11.11.2020 - 14:22 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kloster Speinshart bleibt für Weidener ein Zuhause

Pater Johannes Bosco gehört seit 2010 den Prämonstratensern an. Viele Menschen haben ihn in den vergangenen zehn Jahren geprägt.

Pater Johannes Bosco, derzeit Kaplan in Weiden St. Josef, ist vor zehn Jahren in den Orden der Prämonstratenser eingetreten.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Fast genau zehn Jahre ist es her, dass Florian Ernstberger die wohl wichtigste Weiche für sein Leben gestellt hat: Der damals 25-Jährige hatte sich im Herbst 2010 entschieden, in den Orden der Speinsharter Prämonstratenser einzutreten. Heute – ein Jahrzehnt später – gilt es festzuhalten: Er ist gekommen, um zu bleiben. Aus Florian Ernstberger ist mit der Einkleidung, die damals in der Filialkirche St. Peter und Paul in Tremmersdorf stattfand, weil die Speinsharter Klosterkirche saniert wurde, Frater Johannes Bosco geworden.

Seit 2017 Priester

Der Heilige Don Bosco, quasi der Namensgeber des Speinsharter Ordensmanns, wird heute weltweit als Schutzpatron der Jugend verehrt. „Sein berühmtes Zitat ‚Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen‘ spiegelt die für ihn und seine erzieherische Tätigkeit kennzeichnende Grundhaltung der Freude und der Lebensbejahung wider“, erzählt der Prämonstratenser, der Pfingsten 2017 zum Priester geweiht wurde und seitdem als Pater Johannes Bosco bekannt ist. Dazwischen lagen noch die Bestärkungen seiner Zugehörigkeit zur Speinsharter Gemeinschaft, 2012 die Zeitliche Profess und dann 2015 die Feierliche („Ewige“) Profess.

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Speinshart

Ich möchte mit Leib und Seele ein Seelsorger sein, der bei den Menschen ist.

Frater Johannes Bosco

Gab es eigentlich auch Zweifel in den vergangenen zehn Jahren, ob der Ordensbeitritt wirklich das Richtige war? „Ich würde lügen, wenn ich Nein sage“, räumt der Pater ein. Die bekannten Austritte aus der Speinsharter Gemeinschaft hätten ihn nicht kalt gelassen. „Wir waren einmal sechs Fratres, ich bin als einziger geblieben“, blickt Johannes Bosco zurück. Natürlich mache man sich über diese Entwicklung Gedanken. Und natürlich bekommt man auch mit, dass man als Novize mit Mitte 20 ein ganz anderes Leben führe als gleichaltrige Freunde außerhalb des Klosters. „Das ist gelegentlich auch ein Kampf“, sagt Johannes Bosco.

Bereut hat er seine Entscheidung für den Orden, für das Kloster und für die Kirche insgesamt bis heute nicht. „Ich möchte mit Leib und Seele ein Seelsorger sein, der bei den Menschen ist“, betont er. Viele Mitbrüder und andere Menschen hätten ihn hier in den vergangenen zehn Jahren geprägt. „Ich habe auch ein Bild von Kirche kennengelernt und erfahren, das mich verändert hat“, beschreibt er. So sei er beispielsweise bei seiner Einkleidung noch „weit konservativer“ gewesen.

Aktuell Kaplan in Weiden

Aktuell verrichtet der Pater seinen seelsorgerischen Dienst seit gut zwei Jahren als Kaplan in der Pfarrei St. Josef in Weiden, zuvor war als Kaplan in Cham eingesetzt. Voraussichtlich im September 2021 absolviert er seine 2. Dienstprüfung, bei Bestehen könnte er im Anschluss zum Pfarradministrator bestellt werden. „Ob und wo das sein wird, steht noch in den Sternen“, sagte der Geistliche.

Obwohl er logischerweise viel Zeit in Weiden verbringt und nur selten im Klosterdorf ist, so ist und bleibt das Kloster Speinshart doch sein Zuhause. „Ich bin absolut gerne hier und spüre es auch bei den Leuten, dass sie sich freuen, wenn wir uns sehen und treffen“, erzählt Pater Bosco. Einen ganz großen Wunsch hat das jüngste Mitglied des Konvents für die Zukunft mit Blick auf den 100. Jahrestag der Wiederbesiedelung des Klosters im Herbst 2021: „Eine Einkleidung wäre anlässlich dieses Festes doch nicht das Schlechteste.“

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