09.10.2018 - 17:42 Uhr

Aus der Speisekammer der Natur

Die erste Erkältungswelle naht. Was dem Körper jetzt gut tut, weiß die Kräuterexpertin und Landfrauenberaterin Markusine Guthjahr.

Kräuterexpertin Markusine Guthjahr kennt sich aus in der Speisekammer der Natur. Bild: PhotoSG - stock.adobe.com
Kräuterexpertin Markusine Guthjahr kennt sich aus in der Speisekammer der Natur.

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Tage kürzer und auch kälter werden. Herbst und Winter nahen in riesigen Schritten und werden dem Altweibersommer ein Ende setzen. Unvermeidlich rollt mit der kalten und feuchten Jahreszeit auch die Erkältungswelle an. Höchste Zeit, mit Heilpflanzen, die in den Sommermonaten gewachsen sind und wertvolle Wirkstoffe gespeichert haben, das Immunsystem in Höchstform zu bringen, um den Körper auf natürliche Weise gegen Erkältungskrankheiten zu schützen.

Kratzt der Hals bereits, rinnt die Nase und ist der Hustenreiz da, helfen die Heilkräuter, wieder gesund zu werden. "Die Natur hält an Kräutern bei und gegen Erkältung eine regelrechte Schatzkammer bereit", weiß Buchautorin und Kräuterexpertin Markusine Guthjahr. Sie öffnet die Schatzkammer der Natur und stellt Salbei, Spitzwegerich und Thymian vor.

Salbei - der "Rachenputzer": Salbei (Salvia officinalis) wird heute noch pharmazeutisch genutzt. Die botanische Bezeichnung "salvia" stammt aus dem Lateinischen "salvari" (heilend), so trägt der Salbei seine heilenden Eigenschaften schon im Namen. Salbei hat eine antibakterielle, zusammenziehende Wirkung, heilt Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, wirkt sekretfördernd und reinigend. Er hat eine abschwellende Wirkung. Außerdem bilden die Gerbstoffe und ätherischen Öle auf der Schleimhaut eine Schutzschicht. Im Mittelalter ersetzten Salbeiblätter die Zahnbürste.

Tipp: Bei beginnenden Halsschmerzen sollte man sofort frische Salbeiblätter kauen und danach ausspucken. Das Ganze mehrfach wiederholen.

Spitzwegerich - der Hustenlöser: Spitzwegerich findet man oft auf Wiesen und an Wegrändern. Er gehörte schon in alter Zeit zu den wichtigsten Heilpflanzen und enthält Kieselsäure, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Aucubin. Spitzwegerich wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, reizmildernd, zusammenziehend und wundheilend und hat sich bis in die heutige Zeit als Hustenmittel bewährt. Er eignet sich sehr gut zur Behandlung von Husten und Bronchitis. Die entzündungshemmende Wirkung des Spitzwegerichs kann aber auch äußerlich genutzt werden, zum Beispiel bei Insektenstichen. Wichtig ist es, beim Pflücken auf saubere Sammelstellen zu achten.

Tipp: Frische zerquetschte Spitzwegerichblätter sofort auf die Einstichstelle legen. "Sehr praktisch bei Wanderungen!", so Markusine Guthjahr.

Thymian - "Antibiotikum" der armen Leute: Thymian hat eine krampflösende und stark antiseptische Wirkung, darum galt er früher als das "Antibiotikum" der armen Leute. Hauptwirkstoff ist das ätherische Öl Thymol. Thymian hilft bei krampfartigem Husten, Bronchitis und Katarrhe der oberen Luftwege. Auch pharmazeutisch wird Thymian vielfältig genutzt. Er ist Bestandteil vieler Hustenmittel, Mund- und Gurgelwasser und Badezusätze. Als Hausmittel hat sich Thymian schon früher als Hustentee und Kopfdampfbad bewährt. Der kleine Bruder "Feldthymian", auch Quendel genannt, wächst in unserer Region wild auf Trockenrasen, ist sehr aromatisch und eignet sich zum Würzen. Die mit Quendel zubereiteten Speisen tun gerade bei Erkältung gut. (ads)

