An der Maximilian-Universität München hat er Verkehrs- und Stadtplanung studiert. Seine Lektion im Gasthaus Schmid hatte Seminarcharakter. Als Referent des Bildungswerks für Kommunalpolitik in Bayern (BKB) gestaltete er einen Informationsabend zu den Themen Verkehrsschau und Verkehrsberuhigung und kündigte "pragmatische Lösungen" an, die auch im Gemeindebereich Speinshart Anwendung finden können.
Vor Beginn der Informationsveranstaltung hatte die Vorstandschaft der FW mit Stock einen Lokaltermin an besonders "lebhaften" Straßen im Gemeindebereich. Deutlich überhöhte Geschwindigkeiten erkannte der Verkehrsexperte insbesondere neben dem Kirchplatz in Tremmersdorf, wo PKW und LKW mit Geschwindigkeiten von mehr als 70 km/h durch das Dorf donnerten.
"Wir wollen umsetzbare Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung überall in unserer Gemeinde", lautete die Forderung von Holger Götz. Er zeigte sich erfreut über den guten Besuch der Veranstaltung. Sie sollte dazu dienen Erkenntnisse zu sammeln, durch welche Maßnahmen Autofahrer zum langsamen Fahren "verführt" werden können und wie dadurch zur Verbesserung der Sicherheit für Kinder und Senioren beigetragen werden kann.
Als zentrales Element für Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung stellte Stock die Verkehrsschau vor, die im Abstand von zwei Jahren durchzuführen ist. Er räumte ein, dass diese wichtige Aufgabe jeder Gemeinde nicht überall erfüllt wird und verwies auf mögliche negative rechtliche Folgen. Einem Merksatz glich seine Aussage: "Die Verkehrsschau geschieht im Sinne der Optimierung der Verkehrssicherheit." Mit aussagekräftigen Schaubildern vermittelte er Erkenntnisse, welche negativen Folgen zum Beispiel ein unsinniger Schilderwald haben kann und forderte: "Die Wahrnehmbarkeit darf nicht durch Häufung von Verkehrszeichen behindert werden und die Verkehrstechnik muss das Verhalten der Autofahrer beeinflussen können!" Den Verkehrsschauen schrieb der Verkehrsexperte einen komplexen Anforderungskatalog zu, der eine arbeitsintensive Tätigkeit zur Folge hat. Die Kommunen hätten jedoch die Aufgabe, regelmäßig die Verkehrssicherheit im Ort zu überprüfen. In der Sicherheit sah er ein Gesamtergebnis von Straßenbau, Verkehrstechnik, Beschilderung und Markierung.
Mit einem Abstecher zu Mobilität und Unfallstatistik forderte Stock eine kommunale Demografiepolitik unter Berücksichtigung der Verkehrszunahme und zeigte sich überzeugt: "Investitionen in Barrierefreiheit sind Investitionen in die Zukunft."
Seine Ausführungen und die Darstellung von Möglichkeiten zur Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen waren Auslöser einer regen Aussprache über das Verkehrsverhalten in der Durchfahrt Tremmersdorf und in Speinshart. Als optimal schlug der ADAC-Verkehrsexperte daraufhin für Speinshart das Modell "Zone 20" vor. Mit einer Serie von Bildbeispielen stellte er Möglichkeiten zur Schaffung von sicheren Ortsdurchfahrten vor, wie zum Beispiel "Tempo 30" oder Kreisverkehr.
Als Ergänzung zum Thema des Abends dienten seine Beiträge zu Elektrofahrzeugen. Stock zeigte sich bereit, örtliche Planungen für Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung "gestalterisch zu begleiten" und seine "Verbindungen" einzubringen. FW-Vorsitzender Holger Götz dankte dem Referenten für dessen Vorschläge zur Umsetzung der Verkehrsberuhigung im Gemeindebereich und kündigte eine weitere Kontaktpflege an. An der mitunter regen Aussprache beteiligten sich auch FW-Ortsvorsitzender Thomas Riedl (Eschenbach) und FW-Kreisvorsitzender Karl Meier.
Bild: rn
Speinshart
13.06.2018 - 16:14 Uhr
Freie Wähler fordern Verkehrsberuhigung
von Walther Hermann
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