24.08.2020 - 12:09 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Speinshart: Gigabit-Aubau soll "graue Flecken" löschen

Das Klosterdorf gehört zu den Vorreitern einer zukunftsfähigen Breitbandversorgung. Mit Hilfe der neuen Bayerischen Gigabit-Richtlinie soll die schnelle Datenautobahn in der Gemeinde weiter optimiert werden.

Die neuen Übertragungsstationen der Telekom zeugen wie in diesem Bild im Baugebiet "Maifurt" in Tremmersdorf von der zügigen Umsetzung der Breitbandversorgung. Eine weitere Verbesserung schneller Internetanbindungen ist in ländlichen Gebieten von der Bayerischen Gigabit-Richtlinie zu erwarten.
von Robert DotzauerProfil

Die Breitbandversorgung versteht sich als wichtiger Teil der Daseinsvorsorge. Nicht erst die Coronakrise mit dem Trend zum Homeoffice und damit zusammenhängender Wünsche nach rascher Digitalisierung zeigt auf, wie wichtig hohe Übertragungsleistungen sind. Zwar läuft auch in Speinshart der Breitbandausbau seit zehn Jahren auf Hochtouren. Bürgermeister Albert Nickl verwies in der Gemeinderatssitzung im Musiksaal des Klosters auf drei Investitionsprogramme mit Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro und einen Gemeindeanteil von einer viertel Million Euro. Aber bislang profitieren nicht alle Haushalte vom Tempo des schnellen Internets. Alle Nutzer seien zwar mit mindestens 30 Mbit versorgt. Auch die Glasfaser sei in Speinshart angekommen. Glasfaseranschlüsse erreichen allerdings nicht jedes Haus, so Nickl. Die Übertragungsgtechnik bediene sich deshalb der Verstärkerstationen.

Dieses Problem soll ein neues Förderprogramm angehen. Der Bürgermeister informierte über eine „Gigabit-Richtlinie“ der Bayerischen Staatsregierung, Ziel sei es, dort zu verbessern, wo zwar schnelles Internet vorhanden ist, aber noch keine Gigabit-Brandbreiten erreicht werden. Nach den Worten des Bürgermeisters eröffnen sich mit dem neuen Programm für viele Bürger auch neue Entwicklungsmöglichkeiten. Die Verfügbarkeit schneller Internetzugänge sei bei der Wahl von Wohn- und Wirtschaftsstandorten ein wichtiges Kriterium. „Zu einer attraktiven Gemeinde gehört auch eine gute Breitbandversorgung“, betonte Nickl.

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Mit Hilfe des Freistaates sollen „unterversorgte“ Bereiche der Gemeinde durch die höheren Übertragungsraten profitieren. Der Bürgermeister nannte die Ortsteile Haselhof, Barbaraberg, Dobertshof, Süßenweiher und Herrnmühle und Randbereiche von Speinshart. Sie allen können mit einem Glasfaseranschluss bis ins Haus rechnen. Dann seien bei Privatanschlüssen Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit und für Gewerbebetriebe bis 200 Mbit möglich. Das große Ziel seien allerdings Internetgeschwindigkeiten von 200 Mbit privat und von einem Gbit für das Gewerbe. Nickl appellierte an das Gremium, die Fördermöglichkeiten des Staates zu nutzen. Er verwies auf Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent und Förderhöchstbeträgen je Hausanschluss von 6000 Euro. In Härtefällen gebe es darüber hinaus weitere Unterstützung.

Der Bürgermeister sprach bei Nutzung der Fördermöglichkeiten von einem weiteren Qualitätssprung der Speinsharter Breitbandversorgung. Längerfristiges Ziel sei ein Glaserfaseranschluss für jedes Wohn- oder Gewerbegrundstück in der Gemeinde. Zur Einleitung des Antragsverfahrens einschließlich einer Analyse unterversorgter Gebiete ist als erster Schritt eine Auftragserteilung an einen Fachplaner notwendig. In diesem Sinne lautete auch der Beschlussvorschlag zur Vergabe der Fachplanung an den wirtschaftlichsten Bieter.

In der kurzen Diskussion empfahl Christian Höllerl, „anzugreifen“ und schnell zu handeln. Die Einmaligkeit der Förderhöhe sei wohl nicht zu toppen. Holger Götz begrüßte das Gigabit-Angebot des Freistaates als Gelegenheit zur optimalen Breitbandersorgung der Bevölkerung. Gabriele Scherl betonte: „Das Programm führt zu einer weiteren Aufwertung der Gemeinde und ist eine Investition in die Zukunft.“ Davon ist auch Martin Rodler überzeugt. Weitere Entscheidungen trifft das Gremium nach Vorlage der Planungsangebote, so der einstimmige Beschluss.

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