Salbei hat eine antibakterielle, zusammenziehende Wirkung, heilt Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, wirkt sekretfördernd und reinigend. Bild: Adele Schütz
Salbei hat eine antibakterielle, zusammenziehende Wirkung, heilt Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, wirkt sekretfördernd und reinigend.
Die Kräuterexpertin Markusine Guthjahr weiß, was dem Körper gut tut. Bild: exb
Die Kräuterexpertin Markusine Guthjahr weiß, was dem Körper gut tut.
Spitzwegerich gehörte schon in alter Zeit zu den wichtigsten Heilpflanzen. Bild: Adele Schütz
Spitzwegerich gehörte schon in alter Zeit zu den wichtigsten Heilpflanzen.
Thymian galt früher als das „Antibiotikum“ der armen Leute. Bild: Adele Schütz
Thymian galt früher als das „Antibiotikum“ der armen Leute.
Tipps für den Spitzwegerich:

Spitzwegerich-Sirup

Spitzwegerich-Sirup ist in der Apotheke oder im Reformhaus erhältlich. Hier ein bewährtes Hausrezept zum Selbermachen: Zutaten: zwei bis drei Handvoll frische Spitzwegerichblätter, ein Achtel Liter Wasser, 250 Gramm Honig.

Zubereitung: Die Spitzwegerichblätter waschen und hacken. Die Blätter mit Wasser in einem Topf langsam erhitzen. Nach 15 Minuten den Honig zugeben und noch 15 Minuten bei schwacher Hitze auf dem Herd stehen lassen. Die Flüssigkeit in ein Glasgefäß gießen. 24 Stunden an einem warmen Ort ziehen lassen. Danach nochmals kurz erhitzen, durch ein Tuch filtern und heiß in saubere Flaschen füllen. Der Sirup ist ein gutes Hustenmittel. Wichtig: Auf saubere Sammelstellen achten.

Spitzwegerich-Honig-Paste

Zubereitung: vier Esslöffel fein geschnittene, frische Spitzwegerichblätter mit vier Esslöffel Honig gut verrühren und in ein Schraubglas füllen. Bei Erkältung von der Paste täglich drei Mal einen Teelöffel voll nehmen und den Honig langsam im Mund zergehen lassen.

Spitzwegerich-Tee

Zubereitung: Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Spitzwegerichblätter mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen den Tee mit Honig süßen. Bei nahender Erkältung täglich drei Tassen Tee trinken, die erste morgens nach dem Aufstehen. (ads)

Quendel-Suppe:

Zutaten: Ein bis zwei Handvoll frischer Quendel (Feldthymian), ein Zweiglein Maggikraut, ein bis zwei Esslöffel Butter, eine Tasse Dinkelschrot, eineinhalb Liter Gemüsebrühe, zwei Esslöffel süße Sahne, Salz, Pfeffer und Muskatnuss zum Abschmecken.

Zubereitung: Den Quendel fein hacken, in Butter andünsten. Den Dinkelschrot dazugeben, umrühren und eine goldgelbe Schwitze herstellen. Langsam die Gemüsebrühe angießen. Das Maggikraut dazugeben.

Die Suppe 15 bis 20 Minuten kochen lassen. Vor dem Servieren mit Sahne verrühren und mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.

Variante: Falls kein frischer Quendel zur Verfügung steht, können zwei Teelöffel getrockneter Quendel verwendet werden. (ads)

Salbei-Honig:

Zutaten: 500 Gramm Honig, Saft und Schale einer unbehandelten Zitrone, 15 frische Salbeiblätter, eine Zimtstange und fünf Gewürznelken.

Zubereitung: Die Zitrone abreiben und auspressen. Die abgeriebene Schale und den Saft in den Honig rühren, ebenso die fein gehackten Salbeiblätter, die Gewürznelken und die Zimtstange. Die Zutaten bleiben mindestens vier Wochen im Honig.

Der Salbei-Honig eignet sich zum Süßen von Tees bei Erkältung. (ads)

Husten-Tee mit Thymian:

Zutaten: ein Teelöffel getrocknetes Thymiankraut, ein Viertel Liter Wasser.

Zubereitung: Das kochende Wasser über den Thymian gießen. Zehn Minuten ziehen lassen.

Anwendung: Täglich drei Mal eine Tasse warmen Thymian-Hustentee trinken. Nach Belieben mit Honig süßen.

Thymian kann allerdings noch mehr: Auch auf den Magen-Darm-Bereich hat Thymian-Tee eine anregende Wirkung, die Speisen werden besser verdaut, Blähungen und Gärungsprozesse beseitigt.

Ein Fußbad mit Thymian unterstützt die Therapie bei Fußpilzerkrankungen. (ads)

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