Speinshart
27.08.2018 - 16:41 Uhr

Wunsch der Wehr wird wahr

Zu beschließen sind Auftragsvergaben und Bauplatz-Verkäufe: Wichtige Entscheidungen stehen in der nichtöffentlichen Sitzung des Speinsharter Gemeinderats an. Doch zuvor sind auch öffentlich weitreichende Beschlüsse zu fassen.

An der Nordseite des Gerätehauses (Bild) planen die Speinsharter Brandschützer und die Gemeinde einen Anbau von circa 80 Quadratmetern. Die Räumlichkeit soll zur Aufbewahrung der Schutzkleidung und als Umkleide für die Aktiven dienen. Mit der räumlichen Trennung von Umkleide und Fahrzeughalle möchte die Wehr auch den Einbau einer teuren Abgasanlage für Dieselmotor-Emissionen in der Fahrzeughalle vermeiden. Bild: do
An der Nordseite des Gerätehauses (Bild) planen die Speinsharter Brandschützer und die Gemeinde einen Anbau von circa 80 Quadratmetern. Die Räumlichkeit soll zur Aufbewahrung der Schutzkleidung und als Umkleide für die Aktiven dienen. Mit der räumlichen Trennung von Umkleide und Fahrzeughalle möchte die Wehr auch den Einbau einer teuren Abgasanlage für Dieselmotor-Emissionen in der Fahrzeughalle vermeiden.

(do) Die Gemeinderatssitzung ähnelte dem Treffen eines Ferienausschusses: Wegen Urlaub oder aus beruflichen Gründen fehlten fünf der zwölf Ratsmitglieder. Eilige Entscheidungen ließen Bürgermeister Albert Nickl aber keinen zeitlichen Spielraum, den Sitzungstermin zu verschieben.

Im öffentlichen Teil beugten sich die sieben Räte über die Pläne zur Erweiterung des Speinsharter Feuerwehrhauses. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Wehr vorberaten, lagen die ausgearbeiteten Unterlagen nun dem Gemeinderat vor. Der Erläuterung bedurfte die Vorgeschichte des Bauantrags, wurde doch das Gerätehaus erst vor acht Jahren eingeweiht. Zumindest ungewöhnlich sind deshalb die Überlegungen für einen baldigen Anbau.

Starker personeller Zuwachs

Als Hauptargumente für die Notwendigkeit baulicher Veränderungen nannte der Gemeindechef die dynamische Entwicklung der Wehr. Albert Nickl verwies auf den personellen Zuwachs an jungen Aktiven - so stark wie nie, wie er betonte. Zudem erinnerte der Bürgermeister an einen ständig wachsenden Aufgabenbereich, verbunden mit einer zunehmenden Richtlinienschwemme. Damit einher gehe ein Veränderungsprozess beim Mindeststandard der Ausstattung.

Nickl unterstrich ferner die Vorgaben zur Abgasabsaugung im Gerätehaus beim Aufenthalt der Brandschützer im Bereich der Dieselmotor-Emissionen. In der Summe der Wünsche und Notwendigkeiten seien in der Führungsspitze der Wehr und bei der Gemeinde Überlegungen gereift, einen Anbau zu erstellen, erklärte der Bürgermeister. Mit einem neuen Umkleideraum könne auf die teure Abgasabsaugung verzichtet werden, hieß es.

Sensationell ist die Finanzierung des Projekts, obwohl die Gemeinde auf staatliche Förderung verzichten muss. Den Hauptanteil der Kosten von geschätzt 90 000 Euro übernimmt die Speinsharter Feuerwehr selbst. Laut Beschluss in der Mitgliederversammlung geht der Verein von einer starken Eigenleistung der aktiven und passiven Mitglieder aus: Für den 13,50 mal 6 Meter großen Anbau garantieren die Brandschützer Eigenleistungen von 30 000 Euro.

Die Vereinskasse glänzt zusätzlich mit einem Zuschuss von 18 000 Euro: eine beispiellose Mitfinanzierung durch die Wehr, die auch Bürgermeister Albert Nickl lobend erwähnte. Den Grundsatzbeschluss zur Realisierung des Projekts fasste der Gemeinderat einstimmig. Auch gegen das gemeindliche Einvernehmen gab es kein "Nein".

Zustimmung trotz Bedenken

Während Gemeinderat Christian Höllerl, gleichzeitig Kommandant der Wehr, die Entscheidung im Sinne der Wunschvorstellungen der Brandschützer lobend kommentierte, zweifelte zweiter Bürgermeister Roland Hörl an der Notwendigkeit des Anbaues: "Noch vor acht Jahren wollte die Wehr das so haben", merkte er an.

Das Argument der Abgasabsaugung bezeichnete der Tremmersdorfer als Augenwischerei. Dennoch wollte er "keinen Aufstand provozieren". "Die angekündigten Eigenleistungen der Speinsharter Brandschützer verdienen hohe Anerkennung", betonte er und gab trotz Bedenken seine Zustimmung.

 
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