28.07.2019 - 08:58 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Berauschender Klosterabend mit Singing Witt

Hinter Klostermauern von Speinshart demonstriert das mächtige Ensemble von Singing Witt ein perfektes Sängerfest. Fast 60 Mitwirkende, alles Mitarbeiter, formierten zu einer bezaubernden klanglichen Einheit.

von Robert DotzauerProfil

Ein berauschendes Bild. Zwei Stunden voller unvergesslicher Lieder und Songs aus Musicals und Filmmelodien hatte Singing Witt im Gepäck.

Der Chor verstand es, von Anfang an die gut 500 Besucher im Innenhof der Prämonstratenser-Abtei in das Programm einzubinden. So ermunterten die Sänger schon vor dem Weg auf die Bühne das Publikum zum Mitsingen der Bayernhymne und auch der Einzug der Witt-Gladiatoren wurde im strahlenden Glanz der im Abendrot glitzernden Turmkreuze der Klosterkirche zum berührenden Erlebnis.

Das „Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsere weit und breit“ wurde zum leidenschaftlichen Bekenntnis für die Heimat Oberpfalz. Unter dem emotionalen Dirigat von Stefanie Zühlke-Schmidt stimulierte Singing Witt hinter Klostermauern Körper, Geist und Seele. Gesang macht Menschen glücklich. Am Freitagabend bestätigte sich diese Erfahrung mit dem beglückendem Auftritt für Gottes Lohn, denn es handelt es sich doch um ein Benefizkonzert für einen guten Zweck zugunsten des Klosters.

Das Repertoire des Firmen-Chores war in Speinshart breitgefächert und war nach dem Geschmack der rekordverdächtigen Hörerschaft. Entspannt und galant, glockenreine Frauen- und Männerstimmen, dezent schmeichelnd und dann wieder mit explosiver Stimmgewalt und mitreißenden Temperamentsausbrüchen rollte an „heiliger Stätte“ über das Publikum ein musikalischer Sommernachtstraum.

Mitreißend war schon der Auftakt. Der Chor präsentierte sich im Stil der Les Humphries Singers. Dann folgte eine Traummelodie nach der anderen. Mit „All you need is love“ und „Lady Madonna“ erinnerten die Witt-Leute an die Beatles-Legenden John Lennon und Paul McCartney. Den Kuss der Muse beschrieb der romantische Song „The Rose“ und von weit weg schien der zarte Klang der Stille (Sound of Silence) zu kommen.

Die spektakuläre Dimension des Benefizkonzertes erwies sich auch in den folgenden Beiträgen als mitreißend. Das „Hearst as net“ von Hubert von Goisern wurde zum alpenländisch-musikalischen Kracher. Diesem Höhenflug folgte in Erinnerung an „Anita“, einer verstorbenen Gesangskollegin, das berührende „Amoi segn ma uns wieda" von Andreas Gabalier. Viel Bewegung und überraschende Arrangements folgten. In jeder Frau steckt ein Stück „Hefe“ hieß es samt origineller Präsentation eines Hefezopfes und beim „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ kam es witzig und romantisch zu Temperamentsausbrüchen im Stil der legendären Comedian Harmonists.

Mit immer neuen Ideen und überraschenden Wendungen neigte sich das begeisternde Chorkonzert dem Ende zu. Gewürzt mit hinreißenden Solobeiträgen versank der Chor in romantischen Welten. „You raise me up" (Du ermutigst mich) gehörte zu diesen Songs oder „From a distance“, ein Welthit zum Träumen oder das lyrische Herz-Schmerz-Drama, „The winner takes it all“. Mit dem afrikanischen Gebetslied „Ukuthula“ und dem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen „Der Mond ist aufgegangen“ endete der Abend. Drei Zugaben mussten schon sein.

Stehende Ovationen der Hörerschaft begleiteten den Abgang. Für Chorleiterin Zühlke-Schmidt ein erneuter Triumph, dessen Erfolgsrezept so einfach klingt: „Die Gemeinschaft beflügelt zu immer neuen musikalischen Höhenflügen“. Auf diese darf sich die riesige Singing-Witt-Fangemeinde freuen, wenn der Chor im Dezember in der Max-Reger-Halle in Weiden auftritt. Freude wird es auch bei mancher gemeinnütziger Hilfsorganisation geben. "Die Singing-Witt-Spenden erreichen bis zum Jahresende die 100.000 Euro-Marke", gab die Dirigentin bekannt.

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