22.06.2020 - 09:44 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Gemeinderat Speinshart zieht Bilanz nach Unwetter

Das Unwetter vom 14. Juni hat im Gemeindebereich Speinshart große Schäden angerichtet. Doch nicht nur Anwohner beschäftigt das Hochwasser immer noch, sondern auch die Gemeinderäte.

"Sturzbäche" wie am 14. Juni können die sonst so beschauliche Creußen zu einem reißendem Fluss anschwellen lassen. Nun beschäftigt sich auch der Speinsharter Gemeinderat mit dem Thema.
von Robert DotzauerProfil

Sturzbäche in Süßenweiher, Creußen-Überschwemmungen und vollgelaufene Keller sorgten in der Gemeinderatssitzung in Speinshart für einen starken Nachhall. Ausführlich beleuchtete der Bürgermeister die Folgen des Unwetters vom 14. Juni im Gemeindebereich Speinshart. Albert Nickl verwies auf zahlreiche punktuelle Schäden und informierte über die Schadensbehebung durch den Bauhof. Der Bürgermeister lobte in diesem Zusammenhang den engagierten Einsatz zahlreicher Feuerwehrkameraden und den selbstlosen Beistand vieler Landwirte. Zudem habe sich bei der Sturmflut die gute Ausrüstung der Feuerwehren Speinshart und Tremmersdorf bewährt. Auch seinem Stellvertreter zollte Albert Nickl großes Lob. Roland Hörl sei die ganze Nacht auf Achse gewesen, um an allen Ecken und Enden helfend einzugreifen.

Das plötzliche Hochwasserereignis führte auch zu neuen Erkenntnissen mit Blick auf die geplante Creußen-Renaturierung. Der Gemeindechef kündigte deshalb für die nächsten Wochen einen Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftamt und dem Landratsamt als Wasserrechtsbehörde an. Für die kleine Runde werden auch der Fischereiverein und die Feuerwehr geladen. Vom Gespräch erwartet der Bürgermeister neue Überlegungen der Behörden und das Eingehen auf Forderungen der Gemeinde und der Anlieger zum Thema der Creußen-Renaturierung. Unter dem Motto „lieber vorsorgen als nachsorgen“ empfahl er den Hauseigentümern, künftig besonders im Bereich Tremmersdorf Sandsäcke vorzuhalten. „Manchmal helfen auch schon kleine Dinge“, so Nickl.

Wasserinstallation und Fliesenarbeiten

Weitere Informationen gab es zu den Baufortschritten gemeindlicher Projekte. Der Bürgermeister berichtete über den baldigen Abschluss der Wasser- und Abwasserinstallation im Gemeindezentrum und kündigte den Beginn der Elektroinstallation, der Verputz- und der Trockenbauarbeiten an. Aus nichtöffentlichen Beschlüssen berichtete der Gemeindechef über die Vergabe der Fliesenarbeiten an die Firma Peter aus Sulzbach-Rosenberg zur Vergabesumme von 53.716 Euro, der Estricharbeiten an die Firma PTG in Hersbruck zu 6.401 Euro, der WC-Trennwände an das Unternehmen „Chemnitzer Trennwände Stollberg“ zu 3.803 Euro und an die Vergabe der Innentüren an die Firma Seegerer aus Vilseck als günstigsten Bieter zum Angebotspreis von 46.728 Euro. Weit fortgeschritten seien auch die Baumeister-, Zimmerer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten für das Scheunen-Ensemble, resümierte der Bürgermeister. Nickl schwärmte von einer „imposanten“ Gebäudlichkeit“ und einem weiteren wichtigen Mosaikstein zur Gesamtsanierung des Klosterhofes.

Kritische Bemerkungen gab es zu einem Privat-Weiher bei Dobertshof. Der Weiher-Damm werde immer schmäler und beeinträchtige die Gemeindeverbindungsstraße, stellte der Bürgermeister fest und informierte über die Einschaltung des Landratsamtes. Für Anfang Juli kündigte der Sitzungsleiter einen Wlan-Hotspot neben dem Klostergasthof an. Der Internet-Anschluss sei mit dem Kloster verbunden.

