10.02.2019 - 16:32 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Ilse Aigner: "Rettet den Kontinent"

Unter Freunden fühlt sich Ilse Aigner in Speinshart. Beim gemeinsamen Lichtmessempfang des Klosters und der Gemeinde präsentiert sie sich als glückliche Landtagspräsidentin. Sie nimmt nicht nur gute Eindrücke mit nach Hause.

Ilse Aigner war beim 7. Lichtmessempfang in Speinshart der Stargast.
von Robert DotzauerProfil

Charmant lächelnd und in strahlender Laune scheint die ehemalige Staatsministerin Ilse Aigner in ihrer neue Aufgabe aufzugehen. Gut gelaunt trat sie am Sonntagsvormittag im Musiksaal des Klosters vor das Speinsharter Publikum, als wollte sie sagen: Endlich habe ich meine Berufung gefunden. Ihre Augen leuchteten, während sie Bürgermeister Albert Nickl die Amtskette zurechtrückte. Die gelernte Fernsehtechnikerin aus dem oberbayerischen Feldkirchen (54) hat fast alles erreicht, nur das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten blieb ihr verwehrt.

Der Lichtmessempfang hat im Klosterdorf schon Tradition. Man spürte es auch am Besucherandrang. Nach dem Festgottesdienst mit Abt Hermann Josef Kugler als Hauptzelebrant gab sich hinter Klostermauern eine große Gemeinde ein Stelldichein. Ex-Ministerin Emilia Müller in ihrer neuen Funktion als Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes Bayern, die Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und Stephan Oetzinger, Landrat Andreas Meier, Fördervereinsvorsitzenden Georg Girisch, Universitätspräsidenten, Kommunalpolitiker, Behörden- und Vereinsvertreter und nicht zuletzt die Bevölkerung lauschten den Merksätzen der Präsidentin.

Doch zunächst erfreute ein Blechbläser-Trio der Musikschule und Riita Michelson am Flügel die Herzen der Besucher. Während danach Abt Hermann Josef Kugler auf die unruhigen Zeiten hinwies und Verlässlichkeit und Vertragstreue als Fundamente einer berechenbaren Zukunft beschwor, oblag es Bürgermeister Albert Nickl, den Gast aus München als mächtigste Frau Bayerns zu begrüßen.

Sorge um Demokratie

Ilse Aigner widmete sich überwiegend dem Thema Europa. „Radikale Kräfte dürfen nicht an Gewicht gewinnen“, betonte die Präsidentin und stellte im Jahr der Europawahl europäische Grundsätze in den Mittelpunkt ihrer freien Rede. Aigner warb dabei für ein starkes Europa, von dem Bayern besonders profitiere. Viele Fragen könnten die einzelnen Mitgliedsstaaten nur in europäischer Gemeinschaft lösen. „Rettet im Geist der Zusammenarbeit und des guten Willens den Kontinent“, lautete ihre Friedensbotschaft.

Die Parlamentspräsidentin wünschte sich allerdings notwendige Korrekturen in Hinblick auf praxisgerechte und bürgernahe Entscheidungen und verurteilte radikale Tendenzen. Den jüngsten Gedenkakt im Landtag aus Anlass der NS-Opfer sei Anlass genug, über die demokratische Kultur in unserem Lande nachzudenken und die Grundrechte leidenschaftlich zu verteidigen. „Die Demokratie ist eine große Gabe – aber sie ist auch eine große Aufgabe“, sagte Aigner.

Kloster als Kulturerbe

Die Sehnsucht nach Gemeinschaft stellte Ilse Aigner auch in ihren weiteren Ausführungen als bedeutendes Anliegen dar. Solidarität entdecke sie ganz besonders auf dem Land, sagte Aigner. Als Beispiel nannte die Präsidentin mit Blick auf die Prämonstratenser-Abtei Speinshart die Unterstützung der Klöster. „Wer sich in ein Kloster einbringt, stärkt auch die Region und die reiche Kultur des Bayernlandes.“ Während der folgenden „Begegnung“ bestand für die Gäste auch Gelegenheit, sich in das Goldene Buch der Gemeinde einzutragen. Der offizielle Teil endete mit Geschenken kalorienreicher Oberpfälzer Schmankerln an die Parlamentspräsidentin.

Beobachtet von Abt Hermann Josef Kugler überreichte Bürgermeister Albert Nickl an die Landtagspräsidentin Oberpfälzer Schmankerln.
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