In der Generalversammlung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Seitenthaler Gruppe im großen Saal des Gemeindezentrums Speinshart war für Roland Hörl die wichtigste Nachricht: Speinsharts Lebensmittel Nummer eins ist unschlagbar gesund. Als „Noch“-Vorsitzender zeichnete der Tremmersdorfer Kommunalpolitiker ein optimistisches Bild der Speinsharter Trinkwasserversorgung. Das Versorgungsgebiet umfasst alle Ortschaften der Gemeinde. Darüber hinaus dürfen sich die Bewohner des Neustädter Ortsteiles Scheckenhof und die Hammermühle, zur Stadt Eschenbach gehörend, über die hohe Qualität freuen.
Wasser ist nicht gleich Wasser
Unberührt vor Umwelteinflüssen sprudelt das wertvolle Nass aus dem 110 Meter tiefen Brunnen des Zweckverbandes auf dem Hellerberg in die Versorgungsleitungen. Zufrieden zeigte sich Roland Hörl auch mit den beständigen Förderkapazitäten der Tiefenpumpe mit 12 Liter Grundwasser je Sekunde. Jeder Spitzenbedarf könne abgedeckt werden. Nach der Aufbereitung mit Kalk fließt Speinsharts flüssiges Gold im mittleren Härtebereich mit einem durchschnittlichen pH-Wert von 7,7 aus den Wasserhähnen. Hörl verglich die Wasserqualität mit teuren Mineralwässern und stellte fest: „Kalium, Calcium, Magnesium – die wichtigsten Parameter sind einfach Spitze und sind besser als der Sprudel aus der Mineralwasserflasche“. Vernachlässigbar seien die mit 1,67 mg/l verschwindend geringen Nitratwerte. Auch der Wasserpreis ist für den Zweckverbandsvorsitzenden günstig. „1000 Liter wertvollstes Trinkwasser kosten 1,11 Euro. Da lohnen die paar Schritte, zum Wasserhahn zu gehen“.
Dieser Bewertung folgte eine Betrachtung der Versorgungssicherheit und des wirtschaftlichen Geschehens. Hörl erinnerte die 16 Verbandsräte, unter ihnen die Bürgermeister Albert Nickl und Wolfgang Haberberger, an die Großinvestitionen der vergangenen Jahre, wie den Neubau eines Hochbehälters in Haselbrunn und an die Sanierung des Hochbehälters Scheckenhof, an Lecksuchen und Rohrbrüche, an neue Hausanschlüsse und an die Reparaturen im Zettlitzer Übergabeschacht.
Förderstopp zur Unzeit
Als größte Baustelle bezeichnete der Zweckverbandsvorsitzende den 17 Tage dauernden Förderstopp des Tiefbrunnens 3 im August 2020 wegen eines nicht reparablen Schadens an der Wasserpumpe. Dennoch habe dies zu keinen Versorgungsengpässen geführt. Geholfen habe die Wasser-Einspeisung aus dem Notverbund Trabitz – Hörl: "eine optimale Vereinbarung" – mit einem Volumen von zirka 7200 Kubikmetern. Die Kosten der Reparaturarbeiten bezifferte er auf zirka 17.000 Euro zuzüglich Eigenleistungen. Der Vorsitzende empfahl „für alle Fälle“ eine Reservepumpe vorzuhalten. Damit sollte sich die Versammlung in einer der nächsten Sitzungen unterhalten.
Erwähnung fanden auch die Investitionen in die Erweiterung der Wasserversorgung. Als Beispiele nannte er die Verlegearbeiten im neuen Baugebiet „Zum Mühlbach“ in Tremmersdorf mit abgerechneten 81.000 Euro und damit 17.000 Euro günstiger als zunächst veranschlagt. Dafür bekam auch die Baufirma Prösl gute Noten. Hörl beleuchtete zudem den überschaubaren Aufwand zur Wasserversorgung des Gewerbegebietes Tremmersdorf. „Die Haupterschließung ist längst erledigt, für weitere Bauwillige müssen nur Schieber gesetzt werden“. Auch ein Mehrverbrauch führe zu keiner Überforderung der Seitenthaler Gruppe. Gleichzeitig wünschte sich Hörl mehr Informationen durch die Gemeinden, wenn sich durch vermehrte Bautätigkeit ein erhöhter Erschließungsaufwand abzeichne. Als Beispiel nannte er außergewöhnliche bauliche Erweiterungen in Scheckenhof. Dafür seien die Eigentümer kostenpflichtig.
Eine kurze Bilanz zog Roland Hörl über das „Wasserjahr“ 2020. Der Vorsitzende meldete einen Verbrauch von 109.000 Kubikmetern: „Alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden deutlich unterschritten.“ Für diese Frohbotschaft lobte Hörl auch die „Spitzen-Wasserwarte“ und Alfons Höllerl als Betreuer des Tiefbrunnens. Lob erntete auch das VG-Personal wegen der Übernahme von Verwaltungsaufgaben und Hans Besold, der nach 20 Jahren als Zweiter Zweckverbandsvorsitzender für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand.
Digitalisierung beginnt
An Beschaffungen nannte Roland Hörl den Kauf eines Autoanhängers, einer Stihl-Motorsense und – gemeinsam mit Eschenbach und Neustadt am Kulm – eines Akku-Schieberdrehgerätes. Für neue Pumpen in den Hochbehältern Barbaraberg und Haselbrunn seien rund 10.000 Euro ausgegeben worden. Mit Blick auf die Digitalisierung der Kanalnetze in der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach empfahl Hörl auch eine Digitalisierung des Wasserleitungsnetzes. Bereits fest eingeplant ist der Einbau eines Wasserzählers im Wasserhaus, der nur den Zettlitzer Verbrauch anzeigt. Hintergrund sei, Rohrbrüche besser einzugrenzen, so Hörl. Als weitere Maßnahmen nannte der Vorsitzende das Auswechseln von zirka 150 Wasseruhr-Patronen und den Komplett-Einbau von 20 neuen Wasseruhren.
Neuwahlen
Bürgermeister Albert Nickl zeigte sich „bedrückt und betrübt“ über den Rückzug des Vorsitzenden. Hörl habe in seiner vierjährigen Amtszeit den Zweckverband umsichtig und vorausschauend geführt.Zum Nachfolger wählte die Versammlung in geheimer Wahl den Speinsharter Gemeinderat Benjamin Roder. Der Berufsschullehrer erhielt alle Stimmen der Verbandsräte. „Eine gute Wahl“, so Nickl. Der Name Roder sei wohl bekannt, da bereits Opa Xaver Roder als geschickter Handwerker dem Wasserzweckverband 40 Jahre als Wasserwart gedient habe. Ebenso einstimmig war die Wahl des Stellvertreters Manfred Rix aus Filchendorf. Einer Tradition folgend kommt der Zweite Vorsitzende aus der Kulmstadt. Der Stadtrat übernimmt auch den Vorsitz des Rechnungsprüfungsausschusses, dem auch die Verbandsräte Holger Götz und Roland Lins angehören. Als erste Amtshandlung ließ der neue Vorsitzende auf Anregung von VG-Geschäftsleiterin Heike Biersack geringfügige Änderungen der Geschäftsordnung beschließen.

















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.