Speinshart
15.06.2026 - 11:56 Uhr

Vogelzwitschern, Gewitter und Wasser: Naturgeräusche in der Klosterkirche Speinshart

Der Klang von Vogelstimmen und weiterer vertrauter Geräusche ist das Leitmotiv von Sophia Schambeck. Sie kombiniert Naturklänge und- Stimmungen mit Blockflötenmusik.

In der Klosterkirche Speinshart kamen beim Flötenkonzert "Nature" die Stimmen der Natur zu Wort. Bild: Robert Dotzauer
In der Klosterkirche Speinshart kamen beim Flötenkonzert "Nature" die Stimmen der Natur zu Wort.

Mitreißende Barockvirtuosität, schwungvolle Jazz-Arrangements und zeitgenössische Kompositionen verbanden sich am Sonntagnachmittag in der Speinsharter Klosterkirche zu einer Hommage an die Natur. Das Natur richtig gut klingen kann, zeigte Sophia Schambeck mit Flötenmusik aus neun Jahrhunderten. Sie spielte verträumte Klangwerke von Hildegard von Bingen, Kompositionen aus der Barockzeit bis hinein in die Gegenwart. Ein Leitmotiv des Konzerts: Der Klang der Vogelstimmen.

"Hildegard" als Komponistin

Ein ganzes Sammelsurium an Blockflöten, das die Künstlerin vor sich aufgebaut hatte, entfaltete ein facettenreiches Klangspektrum vom betörenden Vogelgesang bis zu bedrohlich wirkenden Naturgewalten. Mal solo, mal mit dem gesamten Barockorchester mit Kirill Sharapov und Ulrike Cramer (Violine), Veronika Stross (Viola), Felix Stross (Cello), Leon Jänicke (Theorbe und Barockgitarre) und Andrii Slota (Cembalo) führte der Weg des Ensembles hinein in die Schöpfungsgeschichte.

Ein einzigartiges Kunsterlebnis voller Charme und Ausdruckskraft begann mit einem „Albtraum voller Geister“ aus Antonio Vivaldis Concerto „La notte“. Mit flinken Fingern und historischer Leichtigkeit bereicherten weitere bekannte Melodien das „Vogelkonzert“.

Ein Klassiker war „Engels Nachtegaeltje“ von Jakob van Eyck. Sophia Schambeck ergänzte das Programm mit eigenen Improvisationen im frühbarocken Stil. So zwitscherte die Blockflöte auch in Vivaldis Concerto „Il Gardellino“ mit dem Stieglitz als „Solisten“. Ein herausragendes Beispiel war zudem eine Interpretation von Antonio Vivaldis „La Primavera“ (Der Frühling).

Musikalische Frühlingsgefühle

Über die Eigenschaften der Jahreszeiten machte sich der Komponist Gedanken in den „Vier Jahreszeiten“. Sophia Schambeck bezauberte mit Frühlingsgefühlen in der Bearbeitung für Flötenmusik, indem sie ohne Vorwarnung zwischen presto und adagio, piano und forte wechselte. Auch die Klangwelten der Äbtissin Hildegard von Bingen, einer vielbeachteten Komponistin des Mittelalters, beeindruckten. Zur fantasievollen Programmfolge gehörten zudem Volksmelodien mit musikalischen Naturbeschreibungen bis hin zum „Butterfly Jig“ von Turlough O'Carolan und die Geschichte des griechischen Hirtengottes Pan in „Syrinx“, einer sphärenhaften Komposition von Claude Debussy. Schließlich landeten Sophia Schambeck und das Barockorchester mit dem Stück „Woodpecker“ beim „Specht im Walde“ wieder in der Gegenwart und thematisierten traurige Erkenntnisse zur Abholzung von Nationalwäldern.

Ein famoses Programm, das die Hörerschaft in der vollbesetzten Klosterkirche zu stehenden Ovationen herausforderte. Eine Zugabe mit einer Bach'schen Komposition musste sein. Viele Besucher folgten der Einladung von Elisabeth Fichtner, Geschäftsführerin der Internationalen Begegnungsstätte, zur Begegnung im Innenhof des Klosters.

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