15.03.2019 - 13:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Denkmalschutz vor Photovoltaik

Bauanträge bestimmen den öffentlichen Teil der Sitzung des Speinsharter Gemeinderats. Auf erneutes Unverständnis stößt dabei eine ungewöhnliche Bauanfrage.

Die Absicht eines Hauseigentümers, mitten in Münchsreuth entlang der Grundstücksgrenze zur Dorfstraße vor seinem denkmalgeschützten Anwesen einen Photovoltaik-Grenzzaun zu errichten, stößt im Gemeinderat auf erhebliche Bedenken.
von Robert DotzauerProfil

Das Genehmigungsverfahren zur Errichtung eines Photovoltaik-Sichtschutzzaunes an der Grundstücksgrenze eines denkmalgeschützten Anwesens in Münchsreuth war schon einmal Gegenstand einer Beratung im Gemeinderat. Im Dezember 2018 konnte sich das Gremium mit dem Wunsch des Antragstellers zur Errichtung einer PV-Anlage mit Solarmodulen als Grenzzaun neben der Dorfstraße nicht anfreunden. Im Zuge der Anhörung zur denkmalpflegerischen Prüfung kam es gegenüber dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde zu einer negativen Stellungnahme.

Wegen eines formalen Fehlers - die kritischen Stellungnahmen waren nicht protokolliert - beschäftigte der PV-Grenzzaun erneut die Räte. Am übereinstimmenden Tenor der Dezember-Entscheidung sollte sich aber auch am Donnrtstagabend nichts ändern. Das Vorhaben passe nicht in die Umgebungsbebauung, hieß es übereinstimmend.

Der Münchsreuther Gemeinderat Roland Lins wies zudem auf die Gefahr von Beschädigungen der PV-Anlage durch vorbeifahrende Fahrzeuge hin. Er sah bei eienem Bau ein dauerhaftes Streitpotenzial gegeben.

Für Lins ist zudem nicht vorstellbar, eine PV-Glaskonstruktion neben einem denkmalgeschützten Gebäude zu platzieren. Damit haben sich allerdings das Denkmalamt und das Landratsamt als Genehmigungsbehörde auseinanderzusetzen. Die Gemeinde komme im Zuge einer Anhörung nur ihrer Aufgabe nach, zum Projekt Stellung zu nehmen. Und die falle für ihn negativ aus, machte Lins deutlich. Einstimmig war dann auch das Votum des Gremiums gegen das Projekt.

Als unproblematisch erwiesen sich die weiteren Bauanträge. Einverstanden waren die Räte mit dem Antrag auf Neubau einer Doppelgarage mit Satteldach neben dem Wohngebäude des Bauherren in Tremmersdorf. Befreiungen vom Bebauungsplan waren für ein Wohnhaus-Projekt im Neubaugebiet „Brandhut“ in Zettlitz zu beschließen.

Eine Privilegierung besteht für den Neubau einer landwirtschaftlichen 45 mal 10 Meter großen Maschinenhalle im Außenbereich von Haselbrunn. Einstimmig erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen.

Nach dem Abschluss der meisten Dorferneuerungsprojekte war nach den Vorgaben des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes die öffentliche Widmung von Ortsstraßen, Radwegen sowie Feld- und Waldwegen notwendig. Damit verbunden sind auch Unterhaltungspflichten der Gemeinde.

Die Räte vollzogen die Widmung von neun Teilstrecken. Dabei handelt es sich um ein Teilstück des Wallfahrtswegs am Knieholz in Richtung Barbaraberg mit insgesamt 412 Metern Länge, die Siedlungsstraße Brandhut in Zettlitz (263 Meter), den Radweg ab der Gemeindegrenze zu Eschenbach in Richtung Höfen (548 Meter), den Radweg Höfen-Tremmersdorf (671 Meter) mit beschränkter Zulassung des landwirtschaftlichen Verkehrs, den Geh- und Radweg von Tremmersdorf in Richtung Erlgraben (591 Meter), ebenfalls freigegeben für den landwirtschaftlichen Verkehr, die rückwärtige Erschließung nördlich des Klosterhofes (105 Meter), die Erschließungsstraße für den Parkplatz vor der Gereon-Motyka-Siedlung (63 Meter), ein Wegstück entlang des Veranstaltungsparkplatzes (197 Meter) sowie die rückwärtige Erschließung der Grundschule und des "Speinsharter Kinderlandes".

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