziel müsse es sein, in den nächsten Jahren jedes Haus mit Glasfaser anzubinden.

„Das sind zusammen genommen alles sehr gute Punkte für die nächsten Jahre“, resümierte er. Einige Punkte davon schreibe sich die CSU auf die Fahnen, seien aber durch den Anstoß der Freien Wähler überhaupt erst angesprochen wurden, erklärte er und führte als Beispiele die Querungshilfen in Tremmersdorf beim Sportheim als verkehrsberuhigendes Mittel bei der dortigen Bushaltestelle an. "Nichtsdestotrotz schadet es nicht, wenn auch andere Parteien unsere Ziele verfolgen, denn dann wird die Verwirklichung leichter, wenn man ihnen aufzeigen kann, dass sie diese Punkte bereits bei ihren Wahlversprechen aufgelistet hatten.“

Im Blickpunkt:

Die Gemeinderatskandidaten der Freien Wähler

1. Holger Götz, 42 Jahre, Fachinformatiker, Gemeinderat aus Haselbrunn; 2. Robert Kausler, 43 Jahre, Steuersachbearbeiter, Gemeinderat aus Münchsreuth; 3. Michael Traßl, 42 Jahre, Spenglermeister aus Speinshart, 4. Peter Gradl, 38 Jahre, Konstruktionsmechaniker aus Haselbrunn; 5. Johann Götz, 56 Jahre, Kfz -Mechaniker aus Höfen; 6. Andrea Müller, 53 Jahre, Angestellte aus Tremmersdorf; 7. Georg Schmidt, 50 Jahre, Facharbeiter aus Münchsreuth; 8. Wolfgang Wagner, 40 Jahre, Industriemeister Metall aus Barbaraberg; 9. Hildegard Schmid, 53 Jahre, Gastwirtin aus Tremmersdorf.

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