19.05.2019 - 08:59 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Klosterkegler stolz auf Erfolgsbilanz

Seit 40 Jahren donnert ein Gut Holz durch die Kegelbahn im Gemeindezentrum. In guten wie in schlechten Zeiten. Das Vereinsjahr 2018 fällt allerdings eher durchwachsen aus. Es hakt am sportlichen Personal

Bürgermeister Albert Nickl gratuliert zur Wiederwahl (von links) Schatzmeisterin Sabrina Schuller-Krausch, Vorsitzendem Hans Schuller, zweitem Vorsitzendem Markus Schrembs, Schriftführerin Marina Braun und dem neuen Sportchef Markus Edl.
von Robert DotzauerProfil

Wehmütig blickte SKC-Vorsitzender Hans Schuller auf glanzvollere Zeiten der Speinsharter Sportkegler zurück. Die Damen in der Landesliga und die Herren in der Regionalliga schoben auf Landesebene einen Vereinsrekord nach dem anderen. Diese Zeiten sind vorbei. Trotzdem habe der Verein im bayerischen Landen einen guten Ruf, so der SKC-Chef. Nach dem Spieleraderlass der vergangenen Jahre ist Hans Schuller dennoch zufrieden. „Wir sind wieder da“, bemerkte er mit Blick auf die Meisterschaft in der Kreisklasse A Weiden und dem damit verbundenen Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Kreisliga. Schon jetzt freuen sich die Klosterkegler auf die spannenden Lokalkämpfe mit dem Nachbarn aus Eschenbach.

Die gebremste Euphorie des Chefs hat einen wichtigen Grund. Hans Schuller nahm in der Jahreshauptversammlung in der Kegelbahn-Gaststätte die Statistiken zur Hand und stellte fest. „In allen Klassen des Amateurbereichs sinkt die Zahl der Sportkegler“. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf den eigenen Verein aus. Nur noch drei Mannschaften nehmen am Spielbetrieb teil. „Früher waren es einmal bis zu 9 Teams“. Auch den Mitgliederstand untersuchte der Vorsitzende. Von knapp 100 sank die Gesamtmitgliederzahl auf 52, berichtete Schuller.

Die Krise im Kegelsport sei längst bei den Vereinen angekommen, bemerkte Schuller und bedauerte zusätzlich, dass es vor allem im Schüler- und Jugendbereich kaum Interesse an dieser schönen Sportart gebe. Im Gegensatz dazu freute sich der Versammlungsleiter über die Begeisterung am Gesellschaftskegeln. Als Maßstab nannte er die jüngsten Gemeindemeisterschaften mit 38 Mannschaften. Das Kegeln in gemütlicher Runde meist verbunden mit einer Brotzeit komme einfach an, so Schuller und auch die Gemeindemeisterschaft sei ein nicht mehr wegzudenkender Höhepunkt im Vereinsleben der Gemeinde. Dafür dankte Schuller an Teilnehmern und dem SKC-Organisationsteam, dass seit 40 Jahren keine Mühe scheue, um dieses besondere sportliche Event am Leben zu erhalten.

In Anwesenheit der Ehrenmitglieder Georg Scherl und Anton Weidner, der Bürgermeister Albert Nickl und Roland Hörl und von Gemeinderat Hans Meyer ging der Vorsitzende auf die weiteren Höhepunkte des Vereinsjahres ein. Schuller erinnerte an die Siegerehrung für die Gemeindemeister, an die Ehrung der 2. Herren-Mannschaft für den Aufstieg in die B-Klasse und an das Schnupper-Kegeln im Rahmen des Ferienprogrammes. Das traditionelle Grillfest bezeichnete der Vorsitzende als Demonstration gesellschaftlicher Geschlossenheit. Es diene auch zum Kräfte tanken für die neue Saison. Erwähnung fanden zudem das Drei-Königskegeln, die Kirchweihschmankerln von Rosi Wolf, die Weihnachtsfeier, die Teilnahme am Sportabzeichen in Pressath und der schon traditionelle Käse- und Fischsemmel-Stand beim Bürgerfest.

Der Dank des SKC-Chefs war umfassend. Ob Sportkegler, Mannschaftsführer Christian Weiß und Markus Schuller für die langen Anfahrten zu den Wettkämpfen, ob Sportausschuss, Sportwart Markus Edl oder Vorstandschaft, ob Sabine Weiß und Marco Hofmann für die Saalbewirtung, Christian Weiß für die Jugendarbeit, Rosi Wolf für ihre Verwöhnküche, der Gemeinde mit Bürgermeister Albert Nickl und den Sponsoren: sie alle würdigte Hans Schuller als Fundamente für eine erfolgreiche Vereinsarbeit. Sein Bedauern galt der 2. Mannschaft, weil sie durch das Abstellen von Spielern für das 1. Herrenteam wieder absteigen musste.

In seinem Ausblick lud Hans Schuller zur Siegerehrung der Gemeindemeister am 2. Juni ein. Damit verbunden ist ein Gartenfest der Klosterkegler. Noch ohne Termin aber fest verankert ist ein Grillfest im August mit Ehrung der Clubmeister und ein Tagesausflug mit Kind und Kegel, wie Schuller bemerkte. Auch an der Aktion „Verein macht Schule“ wollen die Klosterkegler teilnehmen. An Bürgermeister Albert Nickl war die Bitte gerichtet, nach 40 Jahren Betrieb die Erneuerung der Kegelbahn anzugehen. Die Sportkegler wünschen sich zudem eine zweite Umkleidekabine. Schuller wies ferner auf das vom Bayerischen Sportkeglerverband erlassene neue Spielrecht hin und urteilte: „Die Neuregelungen sind für die Amateurvereine ein Schwachsinn“.

Schatzmeisterin Sabrina Schuller-Krausch bezeichnete die Bilanz 2018 als eine der besten der Vereinsgeschichte. Eine perfekte Kassenführung bestätigten die Prüfer Manfred Schusser und Roland Hörl. Eine wesentliche Änderung gab es bei den folgenden Neuwahlen. Während die Versammlung nahezu einstimmig Vorstand Hans Schuller, seinen Vertreter Markus Schrembs, Schatzmeisterin Sabrina Schuller-Krausch und Schriftführerin Marina Braun in ihren Vereinsämtern bestätigte, mussten die Mitglieder einen neuen Sportwart bestimmen. Einstimmig fiel die Wahl auf Markus Edl, der bereits vorher einen bemerkenswerten Bericht über die sportliche Lage des Vereins abgegeben hatte.

Verständnis zeigte Bürgermeister Albert Nickl für die Wünsche des Vereins zur Bahnsanierung. Er kündigte zeitnah Gespräche mit der Vorstandschaft der Klosterkegler an. „Wir werden gemeinsam eine Lösung finden“, gab sich der Gemeindechef optimistisch. Mit Blick auf das sportliche und gesellschaftliche Geschehen im Verein bezeichnete Nickl die Kegler als Bereicherung für das Gemeindeleben. Danke sagte er für die Saalbewirtung und die Beteiligung am Bürgerfest. Gleichzeitig lud er zum Einsatz beim 875-jährigen Gemeindejubiläum im kommenden Jahr ein. Die Versammlung endete mit einem donnernden dreifachen Gut Holz.

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