18.05.2020 - 14:01 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Coronakrise: Gastronomie kocht sich warm

Brotzeitteller, Braten, Bier: Die Gastronomie in der Region um Eschenbach fährt langsam wieder hoch. Seit Montag nun dürfen Gäste im Biergarten sitzen, eine Woche später dann auch im Innenbereich. Doch nicht alle Betriebe machen sofort mit.

Im Biergarten des Grafenwöhrer Gasthofs "Zum Stich'n" ist am Montag, dem ersten Tag der Lockerung, schon viel los. Die Gäste freuen sich über ein Mittagessen außerhalb der eigenen vier Wände.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Es ist viel zu tun, und es ist vieles neu. Nach einer wochenlangen Durststrecke für Wirte und Gäste ist die Freude über die Wiedereröffnung der Biergärten groß. Und auch der Innenbereich der Restaurants und Gaststätten soll schon bald folgen - allerdings auch hier nur mit strengen Hygieneauflagen. Dass die Bürger aus dem Eschenbacher Umland das Ausgehen sehnlichst vermisst haben, zeigen die vielen Tischreservierungen für Montag - den ersten Tag der Regellockerung - und besonders für den Vatertag am 21. Mai.

Im Außenbereich des Speinsharter Kloster-Gasthofs beispielsweise wird am Vatertag "schon gut was los sein", freut sich Betriebsleiter Felix Bauernfeind. Wie dieser neue Gastronomie-Alltag inmitten der Coronakrise dann im Detail ablaufen wird, darauf ist er selbst gespannt. "Ich habe kein Auge zubekommen. Es ist eine Feuertaufe", spricht er auch über seine Sorgen. Denn die Auflagen seien nicht ohne. "Es ist Wahnsinn, an was man alles denken muss." Mund-Nase-Masken, Sicherheitsabstand, die Laufrichtung für die Gäste mit Pfeilen kennzeichnen, Speisekarten laminieren, damit sie abgewischt werden können, die Daten der Gäste aufnehmen, um mögliche Infektionsketten besser nachvollziehen zu können: Das alles ist neu für die Restaurants und bedeute doppelte Bürokratie. Trotzdem ist Bauernfeind froh, dass es nach der langen Pause nun endlich wieder losgeht. Im Biergarten des Kloster-Gasthofes sind seit Montag elf Tische aufgebaut und für die Mittagszeit haben sich auch schon die ersten Gäste angekündigt.

Der Schlammersdorfer Brauereigasthof Püttner hingegen lässt seinen Außenbereich trotz der Lockerungen weiterhin geschlossen, und auch die Gaststube wird noch nicht gleich wieder geöffnet, berichtet Christine Püttner auf Nachfrage. "Unser Biergarten ist zu klein", erklärt die Chefin des "Braumoisters". Für den Innenbereich tüftelt das Team derzeit noch ein Konzept aus, das den hohen Auflagen gerecht werden soll. "Es ist schwieriger, als sich die Gäste das vorstellen. Es ist gar nichts mehr wie früher." Mit ihrem Konzept will Püttner Gäste und Personal zugleich schützen, aber auch wirtschaftlich arbeiten: "Wenn ich mehr Ausgaben als Einnahmen habe, dann knüpfe ich mir ja meinen eigenen Strick." Schwierig könnte es zudem werden, den Gästen die gewohnt gesellige Atmosphäre zu bieten - bei all den Hygienevorschriften und Abstandsregelungen. "Wir möchten noch ein wenig abwarten", sagt sie deshalb.

In Grafenwöhr hat Andreas Hösl, Betreiber des Gasthofs "Zum Stich'n", am Montag seinen Biergarten wieder aufgemacht. "Wir warten sehnsüchtig auf die Gäste. Das Wetter spielt auch mit", berichtet er voll Freude am Vormittag. Für 11.30 Uhr haben sich auch schon die ersten Biergartenbesucher angekündigt. Statt der 85 Sitzplätze im Außenbereich habe Hösl nun zwar nur noch 60 zu bieten, das störe ihn aber nicht. "Ich war überrascht, dass wir überhaupt vor Pfingsten öffnen dürfen." Mit den bisherigen Regelungen und dem Umgang von Ministerpräsident Markus Söder mit der Coronakrise sei er zufrieden. Gesundheit gehe eben vor Profit. Hösl hofft nun vor allem auf die Vernunft der Gäste, dass diese die Vorschriften auch befolgen.

Circa 60 Sitzplätze hat auch Brigitta Rodler, Chefin des Restaurant Rußweiher in Eschenbach, in ihrem Biergarten aufgebaut. Montagmittag sei es dort noch sehr ruhig zugegangen, für den Abend gebe es aber schon einige Reservierungen. "Man muss warten, wie die Leute reagieren - gehen sie weg, oder gehen sie nicht weg." Erst dann könne Rodler sagen, ob sich das derzeitige Konzept rentiere.

Masken, Pfeile für die Laufrichtung und abwaschbare Speisekarten: Das Team des Kloster-Gasthofes in Speinshart hat sich auf den Besuch der Biergarten-Gäste gut vorbereitet.

Gastronomie-Branche fährt schrittweise wieder hoch

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