13.07.2020 - 12:11 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Gefahren durch Hundekot: Appell an "schwarze Schafe"

Der Ekelfaktor ist groß: Hundehaufen auf Feldern, Geh- und Radwegen sowie in Grünflächen sorgen für Ärger. Auch im Speinsharter Gemeinderat herrscht darüber Unmut.

Mit mahnenden und aufklärenden Worten an Hundehalter versuchen Landwirte, die Hundehaufen in ihren Feldern und Wiesen einzudämmen.
von Robert DotzauerProfil

Der Wunsch von Holger Götz nach mehr Hundekot-Behältern sorgte in der Sitzung des Gemeinderats für ein unerwartet großes Echo. Auch zweiter Bürgermeister Roland Hörl sieht in den Hundehaufen ein zunehmendes Problem. „Es klebt an den Schuhsohlen und verteilt sich dann überall.“ Die Hundehalter würden ganz genau ihre Pflichten kennen, merkte Hörl an. Doch geändert habe sich trotz Boxen und Kottüten wenig, wusste er.

Gabriele Scherl appellierte an einen Bewusstseinswandel der „Sünder“. Der mäßige Erfolg der Boxen-Offensive beweise allerdings das Gegenteil. Sie verwies auch auf die Schäden für die Landwirtschaft bei Hundedreck in Feldern und Wiesen. Schon kleine Haufen könnten große Probleme machen, wenn zum Beispiel der Kot im Futter lande und dadurch zu einem Gesundheitsrisiko für Rinder werde.

Scherl begrüßte deshalb die Aktion einiger Landwirte, mit Warnschildern auf die Gefahren für die Tiere hinzuweisen. Ausdrücklich erklärte sie sich solidarisch mit der Aktion „Hier wächst auch Ihr Essen“. Gleichzeitig verteidigte die CSU-Gemeinderätin einsichtige Hundebesitzer vor den "schwarzen Schafen" unter den Hundehaltern. Die große Mehrheit der Frauchen und Herrchen nehme den „Boxenstopp mit Tütchenspender“ gerne an.

Im Anfrageteil der Sitzung war auch von unübersichtlichen Wegweisern und von fragwürdigen Verkehrsschildern die Rede. Robert Kausler wies zum Beispiel auf eine irreführende Radweg-Ausschilderung in Münchsreuth hin, während Holger Götz einige Verkehrsschilder vermisste. Bürgermeister Albert Nickl versicherte, die Hinweise bei der nächsten Verkehrsschau prüfen zu lassen.

Bis auf den Ortsteil Speinshart abgeschlossen sei die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Standard im gesamten Gemeindebereich, teilte Nickl mit. „Gute Fortschritte“ bestätigte er den Gemeindearbeitern Johann Meyer und Florian Lehner beim Mähen der Straßengräben und Flurweg-Ränder. Wegen der vorrangigen Beseitigung der Hochwasserschäden und eines Technik-Einsatzes in der Grundschule sei man allerdings bei den Mäharbeiten in Verzug.

Für nicht zuständig erklärte sich der Bürgermeister, was die Reparatur von Anliegerwegen betrifft. „Für die einfachen Wege sind eigentlich die Angrenzer zuständig; wir machen dennoch viel mehr“, stellte er klar. Nachbesserungen kündigte Nickl für den Weg südlich von Tremmersdorf an.

Thema im Informationsteil der Sitzung war auch die Planung eines straßenbegleitenden Radweges entlang der Staatsstraße zwischen Speinshart und Dobertshof. Der Bürgermeister informierte über Planungen des Staatlichen Bauamtes, den Radweg durch die Ortschaft zu führen und ab Speinshart-Nord neben der Staatsstraße zu bauen. Eine rasche Umsetzung des Projekts hält Nickl allerdings für unwahrscheinlich.

Bereits bestellt sind zehn sogenannte Doppelwellen-Liegen, die in der Behindertenwerkstatt des HPZ Irchenrieth hergestellt werden. Finanziert werden die Wohlfühlliegen aus dem Regionalbudget der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE). Geplant sind Standorte im Bereich der Kinderspielplätze, auf dem Vorplatz der Wieskapelle, auf dem Barbaraberg und neben der „Weinenden Mutter“ zwischen Speinshart und Münchsreuth. Der Auftrag beinhaltet zusätzlich vier Anlagegarnituren. Die Auftragssumme beträgt 15 000 Euro. Zugesagt sind 79 Prozent Zuschuss.

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Speinshart
Noch krasser formuliert es ein weiterer Bauer mit diesem Plakat.
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Kommentare

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Karl-Werner Schramm

Scheinheiligkeit des Gemeinderats Speinshart & Hundekot ?

Hundehalter kommt nur nach Münchsreuth.
Dort können Hundebesitzer auf den Pseudospielplatz ihre Hunde noch richtig abführen lassen.
Der Gemeinderat hält es nämlich nicht für notwendig den Pseudospielplatz endlich als ordentlichen Kinderspielplatz attraktiv zu etablieren und kleintiergerecht einzufrieden.
Warum auch Kinder eher schützen als Ackerflächen.
Schramm
Münchsreuth

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