27.07.2020 - 10:46 Uhr
SpeinshartOberpfalz

"KunstGewinn" stellt Werke in Wieskapelle Speinshart aus

"Oberpfalz" nennt die Mal-Gruppe "KunstGewinn" ihre Ausstellung in der Wieskapelle Speinshart. In ihren Bildern spiegelt sich die Verbundenheit zur regionalen Natur und Architektur wieder.

Auf ein großes Publikumsinteresse stieß schon die Vernissage in der Wieskapelle Speinshart. Die Besucher begrüßte Ausstellungsleiter Johannes Janner (li)
von Robert DotzauerProfil

Über Kunst gibt es eine Fülle von gegensätzlichen Theorien. Deshalb heißt es auch: Über Kunst lässt sich streiten. Die teilweise gegensätzlichen Positionen zeigen, dass Kunst etwas ist, das unmittelbar zum Menschen gehört. Was jedoch stets bleibt, ist die Tatsache, dass Kunst eine zweite Wirklichkeit ist, die zur alltäglichen Umgebung in einer lebendigen Spannung steht. Kunst muss Bezug nehmen auf Dinge, die das Leben uns zeigt und die Natur uns bietet. Die Gruppe „KunstGewinn“ versteht es, dieses Spannungsfeld auszufüllen.

„Oberpfalz“ heißt die jüngste Ausstellung, in der sich einheimische Künstler mit Dingen befassen, die es sprichwörtlich vor der Nase zu entdecken gilt. Ausstellungsleiter Johannes Janner gibt zu, dass sich viele Kunstschaffende gerne mit dem „Terra incognita“, dem unbekannten Terrain befassen, das herausfordert, zur Auseinandersetzung reizt und unbegrenzten Gestaltungsspielraum lässt. Sich „nur“ mit dem scheinbar Alltäglichen, dem unmittelbar Vorgefundenen zu befassen, das sich mit dem genauen Hinsehen erschließt, erscheint als Einschränkung.

Doch genau diese Blicke öffnen Türen in neue Erlebniswelten, die es künstlerisch auszuleuchten und geistig zu durchdringen gilt, erläutert der akademische Maler aus Grafenwöhr. Die Oberpfalz als Heimatbegriff steht deshalb im Mittelpunkt der Ausstellung, die am Freitag mit einer Vernissage im barocken Prachtraum der Speinsharter Wieskapelle begann. Die Mitglieder von „KunstGewinn“ entführen mit ihrer eigenen künstlerischen Handschrift in die Natur und setzen sich mit der vorgefundenen Architektur auseinander. Schon beim ersten Hinsehen fällt auf: die Künstler Katrin Czogalla aus Eschenbach, Gabriele Lohner (Eschenbach), Gerti Reynolds (Grafenwöhr), Monika Schwindl (Grafenwöhr), Ulrich Sigmund (Schlammersdorf), Ines Zeitzer (Grafenwöhr) Kunstmaler und Ausstellungsleiter Johannes Janner verbinden ihr Schaffen mit der Oberpfälzer Heimat.

Ausstellungseröffnung in Neustadt am Kulm

Neustadt am Kulm

„Niemals dürfen sich die Künstler über den Begriff der Heimat erhaben fühlen“, warnt Janner um gleichzeitig auf die Verbindung von Heimat und Herkunft hinzuweisen. In Speinshart lässt sich die Gruppe auf dieses Heimatbewusstsein ein. Individuelle Blickwinkel ermöglichen eine Vielzahl immer neuer Blicke auf immer dasselbe Thema. Die bunte Mischung an Exponaten beeindruckt und bestätigt, dass die Wohlfühlregion Oberpfalz im Allgemeinen und das nähere Wohnumfeld im Besonderen inspiriert und eine bemerkenswerte Atmosphäre für künstlerisches Wirken bietet. Auffällig ist auch das gehobene Niveau der Techniken.

Die Neigung zu heimatbezogenen Motiven bezaubert auch die vielen Besucher der Vernissage. Jeder kann sich davon überzeugen, das Kunst auf dem Lande und die Vielfalt der Motive ihre besonderen Reize hat. Wer sich mit den Bildern auseinandersetzt, braucht die Motive nicht zu suchen – sie sind überall und offenbaren die bezaubernde Seele einer Region. Johannes Janner betont: „Dem Betrachter wird die vertraute Lebenswelt vorgestellt, manchmal sachlich, dann wieder poetisch, hin und wieder mystisch“. Eine solche Bilderzählung zwingt zum genauen Hinsehen, zum Träumen, zum Diskutieren und macht Freude.

Bürgermeister Albert Nickl freut sich mit und ist dankbar, dass „KunstGewinn“ in Zeiten von Corona beispielgebend ein Signal zum kulturellen Wiederbeginn setzt. Als neuer Hausherr der Wieskapelle gratuliert der Bürgermeister zur guten Wahl des Ausstellungsortes und lobt die Kunstschaffenden für das Thema. Den Mehrwert der Ausstellung verbindet Nickl mit der Feststellung: „Heute ist die Oberpfalz in Speinshart“. Geöffnet ist die Ausstellung an den Wochenenden am 1./2. August, am 8./ 9. August, am 16./17. August und am 22./23. August jeweils von 14 bis 17 Uhr. Die Besichtigung ist auch nach Vereinbarung möglich. Kontakt unter Telefon 09641d/1209 und per E-Mail an kunsterei[at]gmail[dot]com.

Die ortsbildprägenden Kirchen in der Stadt Eschenbach gehöen zu den Kunstwerken, die Johannes Janner geschaffen hat.
Ein Blickfang ist das von Monika Schwindl geschaffene Altarbild der Friedenskirche in Grafenwöhr.
Natur pur mit einem glühendem Farbenspiel eröffnet sich zum Thema "Bootshäuser am Rußweiher" von Katrin Czogalla.
Das Bild vom Speinsharter Klosterhofanwesen Diepold fasziniert nicht nur Künstlerin Ines Zeitzer.
Beim Künstler-Gruppenbild vor der Klosterkirche mit Bürgermeister Albert Nickl (rechts). Es fehlt Malerin Ines Zeitzer.

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