Speinshart
09.02.2021 - 15:08 Uhr
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Künstliche Intelligenz ist die Zukunftsvision für das Kloster Speinshart

Künstliche Intelligenz soll die Zukunft des Klosters Speinshart sichern. Die Förderer und Unterstützer dieses Vorhabens geben Oberpfalz-Medien einen exklusiven Einblick, was hinter der Idee steckt.

Das Kloster Speinshart soll in Zukunft ein Treffpunkt für Experten aus dem Bereich Künstliche Intelligenz sein. Archivbild: stg
Das Kloster Speinshart soll in Zukunft ein Treffpunkt für Experten aus dem Bereich Künstliche Intelligenz sein.

Geht es nach Landtagsabgeordneten Tobias Reiß wird das Kloster Speinshart in Zukunft ein klangvoller Name auf der internationalen Landkarte rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sein. „Es soll ein Rückzugsort für Diskussion und Austausch für das moderne Thema KI werden. Speinshart ist der geeignetste Ort dafür. Es ist eine Zukunftschance für die gesamte Nordoberpfalz“, sagt Reiß bei einer Gesprächsrunde im Kloster Speinshart.

Ein erster Schritt hin zum modernen Wissenschaftszentrum soll die 3D-Modellierung der Klosteranlage sein. 200 000 Euro stehen für die Umsetzung zur Verfügung. Der Bayerische Landtag unterstützte den Antrag in der vergangenen Woche. „Wir wollen dadurch das Kloster erfahrbar machen und weit über den Landkreis hinaus als Standort positionieren“, erklärt Reiß. Durch die hochmoderne 3D-Visualisierung sollen auch kleinste Details für virtuelle Besucher aus aller Welt sichtbar sein.

Große Chance für Speinshart

Das Kloster Speinshart reiht sich dann im Zentrum Digitale Welten im Deutschen Museum in München neben den 3D-Modellen der Schlösser Neuschwanstein oder Herrenchiemsee ein. „Das ist natürlich eine riesige Chance die Bekanntheit des Klosters massiv zu erhöhen“, freut sich Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl. Der Etablierung des Klosters als KI-Zentrum in der Region, sieht er optimistisch entgegen: „Dadurch besteht die Chance das Kloster auch finanziell auf sichere Füße zu stellen.“

Neben der Positionierung als moderner Standort für Künstliche Intelligenz, erhoffen sich die Verantwortlichen so auch eine Steigerung der touristischen und kulturellen Bekanntheit der Klostergemeinde weltweit. Unterstützung kommt auch von der Rainer-Markgraf-Stiftung aus Bayreuth, die Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung in der Oberpfalz und in Oberfranken fördert. „Das KI-Zentrum passt genau in unsere Vorstellungen. Wir steigen hier gerne mit ein“, erklärt Florian Prosch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung.

Es soll ein Rückzugsort für Diskussion und Austausch für das moderne Thema KI werden.

Tobias Reiß

Tobias Reiß

Region und Leute einbeziehen

Gefragt ist bei der Umsetzung des KI-Konzeptes sind aber auch die Gemeinde und der Landkreis. Bürgermeister Nickl und Landrat Andreas Meier sind in die Planungen involviert. Es muss die notwendige Infrastruktur geschaffen werden und auch die regionale Wirtschaft soll eingebunden werden. Natürlich müssen auch die Einwohner der umliegenden Orte mitgenommen werden. „Wir wollen der Region ja nichts überstülpen, was dann wie ein Fremdkörper wirkt“, sagt Landrat Meier.

Erste Schritte dafür sind ebenfalls schon auf dem Weg. Die Gemeinde Speinshart hat bereits einen Architekten beauftragt, der ein städtebauliches Konzept erarbeiten soll, das zeigt, welche Räume gebraucht werden und was genutzt werden kann. Denkbar sind laut Bürgermeister Nickl daher auch Räumlichkeiten in Speinshart. „Es geht um Versorgung sowie Tagungs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Eventuell sind Neubauten oder Sanierungen notwendig. Es ist eine große Aufgabe für die Gemeinde und das Kloster“, erklärt er. Gerade hier müsse die Bevölkerung einbezogen werden. Nickl plant daher eine Bürgerversammlung abzuhalten, sobald das wieder möglich ist.

Wir wollen der Region ja nichts überstülpen, was dann wie ein Fremdkörper wirkt.

Landrat Andreas Meier

Landrat Andreas Meier

Kultur und Klosterleben erhalten

Keinesfalls leiden unter dem geplanten KI-Zentrum, sollen Konzerte, Kultur, Klosterleben und Gastwirtschaft. „Es war ein schwieriges Jahr ohne Veranstaltungen“, bilanziert Nickl, der nach dem Ausscheiden von Georg Gierisch vorübergehend den Vorsitz des Fördervereins des Klosters übernommen hat. Über die endgültige Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden soll auch bald entschieden werden. Nickl verrät, dass der Vorstand sich noch im Februar deswegen besprechen wird. Für den 26. März ist dann die Generalversammlung mit Neuwahlen geplant, wenn möglich als Präsenzveranstaltung.

Nachbesetzt werden soll auch die Stelle des Leiters der Internationalen Begegnungsstätte. Thomas Englberger hatte den Posten zum Jahreswechsel verlassen. Wie Florian Prosch erklärt, sei die Rainer-Markgraf-Stiftung bereit die Finanzierung von Stellen zu unterstützen und Personalkosten mitzutragen.

Neben den großen Plänen für die Zukunft muss aber weiterhin ein Leben im Kloster möglich sein. Pater Adrian hat hier keine Bedenken. Ihn freut es, dass das Kloster so viele Unterstützer hat, die sich um die Zukunft sorgen. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich hoffe, dass die Entwicklung so weitergeht“, sagt er.

In den nächsten Monaten geht die Arbeit im Hintergrund weiter. Reiß will sich auch auf Bundesebene für das Kloster stark machen und Fördermöglichkeiten ausloten. Gespräche mit Firmen aus der Region, die sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz bereits befasst haben, sollen ebenfalls stattfinden.

Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich hoffe, dass die Entwicklung so weitergeht

Pater Adrian

Pater Adrian

München04.02.2020
Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Pater Adrian, Pater Andreas, Bürgermeister Albert Nickl und Florian Prosch von der Rainer-Markgraf-Stiftung. Bild: msh
Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Pater Adrian, Pater Andreas, Bürgermeister Albert Nickl und Florian Prosch von der Rainer-Markgraf-Stiftung.
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