17.05.2020 - 09:49 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Liegesofas für den Wohlfühlfaktor: Speinsharter können sich zurücklehnen

Für die Organisation des Dorf- und Klosterjubiläums waren staatliche Mittel längst eingeplant. "Nach der Festabsage auf Zuschüsse zu verzichten, das kommt nicht in die Tüte", sagen sich die Speinsharter und kreieren ein neues Kleinprojekt

Sogenannte Liegesofas auf den Kinderspielplätzen und an exponierten Stellen der Gemeinde sollen das Wohlfühlklima des Klosterdorfes aufwerten. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Auch der mustergültig gepflegte Kinderspielplatz in Tremmersdorf (unser Bild) soll ein Sofa erhalten .
von Robert DotzauerProfil

Grundlage der staatlichen Geldspritze ist ein sogenanntes Regionalbudget. Mit diesem Förderinstrument unterstützen das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Frosten und die Ämter für Ländliche Entwicklung Gemeinden, die sich freiwillig im Rahmen einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) zusammengeschlossen haben. Ziel ist die Stärkung regionaler Identität, wie es in den Förderrichtlinien heißt.

Auch der Kooperationsraum VierStädtedreieck gehört zu den regionalen Akteuren. Mit einem Budget von jährlich 100.000 Euro ausgestattet, hoffen die Gemeinden aus diesem ILE-Sondertopf auf Zuschüsse für schnell geborene Kleinprojekte. Der Fördersatz beträgt bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten, maximal jedoch 10.000 Euro. Ein vom ILE-Kooperationsraum Vierstädtedreieck eigens benanntes Entscheidungsgremium ist dafür zuständig, Auswahlkriterien zu definieren und die eingereichten Projekte auszuwählen. Der Umsetzungszeitraum endet am 1. Oktober 2020.

Für die Gemeinde Speinshart höchste Zeit, für den aus coronabedingten Gründen hinfälligen Förderantrag zur Unterstützung des Jubiläumsfestes eine neue Idee zu kreieren und eiligst als Fördermaßnahme einzureichen. Fündig sei 2. Bürgermeister Roland Hörl geworden, hob Bürgermeister Albert Nickl hervor und verwies auf die Anregung Hörls, die Spielplätze der Gemeinde mit Liegesofas auszustatten. Dabei handelt es sich um hochwertige wetterfeste Design-Sofas mit Holzlattung und einem Unterbau aus Metall.

Zusätzlich zu den sechs Spielplätzen nannte der Bürgermeister als denkbare Standorte mit Wohlfühlfaktor den Klosterhof, den Barbaraberg und den Dorfplatz in Dobertshof. Wichtig sei eine feste Verankerung. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von zirka 15.000 Euro. Die 80-Prozent-Förderung macht die Investition erschwinglich. CSU-Fraktionssprecher Christian Höllerl urteilte: „Ein guter Vorschlag mit einer Einladung zum Entspannen“. Holger Götz empfahl eine sichere Verankerung der Ruhebänke, „damit die wertvollen Sofas keine Füße bekommen“. Für die Antragstellung bei der ILE und für die weiteren Verfahrensschritte genehmigte das Gremium dem Bürgermeister Handlungsfreiheit.

Stand der Bauarbeiten

Im Informationsteil berichtete Bürgermeister Albert Nickl über den Stand der Bauarbeiten im Gemeindezentrum und in den historischen Scheunen im Klosterhof. Nickl freute sich über den Abschluss der Baumeisterarbeiten durch die Firma Dunzer und kündigte den Beginn der Elektro- Arbeiten an. Der Auftrag sei an die Firma Elektro-Kellner in Wiesau als wirtschaftlich günstigsten Bieter vergeben worden. Die Auftragssumme beträgt 115.322 Euro. Für die Sanitär- und Heizungsinstallation nannte Nickl eine Vergabesumme von 31.836 Euro. Auftragnehmer ist die Firma Nachtmann aus Speichersdorf. Nach bereits stattgefundenen Einweisungsgesprächen rechnet der Bürgermeister mit einem umgehenden Baubeginn.

Nach Fachgesprächen vor Ort mit erfahrenen Praktikern aus der Region sei man nun auch bei der Planung der Bühnen- und Tontechnik, der Küchenausstattung und des Ausschankbereiches ein Stück schlauer geworden, gab Nickl bekannt. Die Baustelle laufe plangemäß, so der Sitzungsleiter. Mit Blick auf das Scheunen-Projekt informierte der Bürgermeister über die zügige Fortsetzung der Zimmerer- und Baumeisterarbeiten.

Kita und Spielplätze

Der Corona-Pandemie zum Trotz berichtete der Bürgermeister von einer „durchgehenden“ Öffnung der Kindertagesstätte. „Derzeit werden 15 Kinder betreut und das mit steigender Tendenz“, stellte Nickl fest. Die Lockerung der staatlichen Infektionsschutzanordnungen ermögliche auch wieder die Freigabe der Kinderspielplätze in Speinshart, Tremmersdorf und Zettlitz. Wegen einiger Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten bleiben die Spielplätze in Münchsreuth und Haselbrunn vorerst geschlossen. Zudem sei für den Spielplatz in Münchsreuth ein Genehmigungsverfahren notwendig. Zur Frage von Gemeinderat Martin Rodler über den Sachstand zur Creußensanierung kündigte der Bürgermeister für die „Nach-Corona-Zeit“ eine Besprechung im kleinen Kreis mit Beteiligung des Wasserwirtschaftsamtes und des Planungsbüros an.

Zu wenig Abstand im Schulbus?:

Nach Informationen zur Wiederaufnahme des Schulbetriebes in der Grundschule am Rauhen Kulm nahm Bürgermeister Albert Nickl zur Kritik an der Schülerbeförderung Stellung. Manche Eltern kritisierten die zu geringen Mindestabstände in den Schulbussen. Das Busunternehmen habe mittlerweile den Einsatz von Kleinbussen zugunsten größerer Busse auch zur Mittagszeit zugesagt, versicherte der Bürgermeister. Dafür müssten manche Schüler allerdings längere Busfahrten in Kauf nehmen.

Der Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzende gab zu bedenken, dass trotz der Vorgaben und des guten Willens in manchen Bussen nicht immer der Mindestabstand eingehalten werden könne. Umso wichtiger sei die Notwendigkeit der Maskenpflicht. Nickl verwies zudem auf die Vorschriften für den öffentlichen Personennahverkehr. „Alles, was für den ÖPNV geregelt ist, gilt auch für die Schülerbeförderung.“

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Kommentare

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Karl-Werner Schramm

Kinderspielplätze sind keine Ruhestätten für Erwachsene!

Die Bänke sollen hoffentlich für Kinder sein und nicht für aufsichtspflichtige Erwachsene, die einnicken, so wie der Gemeinderat abgenickt hat für diese fragwürdige Idee zum Geldausgeben.

Speinshart floppt auch wieder mit dieser Maßnahme.

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K-W Schramm
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