16.12.2018 - 16:32 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Blitzer sollen Raser bremsen

Gebührenpflichtige Verwarnungen und Bußgeldbescheide in der Weihnachtspost - soweit ist es noch nicht. Doch in Speinshart sind die Blitzer schon ganz nah. Im Januar soll der Gemeinderat über eine kommunale Verkehrsüberwachung entscheiden.

Eilige Verkehrsteilnehmer müssen eventuell bald unter anderem in Tremmersdorf mit Blitzern rechnen. Bürgermeister Albert Nickl drängt auf Radarkontrollen durch eine Organisation zur kommunalen Verkehrsüberwachung. Eine Entscheidung darüber soll im Januar im Gemeinderat fallen.
von Robert DotzauerProfil

Angedacht ist, vor allem in den Ortsdurchfahrten von Tremmersdorf und Münchsreuth gegen Schnellfahrer energisch durchzugreifen. Die Schlussfolgerung sind Radarkontrollen. Im Auftrag der Kommune sollen andere diese für Verkehrsteilnehmer unpopulären Arbeiten erledigen. Bürgermeister Albert Nickl denkt dabei an die Kommunale Verkehrsüberwachung Ursensollen. Dort sind Experten angesiedelt, die viel Erfahrung bei der Jagd auf eilige Transitgäste haben. Eine Hurra-Stimmung in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend gab es für diese Überlegungen nicht. Indirekt befürchten einige Räte vielmehr "Bauchschmerzen".

Der Diskussion waren auf Wunsch der Kommune gezielte Geschwindigkeitskontrollen der Polizei vorausgegangen. Allerdings sprechen deren Messergebnisse eine andere Sprache: Die Rede ist von geringen Beanstandungsquoten. Zwar seien in Tremmersdorf und Münchsreuth vereinzelt Geschwindigkeiten von bis 85 Stundenkilometer gemessen worden, zitierte Bürgermeister Albert Nickl aus dem Polizeibericht. Dennoch bewerteten die Gesetzeshüter die Beanstandungsquote zwischen 0,95 und 2,63 Prozent als vernachlässigbar.

Dennoch sind die Planungen zur Einführung von Kontrollen durch ein kommunales Unternehmen schon weit gediehen. Als Argumente dienen die Messungen mit Smiley-Geräten an den Ortseingängen. Bei deren Auswertung habe sich ein Schnellfahrer-Anteil von etwa einem Drittel ergeben, teilte der Bürgermeister mit. Besonders an den Ortseingängen werde viel gerast und damit Fußgänger gefährdet. Eine Geschwindigkeitsreduzierung versprach sich Nickl durch den geplanten Fahrbahnteiler am Sportheim, einem der am stärksten genutzten Überquerungsorte an der Staatsstraße.

Auch die Kosten der Kontrollen hat der Bürgermeister schon ermittelt. Jede Buchungsstunde sei mit 100 Euro zu entschädigen. Hinzu kommen 9 Euro pro Temposünder, der eine gebührenpflichtige Verwarnung erhält. "Wir sind das den Anwohnern an vielbefahrenen Straßen schuldig", fasste der Gemeindechef zusammen. Roland Lins eröffnete die Diskussion mit der Feststellung, dass die Strafgelder der Gemeindekasse zuzuführen seien. Während zweiter Bürgermeister Roland Hörl vor der Eröffnung eines neuen Geschäftsfeldes warnte, stellte Nickl fest: "Wir wollen nicht abzocken, sondern die Verkehrssicherheit verbessern." Doch das Thema "Abzocke" ließ sich aus der Debatte nicht verdrängen.

Werner Dobmeier verwies auf erboste Äußerungen der Eschenbacher Bürger und Geschäftswelt über vermutete Abzockmethoden auf dem dortigen Stadtberg, während Barbara Müller analysierte: "Ursache der Raserei sind die guten Straßenverhältnisse nach den jüngsten Ausbaumaßnahmen". Dem entgegnete der Bürgermeister: "Bei Straßensanierungen sind Mindeststandards einzuhalten." Zudem gäben neu angelegte Fußwege mehr Sicherheit.

Gespannt wartet der Gemeinderat nun auf weitere Informationen der kommunalen Verkehrsüberwachung Ursensollen. Ein Vertreter soll dem Gremium Rede und Antwort stehen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.