München
20.12.2018 - 14:11 Uhr

Staat soll Aktienanlagen fördern

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger plädiert für Wertpapiere als Altersvorsorge. In anderen Ländern ist das auch schon lange üblich.

Anzeigetafel mit Aktien. Bild: Arne Dedert/dpa
Anzeigetafel mit Aktien.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat sich für eine staatliche Förderung der Aktienanlage für die Altersvorsorge ausgesprochen. Neben der gesetzlichen Rente als "Grundbaustein" würden Aktien das "wichtigste Instrument der Altersvorsorge in der Zukunft" werden, meinte SdK-Vorstandschef Daniel Bauer in München. Anders als in anderen europäischen Staaten oder den USA führe die Aktie in Deutschland noch immer ein "Schattendasein". Dabei habe sie im langfristigen Vergleich die höchsten Renditeerwartungen. Durch eine breite Streuung auf in- und ausländische Papiere lasse sich auch das mit der Anlageform verbundene Risiko minimieren, erklärte Bauer.

Um Aktienanlagen für breite Bevölkerungsschichten attraktiv zu machen, forderte Bauer, staatliche Altersvorsorgezuschüsse nicht nur für Finanzprodukte von Banken und Versicherungen zu gewähren, sondern auch für Aktienanlagen. Zudem müsse die steuerliche Belastung für Kapitalerträge aus Aktien gesenkt werden. Von jedem Euro Gewinn einer Aktiengesellschaft erreiche wegen der diversen Abgaben nicht einmal die Hälfte den Anleger. Um die Scheu vor dem Aktienkauf abzubauen, sprach sich Bauer zudem für eine stärkere "finanzielle Bildung" der Bürger aus. Oft wüssten diese nicht einmal über die einfachsten Zusammenhänge Bescheid. Dies zu ändern, müsse schon Aufgabe der Schulen sein. Damit auch einkommensschwächere Personen von Aktiengewinnen profitieren könnten, schlug Bauer einen Altersvorsorgefonds bei den Rentenkassen vor. In diesem sollte ein Teil des gesetzlichen Rentenbeitrags fließen.

Zur Stärkung des Vertrauens in Aktien und zur Schaffung von mehr Transparenz setzt sich die SdK für eine Risikoberichterstattung börsennotierter Unternehmen ein. Nach einer von der SdK beim Pforzheimer Wirtschaftsprofessor Hans-Georg Köglmayr in Auftrag gegebenen Studie halten sich weniger als die Hälfte der betroffenen Firmen an die vom Gesetzgeber empfohlene Methodik zur Risikoermittlung. Anleger erfahren oft nur unzureichend, vor welchen und wie großen geschäftlichen Risiken die Unternehmen stehen und wie hoch deren Eintrittswahrscheinlichkeit ist. Im Sinne der Käufer brauche es eine nachvollziehbare Risikoberichterstattung, sagte SdK-Vorstandsmitglied Andreas Schmidt.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.