In der Sitzung des Gemeinderats informierte Bürgermeister Albert Nickl über erste Entscheidungen. Der Gemeindechef versprach vom 17. bis 19. Juli 2020 ein großes Ereignis. Nach einigen Vorgesprächen mit dem Festausschuss und einer Anwohnerversammlung berichtete er von einer Grobplanung des dreitägigen Jubiläums.
Einem „Stimmungsabend“ am Freitag, 17. Juli, und Feierlichkeiten am Samstag, 18. Juli, soll am Sonntag, 19. Juli 2020, ein Stationenfest folgen. Verteilt auf das gesamte historische Klosterdorf soll die Geschichte Speinsharts von der Klostergründung über das Mittelalter bis hin zur Moderne an Szenenstandorten dargestellt werden.
Denkbar seien die Präsentation handwerklicher und landwirtschaftlicher Entwicklungsphasen sowie die der Zünfte und ein vielfältiges Musikprogramm, erläuterte Nickl. Eine Vielzahl von Anfragen und Rückfragen möglicher Akteure gebe es aufzuarbeiten. Bewusst werde auf einen historischen Festzug verzichtet, merkte der Bürgermeister an. Mit dem Stationentheater gelinge es besser, die Geschichte des Dorfes und des Klosters erlebbar zu machen.
Ein dickes Lob richtete Nickl an die Vereine: „Jeder hat sein Mitwirken zugesichert.“ Wichtig sei, dass das ganze Dorf zusammenhelfe. Dann werde das Jubiläum zu einem Mega-Fest.
Ein Bild als "Gründungsurkunde"
„Im Jahre des Herrn 1145 erfolgte die erste Stiftung dieser Kirche. Herr Adelvolk von Speinshart, Stifter dieses Ortes und seine Gemahlin Richenza. Die Brüder Reinold und Eberhard von Reifenberg. Nimm an göttliches Kind mit Maria die dem Gotteshaus gewidmeten Gaben.“ So steht es auf Latein rund um das sogenannte Stifterbild, das in der Klosterkirche zu Speinshart an der Decke der Eingangshalle zu sehen ist.
Bild und Inschrift sind gewissermaßen die Gründungsurkunde des Klosters. Ungewöhnlich ist jedoch, dass das Motiv inmitten der barocken Deckenornamentik eher an eine mittelalterliche Malerei erinnert. Die Wissenschaft ist sich heute ziemlich sicher, dass der barocke Künstler - denn das Bild ist zweifelsfrei im Barock entstanden - ein spätmittelalterliches Tafelbild als Vorlage hatte.
Zum genauen Vorgang der Klostergründung gibt es keine Urkunden. Eine erste Niederschrift findet sich im Jahr 1163, als Kaiser Barbarossa das Kloster unter seinen Schutz nahm. In diesem Dokument wurde auch Adelvolk von Reifenberg namentlich als Stifter genannt. So finden sich also schon aus frühester Zeit Belege dafür, dass die Tradition, die im Stifterbild wiedergegeben ist und durch dieses auch fortlebt, einer wahren Begebenheit entspricht.
Eine erste päpstliche Urkunde existiert aus dem Jahr 1181. Damals bestätigte Papst Alexander III. dem Kloster die „Exemption“. Dies bedeutete die direkte Unterstellung der Abtei an den Papst. 875 Jahre nach der Gründung blickt Speinshart mit einem dreitägigen Jubiläumsfest auf die Gründerzeit zurück.














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