„Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen, o segne ihn mit holdem Sinn und uns zu deinen Füßen“, heißt es in einem beliebten Marienlied. Maiandachten prägen den Monat Mai. Gerne und häufig versammeln sich die Gläubigen, um vor geschmückten Altären und der Mutter Gottes geweihten Kirchen zu beten und zu singen. „Maria Maienkönigin“ hieß es am Sonntagabend auch in der Klosterkirche Maria Immaculata in Speinshart. Orchester und Solisten des St.-Thomas-Chores Trockau überzeugten mit anspruchsvollem Singen und Musizieren zu Ehren der Mutter Gottes.
Die Maiandacht vereinigte in der Klosterkirche Hunderte von Marienverehrern zum innigen Lauschen und zum aktiven Mitsingen. Freudiges Musizieren und Maria als Sinnbild des Lebens bestimmte fortan das Programm, das vom erhabenen „Domine Deus omnium Creator“ des Wiener Hofkapellmeisters Joseph Eybler eingeleitet wurde. Danach verneigten sich Chor, Streicher, Orgel und Sopran Christel Schmitt vor einem berühmten Komponisten aus der Oberpfalz. Max Regers „Sei, edle Königin, gegrüßt“ gelang dem Ensemble hingebungsvoll. Dann war das „Ave Maria“ von Reinhold Kühnel besonders für den Sopran eine Herzensangelegenheit. Überhaupt: Raritäten und Kostbarkeiten aus dem 18. Jahrhundert bestimmten das Programm. Dazu zählte auch die Klangpracht des „Salve Regina“ von Ludwig Rotter. Die marianische Antiphon „Alma Redemptoris Mater“ für Sopran Christel Schmitt, Altistin Adelheid Lang und Thomas Höhn (Bass) wurde zum stimmungsvollen Wechselgesang mit atmosphärischer Dichte.
Den großen Melodienbogen ergänzten die fast 50 Sänger und das stattliche Orchester mit Johann Baptist Sternkopfs „Magnificat“, einer nicht minder liebreizenden Hymne auf die Jungfrau Maria in Erwartung der Geburt Jesu.
Hochklassigen musikalischen Genuss bot zudem „Regina coeli“, eine weitere marianische Antiphon. Der große Moment für einen starken Bass und für Dirigent Ottmar Schmitt kam mit der „Cantate Domino“ von Johann Baptist Schiedermaryr. Nach den Worten des Gesamtleiters feierte das Stück eine „Uraufführung“. Nach 200-jährigem Dornröschenschlaf erklang das Lied zum ersten Mal, und das in Speinshart, versicherte Ottmar Schmitt. Ein bewegender Moment für das Ensemble und die Besucher. Mit vertrauten Klängen aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart endete das Mariensingen. Stehende Ovationen ermunterten die fränkischen Gäste zu einer Zugabe.













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