Grünes Licht gibt es zur Sanierung des Kinderspielplatzes in Münchsreuth. Der Bürgermeister gab die Teilbaugenehmigung des Landratsamtes bekannt. Geplant ist eine Gesamtertüchtigung des Areals. Besonderes Gewicht erhält die Sanierung durch das Engagement der Dorfgemeinschaft. Auf Arbeitseinsätze der Dorfbewohner hofft der Bürgermeister auch bei der Neuausstattung des Kinderspielplatzes in Haselbrunn. Neue Spielgeräte seien bereits beim Spielplatz-Ausrüster in Rimpach bestellt, gab Albert Nickl bekannt.

Eichen befallen

Sorge bereitet dem Bürgermeister der Eichenprozessionsspinner. Im Gemeindebereich sei bereits eine Reihe von Eichen befallen. Nickl verwies besonders auf kranke Bäume an der Straße Münchsreuth-Holzmühle und warnte vor den Gefahren der giftigen Raupen des Eichenspinners. Als erste Maßnahme seien kranken Bäume bereits mit Warnbändern gekennzeichnet worden. Der Bevölkerung empfahl Nickl, kranke Bäume umgehend der Verwaltung oder dem Bauhof zu melden. Gute Nachrichten kamen vom Landratsamt. Der Bürgermeister informierte über die Genehmigung des Haushalts 2020 mit der Maßgabe des sparsamen Wirtschaftens.

Info:

Gespräche mit staatlicher Forstverwaltung geplant

Bei den Anfragen und Hinweisen aus den Reihen des Gemeinderates ging es insbesondere um die Schlussfolgerungen nach der Sturzflut und dem Hochwasser vom 14. Juni. Nach den Überschwemmungen in Süßenweiher kündigte Bürgermeister Albert Nickl Gespräche mit der staatlichen Forstverwaltung an. Zum Thema der Creußen-Überflutungen wartet das Gremium gespannt auf den Ortstermin mit den Fachbehörden. (do)

Mehr aus dem Gemeinderat

Speinshart
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Karl-Werner Schramm

„Sanierung“ Kinderspielplatz Münchsreuth tritt Heimat, Natur, Artenschutz, Sicherheit der Kinder und Baurecht mit Füßen

