12.03.2019 - 14:23 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Von der Generalversammlung zum Einsatz

Sirenen heulen, Funkgeräte piepsen. Der Kommandant springt auf, mit ihm der Kreisbrandmeister und ein Trupp Brandschützer. Sie alle eilen zum benachbarten Feuerwehrgerätehaus. Es brennt in Seitenthal, meldet die Leitstelle.

Über 100 Mitglieder der Feuerwehr Speinshart zeigen bei der Generalversammlung im Gemeindezentrum Interesse am Wohlergehen des Vereins.
von Robert DotzauerProfil
Feuerwehr-Vorsitzender Stefan Schedl führt "eine tolle Truppe", wie er sagt.

Der Alarm kam zur Unzeit: Feuerwehr-Vorsitzender Stefan Schedl erstattete soeben den Jahresbericht. Geahnt hatten es ja die Aktiven der Wehr, denn heftige Sturmböen peitschten übers Land. Da vermuteten alle bei der Alarmierung eher einen technischen Einsatz. An einen klassischen Löscheinsatz dachte niemand. Doch dann hieß es: Es brennt. Allerdings stellte sich noch im Laufe der Generalversammlung heraus: Es war "nur "ein Hauskamin in Seitenthal, aus dem Flammen schlugen.

Kurz zuvor hatte der Vorsitzende noch von einer „Klasse Truppe“ gesprochen: Wie wahr, als die Kameraden noch in ihren schicken blauen Uniformen zum Feuerwehrhaus eilten und in der sturmgepeitschten Nacht in sprichwörtlicher Windeseile nach Seitenthal aufbrachen.

Das Pauschallob Schedls musste beim eiligen Aufbruch noch in den Ohren klingen. Er sprach von einem bemerkenswerten Kameradschaftsgeist und einer tollen Truppe. „Ich bin stolz auf Euch“, sagte er, um anschließend auf Einzelheiten des reichen Veranstaltungskalenders 2018 einzugehen.

In Anwesenheit von Pater Johannes, Kreisbrandmeister Rainer Kopp, Ehrenvorstand Hans Diepold, Ehrenmitglied Werner Kosmale, Vertretern des Patenvereins aus Grafenwöhr und der Nachbarfeuerwehr aus Tremmersdorf sowie nach einem Totengedenken für Ehrenmitglied Johann Schinner beleuchtete der Vereinschef vor gut 100 Besuchern im Gemeindezentrum zunächst die Mitgliederentwicklung. Auch thematisierte er die Mitgliederverwaltung mit der neuen Software „Fire-Manager“, gab Hinweise zum Datenschutz und verwies auf die zahlreichen Festbesuche bei befreundeten Vereinen. Schedl würdigte zudem die gute Beteiligung der Kameraden an „Pflichtterminen“, wie den Volkstrauertag und Beerdigungen.

Nicht bange ist ihm um die Zukunft des Vereins. Schedl freute sich über die Neuaufnahme von 12 Jugendfeuerwehr-Anwärtern. Nach einem rhetorischen Ausflug zu den Finanzen und zur wertvollen Jugendarbeit blickte er unter dem Motto „Wir packen zu“ auf ein intensives Feuerwehrgeschehen.

Darunter verstand er unter anderem die Arbeiten zum Unterhalt im und um das Gerätehaus, den beispielhaften Gemeinschaftsgeist der Platzwarte Georg und Sebastian Müller, von Atemschutzwart Stefan Sollner, Gerätewart Günter Diepold, Zeugwart Peter Schraml und der „guten Fee“ Christine Lehmann als Reinigungskraft. Der Vorsitzende erinnerte zudem an Neuanschaffungen für den Schulungsraum, an Kosteneinsparungen durch den Nahwärmeanschluss, an Ausbauarbeiten im Dachgeschoss und nicht zuletzt an die Arbeiten für den Anbau am Gerätehaus.

„Da haben die Kameraden ganze Arbeit geleistet“, freute sich Schedl im Zuge der Schilderung der Bauarbeiten am Feuerwehrhaus. Trumpf der Wehr seien die Eigenleistungen. Für viele Aktive wäre eine Ordenserweiterung um ein Bauabzeichen empfehlenswert, stellte er augenzwinkernd fest und lobte in diesem Zusammenhang besonders die Vorreiterrolle von Kommandant Christian Höllerl.

Kein Feuerwehr-Jahresbericht ohne Festbilanz: Erwähnenswert fand der Vereinschef die Aufstellung des Maibaumes unter der Regie der Feuerwehr, die gemeinsame Floriansfeier mit den Tremmersdorfer Kameraden, die Tagesreise zu fränkischen Weihnachtsmärkten, die Teilnahme an Fahrzeugweihen, den traditionellen Faschingsball und die Beteiligung an Faschingsumzügen mit dem neuen Festwagen.

Schedl verwies in diesem Zusammenhang auf die Freiwilligen-Einsätze zum Bau des Faschingswagens, der der Wehr "keinen Cent" kostete: „Darin steckt eine Eigenleistung von 7000 Euro“, merkte er voller Stolz an. Einen wesentlichen Anteil daran ordnete er den Festdamen mit der Mitgestaltung des Gefährts zu. Der Rückblick beinhaltete auch die Unterstützung der Wehr für das Ferienprogramm der Kommune. Erwähnung fanden auch Frühjahrswanderung, Beteiligung an der Gemeindemeisterschaft im Kegeln, die Generalversammlung der Jungfeuerwehrler und die Brandschutzerziehung für die Volksschüler.

Der Ausblick des Vorsitzenden gehörte der zügigen Fortsetzung der Bauarbeiten am Gerätehaus, der erneuten Gastgeberrolle bei der Brandschutzerziehung der Grundschüler und der Beteiligung an der Aktion „Verein macht Schule“. Schedl wies auch auf die Beteiligung an der „Crowdfounding-Aktion“ der Volks/Raiffeisenbank Nordoberpfalz hin. Geplant ist ein Schutzpaket mit Rauchhaus, Experimente-Koffer und Defibrillator.

Als Höhepunkte des Vereinsjahres 2019 erwähnte er das Gartenfest am 13. und 14. Juli sowie die intensiven Vorbereitungsarbeiten für die 125-Jahr-Feier. Unter dem Motto „Voll Mai Ding“ wird das Fest zu Pfingsten 2020 stattfinden. Mit einem 25 Personen starken Team in verschiedenen Arbeitsgruppen sei die Festvorbereitung in vollem Gange, informierte der Vorsitzende. Als Meilenstein bezeichnete er unter anderen die Bereitschaft von 18 Mitgliedern der Jugendgruppe, als Festdamen am Jubiläum mitzuwirken. Auch ein Hauptsponsor sei schon im Boot.

Verbunden mit einem Dank an den Vorstand, an alle Kameraden, an die Ehefrauen der Aktiven für das große Verständnis, an Bürgermeister Albert Nickl und an die fast vollzählig anwesenden Mitglieder des Gemeinderats hieß es schließlich im Sinne des Feuerwehr-Leitspruches: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

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