Speinshart
05.08.2025 - 17:45 Uhr
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Künstliche Intelligenz trifft Kunst: Dialog bei Sonntagsmatinée im Kloster Speinshart

Wie verändert Künstliche Intelligenz kreatives Schaffen und wie kann in ländlichen Regionen die Kultur davon profitieren? Diese und noch mehr spannenden Fragen wurden im Kloster Speinshart bei einer Sonntagsmatinée beleuchtet.

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Die einen knüpfen überschwängliche Hoffnungen an sie, andere warnen davor, die Technologie in Zusammenhang mit dem kreativen Schaffen der Menschen zu überschätzen. Es ist ein kontroverses Thema, das viele Gemüter bewegt. Um dieses Zusammenspiel in einer komplexen Welt richtig zu verstehen, die KI verantwortungsvoll zu nutzen und die Anwender vor gefährlichen Nebenwirkungen im Bereich der Kultur zu schützen, war im Klosterdorf Speinshart der Blick auf die „Künstliche Intelligenz und intelligente Kunst“ gerichtet.

Kulturschaffende aus ganz Bayern waren auf Initiative der Stiftung Kulturzukunft Bayern in Kooperation mit dem Kloster, dem „Speinshart Scientific Center for AI und Super Tech (SSC) und des Fördervereins der Internationalen Begegnungsstätte eingeladen, sich im inspirierenden Ambiente des Kloster-Innenhofes auszutauschen, zu vernetzen und neue Impulse zu gewinnen.

Speinshart Mosaikstein bayerischer Kulturansprüche

„Kultur ist kein Luxus, sie bringt Menschen zusammen, stärkt die Gemeinschaft und macht Orte lebendig – auch und gerade in Speinshart“, betonte Schirmherr Tobias Reiß, Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Vorsitzender des Fördervereins, schon zur Eröffnung der Matinée. Dieses bayerische Selbstverständnis sei wichtig. Bayern zum größten Kulturstandort Europas zu entwickeln, sei für den Landtagsabgeordneten ein großes Ziel. Das Kloster Speinshart sieht er als kleinen Mosaikstein bayerischer Kulturansprüche. Moderatorin Miriam Ferstl, Künstlerin und Botschafterin des Kulturatlas Bayern, lud mit ergänzenden Beispielen dazu ein, die neue Zauberkraft Künstliche Intelligenz im Einklang mit den Vorteilen von Kunst und Gesellschaft besser zu verstehen. Sie empfahl auch den Kulturatlas Bayern als digitale Plattform für alle Kulturschaffenden zu nutzen.

Umrahmt vom einzigartigen Sound elektronischer Musik untermalt mit natürlichen Klanglandschaften der Band "Her Tree" mit Sängerin Alexandra Cumfe und Produzent Max Spindler, standen schließlich die digitalen Werkzeuge der Kulturpraxis und ihre Zusammenhänge mit KI-gestützten Funktionen im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit Experten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft. Moderiert von Miriam Ferstl debattierten auf dem Podium Professor Günter Leugering, wissenschaftlicher Direktor des SSC, Karin Wimmer, Galeristin und Dozentin an der LMU München , die Regensburger Künstlerin Michaela Lautenschlager, Professor Ralph-Miklas Dobler von der Hochschule München sowie Anna Kleeblatt, Unternehmensberaterin und Initiatorin des Kulturaltas Bayern.

Geht kreatives Denken verloren?

Wissenschaftlich und künstlerisch hochkarätig besetzt, bot die Veranstaltung Einblicke in das Denken, Arbeiten und Gestalten mit KI sowie deren Einsatz in Kunst und Kultur. Kann KI überhaupt kreativ sein oder ist sie mit Blick auf die Kunst eine Blackbox des Algorithmus, in die Menschen keinen Einblick haben? Kann KI völlig neue Werke schaffen? Beflügelt demzufolge die KI das Kreative oder geht kreatives Denken verloren? Eine Entwicklung, die auch den Gemütszustand der Menschen verändere, hieß es in der anregenden Debatte.

Professor Günter Leugering gab zu: „Ein Thema mit schwerem Durchstieg mit vielen Risiken und Chancen“.Auch bei den Künstlern wecke das Werkzeug der KI viel Neugierde, stellte Michaela Lautenschlager fest, um gleichzeitig auf Veränderungen in der künstlerischen Wahrscheinlichkeitsdarstellung hinzuweisen. Lautenschlager befand zudem: Für die experimentelle Kunst sei KI-gestütztes Schaffen dennoch ein wichtiges und effizientes Instrument.

Das Menschsein schützen

Die geisteswissenschaftliche Perspektive beleuchtete Professor Ralph Dobler. Was macht die KI mit der Gesellschaft? Welche Werte verändern sich und werden wichtiger? Für den Wissenschaftler eine grundlegende Frage des Menschseins und der Sehnsucht nach echter Menschlichkeit und Begegnung trotz zunehmender Präsenz von Supertechnologien.

Dobler empfahl, die Vielfalt der Moralvorstellungen im globalen Kontext zu sehen. So sei zum Beispiel der Begriff Freiheit und die urchristliche Tugend der Nächstenliebe im Wechselspiel von KI und einem glaubwürdigen Wertekontext ein großes Thema. Der Wissenschaftler mahnte zusammenfassend: „Maschinen können Empathie nicht erkennen.“ Die offene Austauschrunde bot viel Raum für wichtige Perspektiven und für einen vielseitigen und konstruktiven Input. Das große Interesse an der Sonntagsmatinee erwies sich als starkes Zeichen für die Rufe nach mehr Transparenz, Information und themenübergreifender Vernetzung.

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