25.02.2019 - 16:40 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Roger Tristao Adao im Kloster Speinshart: Perlende Gitarrenklänge

Bach trifft im Kloster Speinshart auf lateinamerikanische Temperamente. Ein virtuoses Spektakel. Zu Gast ist Gitarrist Roger Tristao Adao alias Roger Zimmermann

Alternativbild
von Robert DotzauerProfil

Johann Sebastian Bachs Musik ist jedem ein Begriff. Da die Gitarre in der heutigen Form erst etwa 1780 nach Deutschland gekommen ist, konnte er dafür nichts komponieren, wohl aber für die Laute. So ist Bachs Lautenwerk mit vier Suiten (BWV 995, 996, 997 und 1006a), ein dreisätziges Werk Präludium, Fuge und Allegro (BWV 998) sowie einzelne Fugen und ein Präludium heute häufig von Gitarristen zu hören.

Der Gitarrenvirtuose und Komponist Agostin Barrios, stellte als Verehrer Bachs dessen Lautenmusik südamerikanisches Temperament gegenüber. Im vollen Musiksaal des Klosters Speinshart bewies Roger Tristao Adao, dass diese Kombination durchaus passt. Einen Teil seines Programmes widmete der Gitarrist Bachs Transkriptionen. So war zum Beispiel in der Suite E-Dur BVW 1006a Bachs Einfluss zu spüren.

Im ausgeprägten Dreiertakt fühlte man sich an höfische Musizierkunst erinnert. Mit dem Programm "Bach & Barrios" schlug Tristao Adao, der eigentlich Roger Zimmermann heißt, einen Bogen von Johann Sebastian Bach zu Agostin Barrios. Stilistisch ein beeindruckendes Unterfangen und nur mit der Gitarre umgesetzt.

Aus einer der großen Bach-Sonaten stellte Roger Adao "Sarabande", "Gavotte" und "Gigue" vor. Ein häufiger Takt- und Rhythmuswechsel prägte die einzelnen Stücke, wie zum Beispiel bei Agostín Barrios' Kompositionen "Vals", "Barcarole" und "Danza güarani". Zudem verlieh der Gitarrist dem Programm mit dem berühmten "La Catedral" eine Ausdruckskraft, die sich auch in den "Variationen über ein Thema von Händel" des Komponisten Mauro Giuliani bestätigte.

Filigran und anmutend wandte sich Tristao Adao zum Konzertende Gaspar Sanz zu. Mit sensibler Gestaltungskraft schuf er den Abschluss mit "Espanoletas", "Rujero y Paradetas", "La Cavalleria de Napoles" und "Canarios". Mal klangreich, mal fast schüchtern dezent und dann doch wieder in den höchsten Lagen seines Instruments - so entließ der Gitarrist seine Zuhörer nach einigen Zugaben.

Roger Tristao Adao bot im überfüllten Musiksaal des Klosters Speinshart stimmungsvolle Gitarrenkunst
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