05.04.2021 - 12:21 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Trotz harter Realitäten weitet Ostern den Horizont: Feier der Osternacht in der Pfarrei Speinshart

Nicht an Jesus zerbrechen, sondern aufbrechen ins Leben! Mit dieser Kernaussage verdeutlicht in der Osternacht der Prior des Klosters Speinshart die Mut machende Osterbotschaft, hoffnungsvoll durch ein von Gott geschenktes Leben zu gehen.

Die Segnung des Osterfeuers steht symbolhaft für das Lichtwerden durch die Auferstehung Christi.
von Robert DotzauerProfil

„Unser Leben mag endlich sein, aber wir sind von Gott unendlich geliebt. Deshalb liegt Leben vor uns.“ In der Morgendämmerung des Ostersonntags setzte Pater Adrian Kugler auf eine österliche Dynamik der Lebensbejahung.

Das Fest aller Feste begann am Sonntagfrüh noch in der Dunkelheit im kleinen Klosterhof: bei frostigen Temperaturen ein außergewöhnlicher Ort für die Feier der Osternacht. Doch Corona macht halt auch findig. Die Pfarrgemeinde sah sich jedenfalls von der guten Standortwahl unter Einhaltung der Infektionsschutzbestimmungen bestätigt.

Ausgehend vom Licht der Osterkerze entsteht in Windeseile im kleinen Klosterhof ein Lichtermeer aus brennenden Kerzen.

Aus dem Dunkel und der Finsternis heraus entstand mit dem knisternden Feuerkorb, dem Entzünden der Osterkerze und dem „Lumen Christi“ (Christus, das Licht) im kleinen Klosterhof in Windeseile ein Lichtermeer, das die Osterfeier eindrucksvoll begleitete. In diesem Licht und in den ersten Strahlen des Sonnenaufgangs sah der Prior der Prämonstratenser-Abtei auch das menschliche Leben.

Trotz aller Kriege, Katastrophen und der weltweiten Pandemie seien die Menschen darauf festgelegt, zu glauben. Der Ortsgeistliche beseelte diese Hoffnung mit einem Wort des bengalischen Philosophen Rabindranath Tagore: „Der Glaube ist wie ein Vogel, der singt, auch wenn die Nacht noch dunkel ist.“

Starke Worte für einen Weg aus der Orientierungslosigkeit, wie Pater Adrian in der erfrischenden Kurzfassung der Osternachtsfeier betonte. Ostern blende zwar nichts von der harten Realität aus, lenke aber dennoch den Blick auf ein Leben in Gottes Hand. Ostern sei deshalb "ein Fest des Lachens unter Tränen, ein Staunen über unerledigte Fragen, ein Tanzen mit Prothese und ein Jubeln mit heiserer Kehle", formulierte der Seelsorger, um optimistisch zusammenzufassen: „Österliche Menschen sind hoffnungsfrohe Menschen.“

Eine Hoffnung, die der Prior der Prämonstratenser-Abtei in die Botschaft des ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel packte: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.“ Der österliche Mensch wende sich deshalb von Tod und Grab dem Leben zu, sagte Pater Adrian.

Weitere Osterfeierlichkeiten

Moosbach

Auch der große inhaltliche Spannungsbogen der Speinsharter Osternacht erstreckte sich von der Dunkelheit zum Licht und vom Tod zum Leben. Neben der Segnung des Osterfeuers und der Wortliturgie standen die Weihe des Taufwassers, die Erneuerung des Taufversprechens in Form des Glaubensbekenntnisses und darauf aufbauend die Eucharistie im Mittelpunkt.

Dem feierlichen Schlusssegen ging die traditionelle Speisensegnung voraus. Dem höchsten Fest des Kirchenjahres angemessen waren auch die musikalischen Einspielungen.

"Ostern ist ein Fest des Lachens unter Tränen, ein Staunen über unerledigte Fragen, ein Tanzen mit Prothese und ein Jubeln mit heiserer Kehle."

Pater Adrian Kugler

In seiner Osteransprache setzt Prior Pater Adrian Kugler auf eine österliche Dynamik der Lebensbejahung

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