12.07.2019 - 14:12 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Wege an landwirtschaftlichen Maschinenpark anpassen

Zehn Gemeinden im Vierstädtedreieck, ein Entwicklungskonzept: Da gibt es viel zu tun und abzustimmen. Für Speinshart ist derzeit das Projekt eines landwirtschaftlichen Kernwegenetzes interessant.

Im Zuge des sogenannten ILEK-Konzepts beschließen die Mitgliedsgemeinden als Handlungsfeld Sanierungsmaßnahmen für das landwirtschaftliche Kernwegenetz. Für die Gemeinde Speinshart zählt auch die Wegeverbindung Tremmersdorf-Haselhof zu den Ausbauwünschen.
von Robert DotzauerProfil

Bürgermeister Albert Nickl berichtete dem Gemeinderat in der Sitzung am Mittwochabend von den Finanzierungsmodalitäten zur Entwicklung eines Kernwegenetz-Konzepts und verwies auf geschätzte Planungskosten von 36 300 Euro. Nach Abzug einer staatlichen Förderung von 70 Prozent verbleibe den beteiligten Kommunen eine Mitfinanzierung von 10 890 Euro, teilte er mit. Den Einwohnerschlüssel heranziehend informierte der Bürgermeister von einem Gemeindeanteil in Höhe von 489 Euro.

Zuversichtlich stimmte Nickl das Vorhaben, bei dem "bedarfsgerecht und nachhaltig" die wichtigsten Teile der gemeindlichen Wegenetze saniert werden sollen. Unter "bedarfsgerecht" verstand er der heutigen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung angepasste Verhältnisse. „Der landwirtschaftliche Maschinenpark wird immer größer und breiter“, argumentierte der Gemeindechef, da bedürfe es auch einer entsprechenden Anpassung der Wegeverhältnisse.

Ins Blickfeld des Wegebaues könne allerdings nicht jeder landwirtschaftlich genutzte Flurweg geraten, gab Nickl zu bedenken. Relevant seien nur wichtige Verbindungswege mit übergeordnetem Charakter, also möglichst gemeindeübergreifend.

Der Bürgermeister informierte auch schon über Qualitätsstandards. So soll der Wegeunterbau eine Achslast bis zu 11,5 Tonnen tragen. Zu den weiteren Anforderungen gehören eine staubfreie Fahrbahnbreite von 3,50 Metern, ein Seitenstreifen von 75 Zentimetern und eine geordnete Wegeentwässerung. Alternativ seien auch geschotterte Wege vorstellbar. Als "unabdingbar" bezeichnete Nickl eine Arbeitsbreite von 8 bis 9 Metern, die zur Verfügung stehen müsse.

Als mögliche Projekte nannte der Bürgermeister Wegesanierungen auf dem Abschnitt von der „weinenden Mutter“ bei Tremmersdorf in Richtung Haselhof, auf einer Teilstrecke von Haselbrunn in Richtung Rußweiher und im Bereich zwischen Barbaraberg und Scheckenhof sowie eine Aufwertung der Verbindung Zettlitz-Pichlberg.

Der Gemeindechef rechnet mit der Vorlage des endgültigen Planungskonzepts in circa einem Jahr. Bis dahin sollen vor allem die betroffenen Grundstückseigentümer an der Planung beteiligt werden. Zu gegebener Zeit versprach Nickl Informationsversammlungen. Zur Aufteilung der Planungskosten herrschte im Rat Einstimmigkeit.

Im Blickpunkt:

Tauschgeschäft für mehr Artenvielfalt

"Flurbereinigung heißt nicht nur Straßenbau": Mit dieser Feststellung leitete Bürgermeister Albert Nickl zum Tagesordnungspunkt über, in dem es um die Bereicherung der Fluren mit ökologischen Flächen ging.

Als Beispiele verwies der Bürgermeister in Zusammenarbeit mit der Teilnehmergemeinschaft auf viele Naturierungsmaßnahmen, auf die Anlage einer Streuobstwiese am Barbaraberg sowie auf Pflanzaktionen entlang von Flurwegen und Gemeindestraßen. Zur Fortsetzung der ökologischen Aufwertung, zum Beispiel des früheren Moorgebiets südlich von Speinshart und bei Münchsreuth, empfahl Nickl die Einbeziehung weiterer gemeindeeigener Flächen. Als wünschenswert nannte er die Umwandlung von 1,4 Hektar gemeindeeigenem Grünland in eine nur noch extensiv bewirtschaftete Fläche. Der Bürgermeister sprach von Verpflichtungen aus einem schon im Jahr 2005 vollzogenen Grundstücksgeschäft.

Mit einer Tauschvereinbarung zeigte sich nun die Kommune bereit, dem originären Ziel der Flurbereinigung zur ökologischen Aufwertung und Verbesserung der Artenvielfalt Rechnung zu tragen. Ein im Eigentum der Gemeinde befindliches Grundstück bei Münchsreuth mit einer 3,1 Hektar großen Grün- und Waldfläche geht in die Nutzung der Teilnehmergemeinschaft und damit der Flurbereinigung über. Da bereits Teile des Areals als Biotopfläche kartiert sind, findet die Vereinbarung praktisch nur für das 1,4 Hektar große, intensiv bewirtschaftete Grünland Anwendung. Dem Tausch stimmten die Räte einstimmig zu.

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