27.09.2020 - 13:01 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Erntedank in Speinshart

Die Klosterkirche schmückt seit dem Wochenende ein farbenfroher Erntedankaltar. Den Mittelpunkt bildet ein über 200 Kilogramm schwerer Kürbis. Traditionell übernimmt den Aufbau des Altars die Ortsgruppe der Katholischen Landjugend
von Robert DotzauerProfil

Die Pfarrgemeinde Speinshart feierte am Sonntag Erntedank. Offiziell fällt der Erntefesttag der katholischen und der evangelischen Kirche in diesem Jahr auf den 4. Oktober. Wegen des Rosenkranzfestes am kommenden Sonntag wurde in Speinshart der Erntedank um eine Woche vorverlegt.

Bereits am Samstag hatte die Katholische Landjugend Speinshart vor dem Marienaltar einem langjährigen Brauch folgend den farbenprächtigen Erntedankaltar mit den Feld- und Obsterträgen des Jahres aufgebaut. Dabei imponierte besonders einer riesiger Kürbis, den die Familie Dötsch aus Zettlitz spendete. Der vier Zentner schweren Koloss musste mit einem Hubwagen in die Klosterkirche transportiert werden.

„Erde singe, das es klinge. Kreaturen auf den Fluren, huldigt ihm mit Jubelruf. Was auf Erden ist und lebet, was in hohen Lüften schwebet, lob ihn! Er haucht ja allein, Leben ein“. Den Blick lenkte Pfarrer und Prior Adrian Kugler auf die Schöpfung Gottes. Erntedank sei aus biblischer Sicht ein Fest des Dankes und der Mahnung, Gottes Schöpfung zu bewahren. Daraus folgernd dankte die Gemeinde für die Ernte des Jahres und für alles, was Gott zum Leben schenkte.

Das Fest soll verdeutlichen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat, sondern selbst ein Teil dieser Schöpfung ist. Erntedank führe also immer wieder vor Augen, dass der Einfluss des Menschen auf das Wachsen und Werden in der Natur allem wissenschaftlichen Fortschritt zum Trotz endlich sei, betonte Pfarrer Adrian. Auf das Lukasevangelium vom Gleichnis des reichen Kornbauern eingehend verdeutlichte der Prior, dass Besitz keine Sicherheit biete, sondern den Blick für wahrhaften Reichtum im Leben verstelle.

„Wir leben im Wohlstand und fühlen uns trotzdem nicht wohl“, bedauerte der Kirchenmann und erinnerte daran, dass der Mensch an seine Grenzen stoße. Die Menschheit schreite voran, leider auch fort von Gott. Bei allen Fortschritten müsse es ein zurück zu Gott geben. Umso wichtiger sei eine neue Bewertung des Erntedankfestes. Heute bemerke man, dass es auf unserem Planeten Erde durch den Egoismus der Menschen schon 5 nach 12 Uhr sei. Dagegen sehe Gottes Bilanz ganz anders aus. Wie wenig brauche der Mensch, um wirklich reich vor Gott zu sein? Diese Überlegung empfahl der Prediger den Gläubigen als Frage der Woche.

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