10.10.2019 - 12:26 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Ganzer Löschtank voller Dank

"Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bewacht", heißt es in Schillers berühmtem Gedicht von der Glocke. In Speinshart ehrt der Freistaat solche Persönlichkeiten, die rund um die Uhr für das Wohl der Menschen bereit stehen.

Für 40 oder 25 Jahre aktiven Dienst als Brandschützer würdigen Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Albert Nickl und zahlreiche Feuerwehr-Führungskräfte bei einer Feierstunde im Sitzungssaal des Speinsharter Gemeindezentrums die Leistungen der Kameraden Richard Neukam (Dritter von links), Andreas Sticht (Mitte) und Christian Merkl (Zweiter von rechts). Jubilar Helmut Schmidt fehlt aus beruflichen Gründen. Ein besonderes Dankeschön gilt Ehefrau Christa Neukam (Fünfte von links) und Katharina Walter (Vierte von rechts), der Lebensgefährtin von Christian Merkl.
von Robert DotzauerProfil

Ohne Feuerwehren geht gar nichts. Darin waren sich bei einem Ehrungsabend für aktive Brandschützer Landrat Andreas Meier als oberster Dienstherr der Rothelme, Bürgermeister Albert Nickl und die Landkreis-Führungskräfte der Feuerwehren einig. Den Kameraden für ihren langjährigen Dienst für die Allgemeinheit zu danken und sie mit den Ehrenzeichen des Freistaats Bayern auszuzeichnen, stand deshalb im Mittelpunkt der Feier im Sitzungssaal des Gemeindezentrums Speinshart.

Die Begegnung war betont kameradschaftlich: Brandschützer und Kommunalpolitiker kennen und schätzen sich. Jeder weiß: Die Feuerwehrdienst-Leistenden sind für jede Gemeinde unentbehrlich. Deshalb präsentierte sich bei der Ehrung von vier aktiven Wehrmännern der Feuerwehren Speinshart und Tremmersdorf die Führungsebene der Feuerwehren in voller Stärke. Sie alle verneigten sich mit den Vertretern von Landkreis und Kommune mit einem ganzen Löschtank voll Dankesworten vor den Leistungen der langjährigen Aktiven.

Der Gemeinsinn der Brandschätzer, mit dem Verzicht auf viel Freizeit verbunden, bleibe unbezahlbar, hieß es in der Feierstunde, an der auch die Ehefrauen der Jubilare teilnahmen. Bürgermeister Albert Nickl nannte seine beiden Ortsfeuerwehren die „beste Erfindung in der Gemeinde“ und bezeichnete die aktiven Brandschützer als "unbezahlbares Rückgrat der Kommune".

Es folgte eine lange Schilderung der vielfältigen Aufgaben beider Wehren und der steten Einsatzbereitschaft, die sich auch in herausragenden Leistungsprüfungen widerspiegele. Nickls Laudatio endete mit den Worten: „Wir ziehen vor den Vorbildern der Gemeinde und der Gesellschaft unseren Hut und gratulieren.“

"Die Feuerwehrfeste sind lange nicht alles", formulierte Landrat Andres Meier, um nach diesem Blick in die Außenwirkung der Wehren Hinweise auf deren breites Einsatzspektrum folgen zu lassen. „Der Feuerwehrdienst ist gefährlich, weil er mit stets wechselnden und oft unbekannten Situationen zu tun hat“, merkte der Landkeischef an. Ehrungen seien deshalb eine gute Gelegenheit, die Leistungen der Kameraden der Allgemeinheit ins Bewusstsein zu rufen.

Kreisbrandrat Marco Saller ergänzte die Dankesworte des Landrats mit einem kritischen Blick in die Zukunft. „Das Bild der Wehren wird sich verändern, weil die 5000 Dienstleistenden im Landkreis für die vielen Herausforderungen nicht mehr genügen“, stellte er fest. Saller bedauerte zudem, dass die Brandschützer bei ihren Einsätzen immer mehr in Frage gestellt würden.

Assistiert von Bürgermeister Albert Nickl, Kreisbrandrat Marco Saller, Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz, Kreisbrandmeister Reiner Kopp sowie den Vorsitzenden und Kommandanten der örtlichen Wehren überreichte Landrat Andreas Meier schließlich an Christian Merkl (Münchsreuth) das staatliche Ehrenzeichen für 25 Jahre aktive Dienstzeit. Mit dem Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Dienst am Nächsten zeichnete der Landkreischef Richard Neukam (Zettlitz) und Andreas Sticht (Tremmersdorf) aus. Die Ehrung für Helmut Schmidt (Seitenthal) für ebenfalls 40 Jahre Feuerwehrdienst wird nachgeholt, da er aus beruflichen Gründen fehlte.

Der Würdigung folgte der Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde. Dank und Anerkennung zollten die Redner auch Ehefrau Christa Neukam und Katharina Walter, Lebensgefährtin von Christian Merkl. Dem Festakt folgte eine Einladung der Gemeinde zum Abendessen im Gasthaus Waldeslust in Süßenweiher.

Im Blickpunkt:

"Alleskönner" und Vorbild

Die Kommandanten Christian Höllerl (Speinshart) und Markus Hefner (Tremmersdorf) ergänzten die Würdigungen mit Hinweisen auf die langjährigen Leistungen der geehrten Kameraden. Höllerl verwies unter anderem auf die wichtigen Ämter von Christian Merkl in den vergangenen 25 Jahren und auf dessen Leistungsprüfungen bis zur Endstufe Gold/Rot.

Mit Blick auf Richard Neukam sprach der Speinsharter Kommandant von einem „Alleskönner“ seiner Wehr. In den vergangenen 40 Jahren aktiver Dienstzeit habe Neukam Souveränität bewiesen. Höllerl erwähnte unter anderem die Atemschutzausbildung, die Leistungsprüfungen in allen Stufen, die Funktionen als Zettlitzer Vertrauensmann und Ortsgruppenführer, die Mitgliedschaft in Festausschüssen und die überragenden Fachkenntnisse als Zimmermann bei den Baumaßnahmen der Speinsharter Wehr.

Der Tremmersdorfer Kommandant Markus Hefner lobte seinen Vorgänger Andreas Sticht als Vorbild für Gemeinsinn und beschrieb dessen Feuerwehrkarriere als "einmalig". Gerätewart, 18 Jahre Kommandant und aktuell wieder Gerätewart, um sein Wissen an die junge Generation weiterzugeben: Andreas Sticht, der zudem alle Leistungsabzeichen bis zur letzten Stufe absolviert hat, gehöre zu den Säulen der Tremmersdorfer Wehr, urteilte der Kommandant.

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