Gemeinde Speinshart hat sich auf massiven Druck eines Nachbarn verpflichtet, die unter der Bedingung, einen Kinderspielplatz auszurichten, erlangte Flur Nr 309 nun nach DIN 18034 auszugestalten.
Neben kaum nach DIN 18034 zulässigen Einrichtungen für Kinder lagern auf der Grünfläche Unrat, Bretterlager usw. Das Erscheinungsbild der zukünftigen Nutzung, nämlich aus einer Grünfläche mit schützenswerten Arten der FFH-Richtlinie eine Verfügungsfläche zu machen, hat mit Gemeinschaftssinn nichts zu tun, sondern ist das Interesse weniger Einzelner in der Gemeinde. Der bereits durchgeführte Schwarzbau einer nach BayBO und DIN 18034 nicht zugelassenen Betonfläche für Erwachsene lässt bereits erahnen, dass Sachverstand hier vollkommen fehlt. Die Bauplanung bleibt geheim und soll offenbar in Münchsreuth aus der Portokasse erfolgen, im Gegensatz zu Speinshart wo sowas schon mal locker 150000 Euro gekostet hat. Deshalb soll die Fläche auch nicht kleintiergeschützt eingezäunt werden und weitere Auflagen für die gesamte Fläche erwarten, denn dann spätestens laufen die Kosten der Scheibchenfinanzierung aus dem Ruder. Insofern kommt die Gemeinde ihrer Verpflichtung nicht nach, verstößt gegen Auflagen der GUV, der DIN und den Auflagen in der vorliegenden Teilbaugenehmigung mit bislang unter Verschluss gehaltenen Planungsunterlagen usw. Typischer CSU Sumpf. Zwischenzeitlich wurde auch versucht das Gerücht zu kolportieren, dass es dort früher einen Bolzplatz gab und sowas hätte man auch gerne. Nur Tatsache ist, dass früher auf der Fläche ein Gewässer war, das mit was auch immer aufgefüllt wurde. Aber diese Tatsache passt jetzt gerade nicht ins Konzept, passt aber zu den vorgefundenen schützenswerten Arten aus der Gruppe der Weichtiere und Amphibien. Genaueres wird von hier aus lieber nicht bekannt gemacht, um weitere gezielte Zerstörung zu verhindern.
Für eine zulässige Ausgestaltung der o.g. Verpflichtung ist überhaupt offen, ob die schützenwerte Grünfläche einen Kinderspielplatz wert ist, denn bisher steht augenscheinlich die Nutzung durch nicht nutzungsberechtigte Personen über 14 Jahren im Vordergrund. Da freuen sich bereits jetzt die Ordnungskräfte auf ihre Einsätze – aber ohne Flächenkennzeichnung meint man wohl machen zu können was man will, selbst wenn man die Sicherheit der Kinder massiv gefährdet wie Beweismittel, die dem Landratsamt Neustadt Waldnaab vorliegen, zeigen. Leider sind im Kommentarberich keine Bilder möglich, können aber gerne vom Verfasser angefordert werden.
Das Bild zeigt messerscharfe Kanten der Schaukelkonstruktion.
Wer dort klettert verblutet schnell bei Beschädigung einer Hauptschlagader. Ein Beispiel für viele andere schon jetzt erkennbare Verstöße gegen DIN 18034, wie fehlende Einfriedung und damit fehlender Versicherungsschutz, Fallschutz, Hygiene, weitere Gefahren, nicht zulässige Beschränkung der Fläche trotz ausreichendem Grund auf der gesamten Flur Nr 309 in Münchsreuth etc. etc. Die GUV interessiert sich auch mittlerweil um das Vorgehen der Gemeinde.

Professionelle Vertreter der Bürger beachten für derartige Vorhaben folgende Prozesse
1. Bedarfsermittlung und nachbarschaftliche Abstimmung
2. Planung nach DIN 18034 der Ausgestaltung der Gesamtfläche unter Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz
3. Gemeinderatsbeschluss zur Ausgestaltung und Finanzierung
4. Ausschreibung der Ausgestaltung nach Gemeinderatsbeschluss

Diese Prozesse liegen nicht vor. In Gegenteil wurden nun zunächst Steuergelder unnötig investiert, da Material, welcher Herkunft auch immer, für ein nicht DIN-konformes Provisorium ohne Genehmigung, Kennzeichnung, geschweige denn Listung des Platzes in der zentralen Kinderspielplatzliste, verbaut wurde. Da damit zu rechnen ist, dass die Bedarfsermittlung eine zu erwartende kostspielige Spielplatzgestaltung mindestens im oberen fünfstelligen Bereich nicht rechtfertigt (die meisten Anwesen in Münchsreuth haben einen eigenen Kinderspielplatz) wird hier Steuergeld verprasst, um aus einer Grünfläche eine Bedarfsfläche zu machen. Übrigens werden in der o.g. Mitteilung des CSU Sprachrohrs Dotzauer allerlei Kosten genannt. Fragen Sie doch mal nach Herr Dotzauer! Nicht überraschend fehlt nämlich die Position Kinderspielplatz Münchsreuth, da es dort vorsätzlich keine Kostenerhebung geben soll. In wenigen Jahren kann man dann dort mit Hinweis auf die geringe Auslastung der Billigversion „Kinderspielplatz Münchsreuth“ bauen und den Bürgern eine Verlegung oder Auflösung des Kinderspielplatzes verkaufen.

Schramm
Münchsreuth

23.06.2020