Speinshart
01.08.2021 - 11:22 Uhr

Speinshart schnuppert an "Künstlicher Intelligenz"

Speinsharts Kulturbetrieb hat großes Potenzial, braucht aber Nachschub, um im Konzert der renommierten Bildungsstätten zu bestehen. Einen Rettungsanker zeigt Landtagsabgeordneter Tobias Reiß auf und kündigt hohen besuch an.

Das Klosterdorf Speinshart soll blühen. Zur Sicherung der Internationalen Begegnungssstätte wünscht sich der Förderverein ein Wissenschaftszentrum. Bild: do
Das Klosterdorf Speinshart soll blühen. Zur Sicherung der Internationalen Begegnungssstätte wünscht sich der Förderverein ein Wissenschaftszentrum.

Die Generalsanierung des Klosters ist gut gelungen, der Betrieb der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart (IBS) läuft nach dem Corona-Stillstand allmählich wieder an. Oder doch nicht so richtig? Jedenfalls bewegt Landtagsabgeordneten Tobias Reiß die Zukunft des Speinsharter Bildungszentrums. Der CSU-Stimmkreisabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion zweifelt an der dauerhaften Existenzsicherung der IBS. „Die Bildungsstätte kann mit ihren chronischen Defiziten so nicht funktionieren", sagte er am Freitag in der Generalversammlung des Fördervereins. Ziel müsse es deshalb sein, Speinshart mit einem Wissenschaftszentrum in Verbindung mit einer Finanzierungsgarantie dauerhaft attraktiver zu machen. Auf diesem Weg sprach der Parlamentarier von Fortschritten und ersten Erfolgen.

Reiß verwies auf die seit einigen Jahren bestehenden Überlegungen, Speinshart zu einem Hightech-Wissenschaftsstandort auszubauen. Dieses ehrgeizige Ziel komme gut voran, erklärte der Abgeordnete vor einer stattlichen Anzahl gespannt lauschender Vereinsmitglieder, obgleich Reiß nach jetzigem Verhandlungsstand vor zu viel Euphorie warnte. Noch befinde sich ein schlüssiges Konzept zur Standortprüfung mit finanzieller Unterstützung durch den Freistaat in der Untersuchungsschleife. Mit konkreten Analysen rechnet der Stimmkreisabgeordnete dennoch in Kürze.

Bayerischer KI-Rat als Impulsgeber

Hoffnung setzt Tobias Reiß vor allem auf die Entwicklung Speinsharts zu einem Wohlfühlort für KI-Netzwerker. Einer Entwicklung, der sich die Staatsregierung seit Jahren stelle. Reiß verwies in diesem Zusammenhang auf einen hochkarätig besetzten Rat für Künstliche Intelligenz. Mit dem Bayerischen KI-Rat erhalte die KI-Strategie der Hightech Agenda Bayern ihr Gesicht, sagte Reiß. Aufgabe des Expertengremiums sei es, den Ausbau des KI-Netzwerkes Bayern zu begleiten und sowohl der Forschung als auch der Politik wichtige Impulse bei der Planung der KI-Aktivitäten zu liefern.

Auch Speinshart soll davon profitieren. Als Rückzugsort für Ruhe, zum Nachdenken und zum Forschen sei das Klosterdorf und seine Umgebung für einen KI-Campus prädestiniert, die klügsten Köpfe des Landes und darüber hinaus zu beherbergen. Reiß kündigte ein Treffen der führenden Köpfe der Branche mit Professor Sami Haddadin von der TU München in Speinshart an.

„Wir wollen niemand etwas wegnehmen und allen etwas geben“. Mit dieser Feststellung wollte Reiß auch einem aufkeimenden Konkurrenzkampf im Lande entgegentreten. Gleichzeitig betonte der Parlamentarier die Notwendigkeit, auch die Bevölkerung auf dem Weg in die Zukunft mitzunehmen. „Zum Fortschritt gehört auch die Aufgabe, den Charme und die Ausstrahlung Speinsharts zu bewahren“.

Planungskonzept mit vielen Einzelstandorten

Dieser Herausforderung stellt sich auch Architekt Georg Zunner aus Amberg. Der Planer erläuterte der Versammlung ein erstes städtebauliches Konzept zur Weiterentwicklung der filigranen Gesamtstruktur. Das Raumprogramm umfasst Projekte in mehreren Ortsteilen. Als mögliche „Bausteine“ nannte Zunner unter anderem den Barbaraberg, das Kellerhaus-Schlössl, den ehemaligen Tremmersdorfer Pfarrhof und die Wieskapelle. Zum „Planungspuzzle“ des Architekten gehören zudem die Transformation von Bestandsflächen, der Lückenschluss zum Girisch-Anwesen mit Tagungsräumen, eine moderne Übernachtungsscheune und der geschützte Freibereich des Klostergartens. Dazu zählt der Architekt auch den besonderen Flair von Klosterzellen. Zusammenfassend favorisiert der Architekt ein Konzept ohne zentralen Gebäudekomplex.

Eine gewaltige Herausforderung, wie auch Bürgermeister Albert Nickl zugab, der den besonderen Charme Speinsharts hervorhob und auf einen langen Weg zum Geld verwies. „Es warten noch viele Hürden“. Doch die Hoffnung bleibt.

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Speinshart09.02.2021
"Mein Herz brennt für Speinshart", sagt MdL Tobias Reiß. Bild: do
"Mein Herz brennt für Speinshart", sagt MdL Tobias Reiß.
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