Speinshart
13.08.2026 - 19:52 Uhr
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Open-Air-Konzert in Speinshart zwischen Sonnenfinsternis und Sternschnuppen

Kloster Speinshart – wo Musik zur Magie wird: Eine selbstbewusste Abtei gibt ihrer Lebens- und Glaubensfreude beim "Celestial Rhythms" der Christian Benning Percussion Group eine himmlische Note.

Sechs Künstler mit 100 Instrumenten wie Marimba, Vibraphon, Xylophon, Pauken, Toms, Bassdrums, Congas und Bongos: Mit völlig neuen Klangfarben diverser Schlaginstrumente in Kombination mit einem Programm, das das Ensemble ganz dem Universum widmete, bereicherte die Christian Benning Percussion Group ihren „Celestial Rhythms“, so der Titel des Speinsharter Sommerkonzerts im Rahmen des Festivals junger Künstler Bayreuth, mit „himmlischen Resonanzen“.

Befeuert durch das Schauspiel der partiellen Sonnenfinsternis und der Hoffnung, Sternschnuppen über sich funkeln zu sehen, verzückten die „Resonanzen“ des Ensembles mit Christian Benning, Felix Kolb, Marcel Morikawa, Godwin Schmid, Patrick Stapleton und Daan Wilms unter freiem Himmel in der sinnlichen Atmosphäre des Kloster-Innenhofes der Prämonstratenserabtei eine riesige Besucherschar. Für Künstler und Publikum ein außergewöhnliches Event zwischen zwei Naturschauspielen, das eigentlich schon vor den ersten Drum-Geräuschen begann.

Besonderes Himmelsereignis

Gegen 20.15 Uhr konnten die Konzertbesucher außerhalb des Klosterhofs mit der spektakulären Sonnenfinsternis ein besonderes Himmelsereignis beobachten. Fast fließend ging das Staunen über das seltene Geschehen mit Einbruch der Dunkelheit in eine Nacht der Perseiden-Sternschnuppen über. Eine Erscheinung, dem die Percussion-Gruppe mit einem dezentem Kunstlicht Rechnung trug. Ein Abend an einem magischen Ort zum Träumen zwischen Musik, zornigen Göttern und Sternen, so die Ankündigung von Elisabeth Fichtner, Leiterin der Internationalen Begegnungsstätte konnte beginnen.

Nach der ergänzenden Einladung des Chef-Perkussionisten an das Publikum im vollbesetzten Rund des Innenhofes, sich auf das Gefühl der Schwerelosigkeit einzulassen und neue akustische Perspektiven zu entdecken, zelebrierten die „glorreichen Sechs“ „schwerelose“ Werke.

Zunächst beeindruckten Kompositionen von Steve Reich (Mallet Quartet) und dem arabisch-israelischen Tonschöpfer Samir Odeh-Tamimi mit „Roaikron“, dessen Stück die Gruppe bei der Biennale in Venedig uraufführen durfte. Einer Art kosmischer Botschaft, bei der sich die Akteure mit Handtrommeln durch die Besuchermassen bewegten, um klanglich einem wandernden Sternenschwarm zu demonstrieren.

Klangliche Perfektion

Nach der Umbaupause erklang „Pléiades“ von Iannis Xenakis, einem ebenfalls zentralen Werk moderner Schlagzeugliteratur, und wie schon der Programmtitel zeigte, nach einer Sternkonstellation benannt. Der Titel verwies auf das Sternbild des Sternenhaufens der Plejaden. Die Spielfreude und die klangliche Perfektion der Gruppe beglückte schon das Publikum in Hamburg, Berlin, Paris und Tokio.

In Speinshart verzückte das Ensemble im zweiten Teil des Konzerts mit der kompletten Klangpalette des Schlagzeugs, von klassischen Fellinstrumenten bis zu den eigens entwickelten Sixxen mit Rhythmen voller Urgewalt und mit rasenden Akkorden, die an kosmische Energie erinnerten. Eine sensationelle Symphonie, die mit ihren visionären Klanglandschaften und mit Blick auf die Unendlichkeit des Alls zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis verschmolz. Danach gab es Secco, Klosterbier und launige Begegnungen.

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