03.10.2021 - 15:51 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kloster Speinshart feiert Doppeljubiläum

Zurück zu den Wurzeln, zur Besinnung auf ein einfaches Leben, das zugleich im Dienst an der Gemeinschaft steht. Vor 900 Jahren hat sich dem ein Orden verschrieben. Das und noch mehr wird in Speinshart gefeiert.

Den Festgottesdienst zelebrieren Abt Filip Lobkowitz aus Tepl, Generalabt Jos Wouters, Abt Hermann Josef Kugler und Pater Johannes Bosco.
von Robert DotzauerProfil

Ein Mann aus Xanten erobert vor 900 Jahren die Welt. Eine spannende Figur. Norbert von Xanten, Bischof von Magdeburg, Kanzler für Italien: Ein Leben in Reichtum und Ansehen stand vor ihm. Doch dann passierte es. Vor genau 900 Jahren wurde er der Legende nach vom Blitz getroffen. Norbert änderte sein Leben, schenkte sein Vermögen den Armen und gründete 1121 eine neue Gemeinschaft, den Prämonstratenser-Orden. Eine Geschichte, in der auch Speinshart eine bedeutende Rolle spielt. Dazu gehört auch die zweite Wiederbesiedlung des Klosters nach den Folgen der Reformation und der Säkularisation. 100 Jahre ist das nun her. Für die „weißen Männer“ von Speinshart ein besonderer Anlass, im Rahmen des Rosenkranzfestes beide Jubiläen zu feiern.

Festjahr startete in Prag

Am Sonntag jubilierte beim Pontifikalgottesdienst zunächst die wertvolle Steinmeyer-Orgel des barocken Kirchenjuwels. Einem innigen musikalischen Glaubensbekenntnis glich das Singen und Musizieren eines Ensembles der Chorgemeinschaft Sankt Georg aus Pressath unter Leitung von Richard Waldmann. Eine außergewöhnliche Festmesse. Schon am 1. Advent hatten die Jubiläumsfeierlichkeiten in der Abtei Strahov in Prag begonnen. In Böhmens Metropole fand einst der Schrein des Gründers seine letzte Ruhestätte. Speinsharts Chorherren wählten das traditionelle Rosenkranzfest, um an die Ordensgründung vor 900 Jahren und gleichzeitig an die wechselvolle und bewegte Geschichte der Abtei Speinshart einschließlich der zweiten Wiedergründung im Jahr 1921 zu erinnern.

"Ausnahmekloster" Speinshart

Das Jubiläumsmotto „Gemeinsam mit Gott bei den Menschen“ aufgreifend urteilte Abt Hermann Josef Kugler schon bei der Begrüßung der vielen Ehrengäste und zahlreichen Ordensbrüdern: „Wir können mit Stolz auf das schauen, was der Orden im Dienst an den Menschen geschaffen hat“. Speinshart gehöre zu den Ausnahmeklöstern mit gleich zwei Wiederbesiedlungen, so der Abt. Der Rückblick auf diese Erinnerungen mache auch Lust auf Zukunft.

Prozession um das Klosterdorf

In der Festpredigt von Generalabt Jos Wouters nahm besonders das Speinsharter Rosenkranzfest einen besonderen Stellenwert ein. Der Generalabt aus den Niederlanden mit Dienstsitz im Vatikan verwandelte bildhaft die Blume der Liebe und Freundschaft in ein Symbol für das dornige Leben der Menschen. Eingebunden in ein Rosenkranzgebet erfahre auch das gläubige Herz die Güte Gottes und mache die Menschen zu Brüdern und Schwestern. In diesem Sinne sah der oberste Prämonstratenser auch die Aufforderung an die Menschen, in die Fußstapfen des Ordensgründers zu treten. In einer nicht einfachen Zeit für Kirche und Gläubige ein großes Signal, den Regeln des heiligen Norbert und des Kirchenvaters Augustinus zu folgen.

Teil des Jubiläumsgottesdienstes war auch eine festliche eucharistische Prozession um das Klosterdorf. Der erste Teil des Festprogamms endete mit dem Schlusssegen in der Klosterkirche und einem Empfang im Innenhof der Abtei.

Die Geschichte der Prämonstratenser in Speinshart

Speinshart
Zum Festgeschehen gehört an einem goldenen Oktobersonntag auch eine Eucharistische Prozession rund um das Klosterdorf.
"Wir flechten die Welt zusammen": Generalabt Jos Wouters.

 

 

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