18.02.2020 - 13:13 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Reif für die Innensanierung

Außen nach der energetischen Sanierung "hui", innen nach 41 Betriebsjahren abgenutzt: Die Rede ist vom Gemeindezentrum Speinshart. Mit Mitteln der Dorferneuerung soll das stark frequentierte Gebäude modernisiert werden.

Eine Bronze-Gedenktafel erinnert im Vorraum des Gemeindezentrums an die Bauherren, an Förderer Landrat Christian Kreuzer und an den erst kürzlich verstorbenen Architekten Hans Bundscherer.
von Robert DotzauerProfil

"Die Chance ist einmalig", macht Bürgermeister Albert Nickl deutlich: Noch bestehe die Möglichkeit, zur Innensanierung des Gemeindezentrums auf staatliche Fördermittel zurückzugreifen.

Dass die Räumlichkeiten dringend renovierungsbedürftig sind, daran besteht in den Reihen des Gemeinderats kein Zweifel. Die Technik sei total veraltet, merkte Albert Nickl in der Sitzung des Gremiums an. Teilweise seien Einrichtungen heute gar nicht mehr zulässig. Als Beispiel nannte er die Bühnenkonstruktion. Auch an den Brandschutz werden heutzutage höhere Anforderungen gestellt.

Nach Abschluss der Planungen berichtete der Bürgermeister von der Ausschreibung der ersten Bauarbeiten. Zudem erwartet er die baldige Baugenehmigung. Dann könnten nach der Vergabe die ersten Handwerker einziehen. Das Gemeindezentrum werde deshalb im Jahr 2020 nur eingeschränkt nutzbar sein, teilte Nickl mit.

In der Sitzung ging es um einen weiteren Finanzierungsschritt. Um die Vorgaben des Amtes für Ländliche Entwicklung zu erfüllen, bedurfte es einer formellen Übertragung der Trägerschaft an die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung. Eine Vereinbarung, die der Gemeinderat einstimmig billigte, regelt die Einzelheiten der Finanzierung.

Bei kalkulierten Gesamtkosten von 1,08 Millionen Euro rechnen Teilnehmergemeinschaft und Kommune mit einer staatlichen Förderung von 74 Prozent: "Eine Top-Förderung für ein Projekt, das jahrzehntelang nicht förderfähig gewesen sei", stellte der Bürgermeister fest. Umso mehr sei ein rasches Handeln das Gebot der Stunde. Nickl rechnet mit einem Gesamtzuschuss von knapp 800.000 Euro. Nicht förderfähig ist die Einrichtung, zum Beispiel für eine neue Küche und eine Theke.

Bauen in der Gemeinde Speinshart ist auch für auswärtige Interessenten attraktiv. So erteilten die Räte dem Antrag von zwei Eschenbachern zum Bau eines Wohnhauses mit zwei Wohneinheiten im Baugebiet "Maifurt" in Tremmersdorf das gemeindliche Einvernehmen. Wegen einer geringfügigen Überschreitung der Baugrenzen bedarf das Vorhaben der Genehmigung durch das Landratsamt.

Ebenfalls genehmigungspflichtig wegen einer Abweichung von der im Bebauungsplan festgesetzten Satteldachneigung ist ein Bauantrag von zwei Grafenwöhrern zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses im Baugebiet "Brandhut" in Zettlitz. Das gemeindliche Einvernehmen wurde aber ebenso erteilt wie dem Antrag eines Ehepaares auf Erweiterung der Dachgeschosswohnung in Seitenthal.

Auch Münchsreuth wächst. Dem Gremium lag eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohnhauses und einer Zimmerei vor. Es billigte das Vorhaben mit der Maßgabe, dass die Kosten der Erschließung des Grundstücks vom Antragsteller zu tragen sind. Zudem wurde auf die Notwendigkeit einer Ausgleichsflächenregelung und auf eine ausreichende Löschwasserversorgung hingewiesen. Wegen der Lage im Außenbereich muss allerdings das Landratsamt endgültig über die Machbarkeit des Projekts entscheiden.

Baustelle ist derzeit der Vorplatz am alten Schulhaus in Tremmersdorf. Bürgermeister Albert Nickl berichtete über die Fortschritte zur Sanierung des Geländes. In diesem Rahmen vollzieht sich auch die Sanierung des alten Brunnens im ehemaligen Schulgarten durch die Fachfirma Doreth aus Neustadt am Kulm. Nickl verwies auf die Vergabe der Bauarbeiten in Höhe von 12.044 Euro.

Zwischeninformationen gab es zu den von der Gemeinde veranlassten Geschwindigkeitsmessungen. „Es wird weiter kontrolliert“, stellte der Bürgermeister klar. Die vom Oberlandesgericht in Frankfurt festgestellte Rechtswidrigkeit bei Einsätzen privater Dienstleister gelte nicht für die Gemeinde. Speinshart bediene sich vielmehr eines Zweckverbandes in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ergebnisse der Messungen kündigte Nickl für die Bürgerversammlung am Donnerstag, 27. Februar, an.

"Eine Bereicherung" nannte er die Einführung des NEW-Baxi. Das ergänzende Beförderungsmittel könne ÖPNV-Lücken schließen und sei vor allem für nicht mobile Bürger im ländlichen Raum ein Ersatzangebot, zum Beispiel Einkaufsfahrten und Arztbesuche bequemer und kostengünstiger zu organisieren. Der Bürgermeister verwies auf ein Fahrplanheft des Landkreises, das in Kürze an alle Haushalte versandt werde. Mit Blick auf die beiden über den Gemeindebereich Speinshart führenden Linien verwies er auch auf die Möglichkeit des Anfahrens der Bahnhaltepunkte in Trabitz und in Pegnitz.

Zu bedenken gab Nickl, dass es sich um ein Modellprojekt handele, das nicht alle Wünsche erfüllen könne. Nach dem Sammeln erster Erfahrungen seien Nachjustierungen nicht auszuschließen, mutmaßte er und empfahl, Wünsche und Verbesserungsvorschläge direkt an den Landkreis zu melden.

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