12.09.2021 - 13:27 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kommt ein Zentrum für Künstliche Intelligenz nach Speinshart?

Tag der Vorentscheidung: Nicht nur für das beschauliche Klosterdorf Speinshart, sondern für den gesamten Freistaat kommt es am 15. September zu einer wichtigen Weichenstellung. Es geht um ein wichtiges Technikfeld der Zukunft.

Inmitten natürlicher Farbenpracht erstrahlt das Kloster Speinshart. Bald könnte hier ein Wissenschaftszentrum für Künstliche Intelligenz entstehen.
von Clemens FüttererProfil

Um der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die Sprünge zu helfen, gründete sich auf Betreiben von Ministerpräsident Markus Söder vor knapp einem Jahr ein hochkarätig besetzter KI-Rat in Bayern. Das 21-köpfige Experten-Gremium tagt am kommenden Mittwoch im Kloster Speinshart.

Bei dem ganztägigen Treffen übergibt der KI-Rat „in feierlichem Ambiente“ die Projektstudie für ein „Internationales KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum“ an die drei beteiligten Ministerien. Der Staatsminister für Wissenschaft, Bernd Sibler, die Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, sowie Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert werden selber vor Ort sein. Ihre Anwesenheit spricht dafür, dass es am 15. September nicht nur um banale Formalitäten und Händeschütteln geht. „Lasst euch überraschen...“ verlautet aus gut informierten Kreisen. Das bayerische Kabinett dürfte sich dann mit den Empfehlungen des KI-Rats befassen.

Das zur Internationalen Begegnungsstätte ausgebaute und sanierte Prämonstratenser Kloster bewirbt sich offiziell um den Sitz als „KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum“. Es stellt ein offenes Geheimnis dar, dass die Begegnungsstätte Speinshart mit ihren kulturellen Veranstaltungen defizitär ist und sich auf Dauer wohl nicht allein tragen kann. Gleichzeitig bietet aber das Kloster mit dem Klosterdorf optimale Voraussetzungen für eine staatliche Institution oder eine vom Staat unterstützte Einrichtung. „Wir würden uns damit für die Zukunft auf solide Beine stellen“, erklärt Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl. Er sieht dem 15. September ebenso erwartungsvoll und gespannt entgegen wie der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion, Tobias Reiß. Als neuer Vorsitzender des Fördervereins für das Kloster zog Reiß in den vergangenen Monaten die Strippen für ein potenzielles KI-Zentrum…

Thema KI bespielen

Aus der Einladung für den 15. September geht hervor, dass die Vorbereitungen „bereits intensiv laufen und schon zahlreiche Abstimmungen stattgefunden haben“. Der KI-Rat freue sich, dass die Kooperation vor Ort in Speinshart „so gut funktioniert“. Der KI-Rat soll einerseits strategische und inhaltliche Leitlinien erarbeiten, anderseits die KI-Kompetenzen in der bayerischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bündeln und vernetzen. Das Gremium besteht zu je einem Drittel aus Mitgliedern der Hochschulen, der außeruniversitären Forschung und der Wirtschaft.

Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, geht Speinshart mit einer Machbarkeitsstudie eines Amberger Architekturbüros in Vorleistung. „Wir machen schon mal unsere Hausaufgaben, um sofort starten zu können“, betont Bürgermeister Albert Nickl. Es wären größere Um-und Anbauten in zweistelliger Millionenhöhe erforderlich. Kein Zweifel herrscht bei den Beteiligten, „dass das Thema Künstliche Intelligenz bespielt werden muss: Sonst wird Deutschland international zweitklassig“.

Künstliche Intelligenz (KI) bei IGZ Falkenberg

Falkenberg

 

 

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