Bei der Sanierung von Trinkwasserleitungen und der Abwasserentsorgung herrscht das Prinzip des „besonderen Vorteils“. Mit der Sanierung oder Erneuerung der Einrichtungen erfahren die Grundstücke eine Wertsteigerung. Auch für den Speinsharter Gemeinderat ist das eine Rechtfertigung, die Eigentümer an den Kosten zu beteiligen. Mit Blick auf die laufenden und weitere zeitnahe Investitionen in die sogenannte Daseinsvorsorge droht deshalb den Anschlussnehmern „Unheil“. Verbesserungsbeiträge nennt Bürgermeister Albert Nickl das „Unwort“.
Auf mindestens 2,5 Millionen Euro schätzt der Gemeindechef die Sanierungskosten nach zum Teil bereits vorliegenden Ausschreibungsergebnissen. Eine Summe, die aus dem bescheidenen Kommunalhaushalt des Klosterdorfes und aus den Rücklagen des Zweckverbands der Seitenthaler Gruppe nicht zu stemmen ist. Die Schlussfolgerung für Bürgermeister, Rat und die Verbandsversammlung ist die finanzielle Beteiligung der Grundstückseigentümer. Als nächste Schritte kündigte Nickl eine Beitragskalkulation durch einen spezialisierten Dienstleister an. Daran beteiligt ist auch der Wasserzweckverband der Seitenthaler Gruppe.
1,7 Millionen Euro für Haselbrunn
Neben dem Großauftrag an die Eschenbacher Baufirma Prösl für den Kanal- und Wasserleitungsbau im Ortsteil Haselbrunn mit einer Gesamtsumme von 1,7 Millionen Euro müssen weitere Problemfälle erneuert werden. Unter anderem nannte der Bürgermeister neue Pumpwerke für die Kläranlage. Auch bei diesen Ertüchtigungen blieben den Grundstückseigentümern Verbesserungsbeiträge nicht erspart, bedauerte Nickl. Die gute Nachricht: Die Höhe des Beitragsaufwandes werde durch eine staatliche Förderung abgemildert. Denkbar sei auch eine ratenweise Beitragszahlung. Detailinformationen versprach der Gemeindechef im Rahmen einer Bürgerversammlung vor dem Versand der Bescheide.
Tempo beim Breitbandausbau unbefriedigend
Nicht alles läuft in der Gemeinde nach Plan. Nur schleppend geht der Breitbandausbau voran. Als Grund nannte der Bürgermeister ein unzuverlässiges Subunternehmen, das im Auftrag der Telekom tätig ist. Nach fristloser Kündigung des Auftrags arbeite die von der Telekom beauftragte Nachfolgefirma zwar ordentlich, sei aber personell schwach besetzt, kritisierte Nickl. Mehrfach sei deshalb der Kommunikationsriese als Auftraggeber aufgefordert worden, für mehr Tempo bei der Verlegung der Glasfaserleitungen auf den offenen Baustellen in Tremmersdorf, Münchsreuth und Seitenthal zu sorgen.
Den Hiobsbotschaften folgten eher gute Nachrichten. Der Bürgermeister berichtete von der Erstbefeuerung des neuen Backofens auf dem Festplatz vor der Wieskapelle und versprach zur Einweihung ein Backofenfest im kommenden Jahr. Der Holzbackofen stehe ab sofort auch der Nutzung durch die Vereinswelt zur Verfügung, wenn Personal mit Fachkenntnissen eingesetzt werde.
Staatsstraßenplanung geht voran
Nickl informierte zudem über Fortschritte bei den Planungen des Staatlichen Bauamts zum Ausbau der Staatsstraße zwischen Speinshart und Dobertshof. „Wir sind guter Dinge. Wenn alles gut läuft, besteht die Chance der Umsetzung schon im kommenden Jahr.“ Eingeplant sei auch ein begleitender Radweg. Vollzug meldete der Bürgermeister zur Restaurierung der Heiligenfiguren rund um Speinshart. Nur der heilige Josef blicke noch mit grimmiger Miene auf die Verkehrsteilnehmer. Es mache Sinn, dessen Restaurierung erst im Rahmen des Straßenbaus an der S 2168 vorzunehmen.
Dank zollte der Bürgermeister für die solide Arbeit der Firma Friedl-Transporte aus Vilshofen beim Ausbessern der Straßenbankette entlang der „Betonstraße“ zwischen Speinshart und Zettlitz. Nickl verwies zudem auf Mähaufträge und kündigte Rissesanierungen von Kleinschäden für einige Gemeindestraßen durch eine Fachfirma an. In die Jahre kommt die Speinsharter Soccer-Arena. Für das Minispielfeld kündigte der Bürgermeister gemäß den Wünschen der jugendlichen Kicker eine Ertüchtigung der Anlage im kommenden Jahr an.













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