15.09.2021 - 18:35 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Weltweit einmalig: KI-Rat möchte Speinshart zum Zentrum für Künstliche Intelligenz machen

Drei bayerische Kabinettsmitglieder gleichzeitig in Speinshart? Da muss etwas besonders geschehen. Und tatsächlich: Der Termin des bayerischen KI-Rat im Kloster kann der Beginn von etwas Großem gewesen sein.

Da ist das Ding: Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (von links), Digitalministerin Judith Gerlach, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert und der Professor Sami Haddadin präsentieren die Projektstudie mit dem Titel „Internationales KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum“.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Seit Jahrhunderten gelten Bayerns Klöster als Orte des Denkens. In Speinshart soll das so bleiben, und das Prämonstratenserkloster beim Thema "Künstliche Intelligenz" (KI) in Bayern eine zentrale Rolle übernehmen. Daran ließen die hochrangigen Gäste schon vor der Tagung des KI-Rats im Kloster keinen Zweifel.

Dabei war es "nur" eine Empfehlung, die der bayerische KI-Rat an die Kabinettsmitglieder Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Digitalministerin Judith Gerlach sowie Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert übergaben: In Speinshart soll nach Wunsch des Gremiums um den Professor Sami Haddadin ein Internationales KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum entstehen. Haddadin ist Inhaber des Lehrstuhls für der Inhaber des Lehrstuhls für Robotik und Maschinen-Intelligenz an der TU München. Im Auftrag der Staatsregierung soll er dafür sorgen, dass der Freistaat bei der Schlüsseltechnik Künstliche Intelligenz auch in der Zukunft mithalten kann. Und dabei soll Speinshart eine entscheidende Rolle spielen. In seiner Präsentation sprach Haddadin von einer "Strategieschmiede für den KI-Rat", in der auch der Austausch für Wissenschaftler und Industrie möglich sein soll, "Forschung" solle "auf Mensch" treffen.

Etwas völlig Neues

Geht es nach dem Experten solle in Speinshart etwas völlig Neues entstehen: "Weltweit" sei das Konzept im Bereich Künstliche Intelligenz einzigartig. "Bislang gibt es keine zentrale hochschulübergreifende unabhängige Einrichtung für die internationale KI-Community." Im Schlusswort brachte Haddadin seine Vision fürs Kloster so auf den Punkt: "Bayern schafft einen Ort, an dem die Zukunftsdisziplin und Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz aktiv gestaltet und im Schulterschluss sowie Diskurs mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorangebracht wird."

Allerdings benennt die Präsentation auch einen Nachteil Speinsharts: die Erreichbarkeit. Bei der Lösung soll - natürlich - Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen. Nach einer Übergangsphase soll ein autonom fahrendes Shuttle-System den Ort unter anderem an die Flughäfen München und Nürnberg anbinden. Offen blieb, wie viel Geld in das Projekt fließt. Mittel sind aber vorhanden: Für seine Hightech-Agenda stellt Bayern drei Milliarden Euro bereit. Von diesem Topf soll auch Speinshart profitieren.

Staatsregierung entscheidet

Der Ball liegt nun bei der Staatsregierung. Sie muss entscheiden, ob sie der Empfehlung ihres Beratungsgremiums folgen will. Bernd Sibler, Judith Gerlach und Roland Weigert ließen sich keine Bestätigung entlocken, dass das Zentrum tatsächlich in Speinshart angesiedelt wird. Staatsminister Sibler sprach mit Blick aufs Kloster und die gesamte Region aber davon, dass in der Studie "Gutes drinstehe" und die positive Tendenz eindeutig zu erkennen sei. Gleichzeitig seien viele Arbeitsaufträge enthalten, denen man sich stellen müsse.

Staatssekretär Weigert sprach von "Impulsen, die von hier aus möglicherweise gesetzt werden". Es handele sich um einen "guten Tag für die Region", der anwesende Landrat Andreas Meier sowie Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl hätten Grund, sich zu freuen. Und auch Tobias Reiß gab sich nach der Sitzung zuversichtlich. Der Landtagsabgeordnete hatte das Projekt in den vergangenen Monaten mit Professor Haddadin vorangebracht. Und das wolle er weiter mache, sagte er auf Anfrage. Möglichst im Oktober soll es nächste Treffen geben, damit Speinshart ein Ort des Denkens bleibt.

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